Meisterzwang im Handwerk wird gelockert. Wie sich im Vorfeld bereits abgezeichnet hatte, soll die Handwerksordnung massiv geändert werden. Um Existenzgründungen zu erleichtern, soll für zahlreiche Handwerksberufe der Meisterzwang gelockert werden. Gesellen sollen sich auch ohne Meisterbrief selbstständig machen können.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat am Mittwoch die Entwürfe zur Novellierung der Handwerksordnung und zur Förderung von Kleinunternehmen auf den Weg gebracht. Sie sollen nach der Überarbeitung durch die übrigen Ressorts der Regierung voraussichtlich am 28. Mai beschlossen und anschließend im Parlament beraten werden.
Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte die Lockerung des Meisterzwangs in seiner Regierungserklärung am 14. März angekündigt.
Der Meisterbrief soll nur noch für Berufe vorgeschrieben, bei deren unfachmännischer Ausübung besondere Gefahren für die Allgemeinheit bestehen. Dazu gehören im Entwurf 32 von derzeit 94 Berufsbildern – zum Beispiel Elektro- und Heizungsberufe; zentrale Bau Baubereiche und Handwerke im Gesundheitsbereich.
Erleichterte Existenzgründungen soll es etwa für Maler, Klempner, Schuhmacher, Kürschner und Instrumentenmacher geben.
Aus den eigenen Reihen werden die Pläne der Bundsregierung befürwortet: Die Meisterpflicht sei nicht notwendig, um den Leistungsstand und eine Qualitätsgarantie zu gewährleisten. Dazu gebe es etliche Normen, Unfallverhütungs- und Haftungsvorschriften, so der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner.