
Bauteilaktivierungssystem "Polyactiv" im weltweit größten Passivhaus "ENERGON" ausgezeichnet. Bereits zum vierten Mal seit Bestehen der ISH wurde am 26. März dieses Jahres auf der internationalen Fachmesse der "Innovationspreis Architektur und Technik" vergeben. Die Jury der Messe Frankfurt zeichnete 13 herausragende Produkte und Projekte aus den Bereichen Heizungs- und Raumlufttechnik sowie Sanitärtechnik aus. In der Kategorie Heizungs- und Raumlufttechnik ging der erste Preis an die Polytherm GmbH, Ochtup, namhafter Systemanbieter im Bereich Flächentemperierung, die in enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro oehler + arch kom, Bretten, und dem Ingenieurbüro ebök, Tübingen, das Projekt "Passivhaus Energon" in Ulm plante und ausführte. Wie die Messe Frankfurt mitteilt, würdigt die Jury mit dem Innovationspreis die gemeinsame, integrale Leistung der genannten Unternehmen, die im Ergebnis zu einer wegweisenden, energetischen Lösung für das Passiv-Bürogebäude in Ulm führte.
Thermische Aktivierung massiver Bauteile mit "Polyactiv"
Ein individuelles Konzept ermöglichte im weltweit größten Passivhaus "ENERGON" die Realisierung einer innovativen, maßgeschneiderten Temperierung. Ein wesentlicher Bestandteil bei Planung und Durchführung des Projekts war das Polytherm-System zur thermischen Bauteilaktivierung Polyactiv. Dieses basiert auf wasserdurchströmten, individuell vorgefertigten Rohrregistern in den Geschossdecken, dadurch kommt dass Passivhaus trotz einer Bruttogeschossfläche von über 9.000 m² ohne konventionelle Heiz- und Klimasysteme aus.
Dank Architektur und Gebäudetechnik konnte der Jahresheizwärmebedarf (Qh/V) auf nur 5,4 kWh/m³a reduziert und somit der geforderte Wert nach (bei der Planung noch gültiger) WSVO um 69 Prozent unterschritten werden. 500 mm starke Dämmschichten, die dreifache Wärmeschutzverglasung und die mechanische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reduzieren den spezifischen Heizwärmebedarf auf unter 15 kWh/m². Über die thermisch aktivierten Geschossdecken können sowohl der Restwärmebedarf im Winter als auch der Kühlbedarf im Sommer abgedeckt werden.
Dank der großen Übertragungsflächen von ca. 5.000 m² kann das Polyactiv-System mit sehr moderaten Systemtemperaturen von 25°C im Heizfall und 18°C im Kühlfall betrieben werden. Dies ermöglicht die Nutzung von Abwärme aus den EDV-Räumen zum Heizen und die direkte Kühlung über 40 Erdsonden ohne einen weiteren Kälteerzeuger.
Das zukunftsweisende Energiekonzept des preisgekrönten Projektes ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Polytherm, dem Architekten und dem Ingenieurbüro. Laut Horst Niedlich, Jurymitglied von der Messe Frankfurt, sichere nicht allein das einseitige Entwickeln, Produzieren und Vermarkten das höchste Innovationspotenzial, sondern das gemeinsame integrale Handeln. Der "Innovationspreis Architektur und Technik" zeichne genau diese Zusammenarbeit aus.