Bild: Pixabay.com / andreas160578 Was ist eine Solaranlage?
Bei einer Photovoltaikanlage oder PV-Anlage, die oftmals auch als Solaranlage bezeichnet wird, wird Sonnenlicht mit Hilfe von speziellen Solarzellen in Energie umgewandelt. Auf diese Weise lässt sich die PV-Anlage nutzen, um klimafreundlich Strom zu erzeugen oder das eigene Zuhause zu beheizen. Neben Solaranlagen, die zur Gewinnung von Strom verwendet werden, gibt es auch sogenannte "Solarthermie-Anlagen". Diese wandeln die Sonnenenergie direkt in Wärme um und können ebenfalls zum Heizen von Gebäuden verwendet werden.
Wie funktioniert eine Solaranlage?
Im Sonnenlicht ist eine Menge Energie gespeichert. Mit Hilfe von großflächigen Solarzellen aus Silizium wird in einem photovoltaischen Prozess Gleichstrom erzeugt, der anschließend durch einen Wechselrichter zu Wechselstrom umgewandelt wird. Auf diese Weise lässt sich der gewonnene Strom im Haushalt nutzen oder in ein bestehendes Stromnetz einspeisen. Alternativ kann die Energie auch in sogenannten Solarspeichern zwischengelagert werden, um dann genutzt zu werden, wenn gerade nicht die Sonne scheint und somit kein Strom durch die Solaranlage erzeugt werden kann.
Wann lohnt sich die Anschaffung einer Solaranlage?
Die Installation einer Solaranlage ist vor allem dann sinnvoll, wenn besonders viel von dem erzeugten Strom selbst genutzt wird. Der Grund dafür: Der selbst erzeugte Strom ist wesentlich günstiger als die Energie, die man von seinem Stromanbieter käuflich erwerben kann. Darüber hinaus ist die Gewinnung von Strom aus Solarzellen zu 100 Prozent CO2-neutral und trägt auf diese Weise wesentlich zum Schutz unserer Umwelt bei.
Das neue Energieerneuerungsgesetz (EEG), das 2023 in Kraft treten soll, macht aber auch eine PV-Anlage mit vollständiger Einspeisung wieder attraktiv für die Verbraucher. Der Strom, den man auf diese Weise gewinnt, und dem Anbieter zur Verfügung stellt, wird entsprechend vergütet. Darüber hinaus bieten zahlreiche Förderprogramme die Möglichkeit, beim Kauf und der Installation einer Solaranlage viel Geld zu sparen, wodurch sich der Erwerb bereits nach kurzer Zeit finanziell auszahlt.
Hilfreiche Tipps, die beim Kauf einer Solaranlage unbedingt beachtet werden sollten
Angesichts der Vielzahl an verschiedenen Modellen, Herstellern und Typen von Solaranlagen ist es gar nicht so leicht, sich für die richtige Ausstattung im eigenen Zuhause zu entscheiden. Die folgenden Tipps können dabei helfen, häufige Fehler zu vermeiden und bei der Auswahl der PV-Anlage nichts dem Zufall zu überlassen.
Die richtigen Informationen
Vor der Anschaffung einer Solaranlage ist es wichtig, sich über die verschiedenen Möglichkeiten der Installation und aller weiteren Rahmenbedingungen zu informieren. Dabei sollten auch Aspekte wie die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage und die jeweilige Preisentwicklung einzelner Modelle in Betracht gezogen werden. Vor einem Fachgespräch mit dem Fachhändler für Solaranlagen ist es sicherlich sinnvoll, bereits über ein fundiertes Hintergrundwissen zu diesem Thema zu verfügen, um nicht einem Betrug zum Opfer zu fallen. Informationen zu den oben genannten Themen lassen sich beispielsweise über geeignete Ratgeber im Netz erhalten.
Vergleichen lohnt sich
Bevor man sich für ein bestimmtes Modell einer Solaranlage entscheidet, ist es empfehlenswert, zunächst verschiedene Typen und Anbieter miteinander zu vergleichen. Dabei spielen auch Kundenrezensionen im Internet eine große Rolle. Dadurch lässt sich nämlich feststellen, ob einzelne Modelle zu Fehlfunktionen neigen und die beschriebenen Anforderungen in vollem Maße erfüllen. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, beim jeweiligen Anbieter nach entsprechenden Referenzen für das gewünschte Model der Solaranlage zu fragen. Diese Auskunft wird in der Regel bereitwillig gewährt, solange der Händler nichts zu verbergen hat.
Vor-Ort-Besichtigung
Bei den Angeboten für eine PV-Anlage werden Kunden oft mit einer Satellitenaufnahme abgespeist. Daraus lässt sich jedoch oft nur schwer ablesen, ob das jeweilige Modell auch wirklich für die Installation auf dem eigenen Hausdach geeignet ist. Daher ist es immer hilfreich, einen Vor-Ort-Termin mit dem Händler zu vereinbaren, damit dieser sich einen Überblick über die konkrete Situation verschaffen und darauf basierend eine effiziente Beratung anbieten kann. In diesem Zusammenhang ist es auch möglich, eine persönliche Beziehung zum jeweiligen Anbieter zu etablieren, die später, zum Beispiel bei Schäden an der Anlage noch von Nutzen sein könnte.
Wie viel Strom benötige ich?
Um das optimale Modell einer Solaranlage zu wählen, ist es wichtig, zunächst zu verstehen, wofür diese benötigt wird. Auch die Verteilung des Strombedarfs über den Tag ist hierbei ein wichtiges Kriterium. Wenn die Anlage mit Köpfchen geplant wird, hat sie das Potenzial die Nutzer bis tief in den Herbst hinein mit Strom zu versorgen. Als Faustregel für die Größe der PV-Anlage gilt: Vier Solarmodule benötigen rund sechs Quadratmeter Fläche auf dem Dach und erzeugen insgesamt ein Kilowatt-Peak an Strom. Im Jahresverlauf lassen sich damit also rund 1.000 Kilowattstunden Strom generieren.
Die richtige Sonnenseite
Obwohl viele Menschen glauben, dass eine Solaranlage nur auf der Südseite des Dachs genügend Energie erzeugen kann, um effektiv zu sein, ist das nicht wahr. Auch mit PV-Anlagen, die nach Osten oder Westen ausgerichtet sind, lassen sich gute Erträge erwirtschaften. Teilweise passen sie sogar besser zu den Verbrauchszeiten, da diese in einem typischen Haushalt oftmals in den Morgen- bzw. Abendstunden liegen. Bei der Wahl der richtigen Position für eine Solaranlage können Fachhändler oder Elektriker eine umfassende und professionelle Beratung anbieten.
Lässt sich die eigene Veranda für eine Solaranlage nutzen?
Eine Veranda bietet Schutz vor Sonne und Regen im eigenen Haus und ermöglicht einen angenehmen Aufenthalt an der frischen Luft, ohne das Haus verlassen zu müssen. Wenn eine Veranda mit Doppelglasmodulen überdacht ist, kann sie auch als Nutzfläche für Solarmodule genutzt werden. Ein zusätzlicher Vorteil der Veranda besteht darin, dass sie auch im Winter nicht vom Vordach überschattet wird. Auf diese Weise kann das Sonnenlicht an kalten Tagen ins Haus scheinen und dieses zusätzlich von innen erwärmen, wodurch sich wiederum Energiekosten einsparen lassen. Verschiedene PV-Module im Test oder Vergleich können Aufschluss darüber geben, welche Solaranlagen sich für die Überdachung der eigenen Veranda oder Terrasse am besten eignen.
Auf die Garantie achten
Wenn man bei einer Solaranlage bereits nach kurzer Nutzungsdauer einzelne Teile ersetzen muss oder sogar die gesamte Anlage den Geist aufgibt, ist das sehr ärgerlich. Die Gewährung von Garantieleistungen kann dafür sorgen, dass der jeweilige Händler oder Installateur den Austausch bzw. die Reparatur der PV-Anlage innerhalb der vertraglich vereinbarten Frist vornimmt, ohne dass dadurch weitere Kosten entstehen. Daher ist es sinnvoll, bereits vor der Anschaffung der Solaranlage herauszufinden, welche Garantieart und -dauer im Kaufpreis enthalten ist und ob es die Möglichkeit gibt, zusätzliche Sicherungsverträge für Wartung und Reparatur abzuschließen. Auch der konkrete Ansprechpartner im Fall von Mängeln oder Systemausfällen sollte für den Ernstfall bereits vorab in Erfahrung gebracht werden.
Die richtige Abstimmung
Wie auch bei anderen elektrischen Geräten ist es für den reibungslosen Ablauf einer Solaranlage wichtig, dass alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Dazu gehören beispielsweise Bestandteile wie Solarpanel, Wechselrichter, Stromspeicher sowie das Datenerfassungs- und Speichergerät, das im Lieferumfang einer PV-Anlage enthalten ist. Ist das gesamte System in sich schlüssig, kann es seine Funktion problemlos ausführen und mit Hilfe eines entsprechenden Monitoring Tools von den Nutzern auch verfolgt werden. Auch hierbei ist es sinnvoll, mehrere PV Module im Test miteinander zu vergleichen, bevor man sich für ein bestimmtes Modell entscheidet.
Das Dach will gut gewählt sein
Natürlich spielt die Größe, Lage und Schräge des Dachs, auf dem eine Solaranlage angebracht werden soll, eine ganz entscheidende Rolle für deren Produktivität. Grundsätzlich ist es dabei möglich, auf jedem Dach eine PV-Anlage zu installieren. Handelt es sich um ein Schrägdach, lässt sich diese über der bereits bestehenden Dachhaut und den Dachziegeln anbringen. Aber auch eine Integration der Solar Module in ein bereits bestehendes Dach ist möglich. Dabei handelt es sich um eine sogenannte "Indachanlage", bei der die Module die Funktion der Dachhaut übernehmen. Die Wahl zwischen Indach und Aufdach ist dabei von rein ästhetischer Natur, für die Effizienz der Solaranlage macht diese nämlich keinen Unterschied.
Fördermöglichkeiten zur Finanzierung nutzen
Obwohl die Förderung der Solaranlagen und die Möglichkeit einer Einspeisevergütung inzwischen nicht mehr ganz so attraktiv ist, wie das in den vergangenen Jahren der Fall war, gibt es noch immer die Option, bei der Anschaffung einer eigenen PV-Anlage Geld zu sparen, bzw. günstige Finanzierungsmöglichkeiten hierfür nutzen zu können. Dabei sollten Fördermittel jedoch niemals die alleinige Grundlage für den Kauf einer Solaranlage darstellen, da diese sich nur zu schnell gegen den Käufer richten können, wenn sich die äußeren Rahmenbedingungen verändern. Viele Fördermittel sind nämlich an ganz bestimmte Vorgaben gebunden, die dringend erfüllt sein müssen, um einen Anspruch auf die beantragten Fördergelder zu haben. Deshalb ist ein finanzielles Polster auch bei der Nutzung von günstigen Finanzierungskrediten oder Ähnlichem bei der Anschaffung von Solaranlagen immer empfehlenswert.
Sonnendach und Wärmepumpe - die perfekte Kombi
Um besonders effizient und kostengünstig zu heizen, ist die Anschaffung einer Wärmepumpe in vielen Fällen sinnvoll. Dabei wird die Wärmeenergie direkt aus der Erde gewonnen und anschließend in die Wohnräume geleitet. Das Prinzip einer Wärmepumpe funktioniert wie ein umgekehrter Kühlschrank - der Generator, der die Pumpe antreibt, benötigt seinerseits Strom aus einer externen Quelle, um seinen Betrieb ausführen zu können. Dieser Strom lässt sich beispielsweise auch mit Hilfe einer Solaranlage auf dem Dach des eigenen Hauses generieren. Auf diese Weise werden sowohl der Strom- als auch der Heizbedarf in den eigenen vier Wänden nachhaltig und klimafreundlich autark hergestellt und genutzt.
Doppelt punkten beim Thema E-Mobilität
Immer mehr Deutsche entscheiden sich dafür, statt einem Auto, das mit Diesel oder Benzin läuft, emissionsfreie Elektrofahrzeuge zu nutzen. Diese sind nicht nur wesentlich umweltfreundlicher, sondern vor allem auch angesichts der ständig steigenden Preise für Kraftstoffe mittel- bis langfristig die günstigere Option. Der Strom, den die E-Autos benötigen, lässt sich entweder an öffentlichen Ladesäulen oder zu Hause an einer entsprechenden Wallbox tanken. Die Wallbox wird dabei einfach an das hauseigene Stromnetzwerk angeschlossen. Wird für den Ladestrom eine Solaranlage genutzt, sinken die Kosten für den Betrieb von Elektrofahrzeugen beinahe auf Null.
Solaranlage frühzeitig einplanen
Bereits während der Gestaltung der Pläne für einen Hausbau macht es Sinn, sich mit den Möglichkeiten der Energiegewinnung mit Hilfe von Solarzellen auf dem Dach auseinander zu setzen. Ein Fachspezialist kann dabei beratend tätig werden und die Planung der Solaranlage optimal in den Hausbau integrieren. Unabhängig davon, ob eine Aufdach- oder Indachanlage für das geplante Gebäude in Frage kommt, ist es daher sinnvoll, sich so früh wie möglich mit den einzelnen Varianten, Anbietern und Modellen von PV-Anlagen sowie deren Effizienz und Preisentwicklung auseinander zu setzen. Auf diese Weise lässt sich die Anlage im späteren Gebäude mit maximalem Gewinn installieren und für die Gewinnung von Strom nutzen.
Auf keinen Fall selbst Hand anlegen
Auch wenn es viele Hobby-Handwerker gibt, die von sich glauben, in der Lage zu sein, Solarpaneele auch selbstständig auf dem eigenen Dach montieren zu können, wird von dieser Vorgehensweise dringend abgeraten. Meist verfügen diese nämlich nicht über die notwendigen Kenntnisse, sodass ein Fehler zu einem Ausfall der gesamten Anlage führen kann. Daher ist es sinnvoller, einen qualifizierten Fachmann mit den entsprechenden Nachweisen mit der Installation der Solaranlage auf dem Dach zu beauftragen. Dieser kann während der Montage prüfen, ob die Anlage betriebsbereit ist und gegebenenfalls direkt die notwendigen Reparaturen vor Ort vornehmen. Auch im Hinblick auf die Garantie ist es von entscheidender Bedeutung, dass die PV-Anlage nicht in Eigenregie installiert werden darf.
Fazit
Die Installation einer Solaranlage bringt sowohl aus finanzieller als auch aus klimaschutztechnischer Sicht viele Vorteile. Beim Kauf und der Planung sollten jedoch verschiedene Faktoren beachtet werden, um Fehlkäufe zu vermeiden und die Wirtschaftlichkeit der Anlage zu erhöhen. Die Installation der Solaranlage sollte zudem auf keinen Fall in Eigenregie vorgenommen werden. Für die Wahl der richtigen PV-Anlage, deren Planung im Rahmen eines Hausbaus und auch deren fachgerechte Installation auf dem eigenen Hausdach sollte daher immer eine qualifizierte Fachkraft zu Rate gezogen werden.