Mit über 21 Millionen, zumeist nicht CO₂-neutralen Gebäuden birgt der Immobiliensektor ein großes Potenzial für nachhaltige Bestrebungen. Zusammen sind alle deutschen Gebäude für rund ein Drittel der Treibhausemissionen unseres Landes verantwortlich. Wohnhäuser tragen von dieser Last rund 63 Prozent. Es ist daher offensichtlich, dass zur Erfüllung des Ziels der Bundesregierung – Treibhausneutralität bis 2045 – genau hier angesetzt werden muss. Energiewende heißt weniger Energieverbrauch, ein besseres Klima sowie mehr Unabhängigkeit vom Import im Energiesektor.
Bilder: NeoAvantgarde Die Bedeutung der energetischen Sanierung
Die energetische Sanierung wird oft auch als thermische Sanierung bezeichnet. In der Regel handelt es sich hierbei um Modernisierungsmaßnahmen an Häusern und Gebäuden, die die Minimierung des Energieverbrauchs für Heizung, Lüftung und Warmwasser zum Ziel haben. Drei Aspekte stehen bei der energetischen Sanierung im Vordergrund:
- Wirtschaftlichkeit und Zukunftssicherheit von privaten Haushalten
- Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung
- Schutz der Umwelt und Klimaneutralität
Nachhaltigkeit – was bedeutet das
Nachhaltigkeit heißt, den Verbrauch von Rohstoffen im Auge zu behalten, endliche Ressourcen zu schonen und möglichst nachwachsende Rohstoffe zu verwenden. Im Gebäudesektor basieren auch heutzutage die Mehrzahl aller Heizsysteme auf fossilen Energieträgern. Die schlechtesten Energiebilanzen und dementsprechend höchsten Verbrauch haben Altbauten. Gerade deswegen muss Nachhaltigkeit im Gebäudesektor auch immer mit energetischer Sanierung gedacht werden. Der Sanierungsrechner liefert einen ersten Überblick zu den potenziellen Auswirkungen einer energetischen Sanierung.
Energetisches sanieren – die wichtigsten Regeln im Überblick
Die Ziele sind klar – aber wie genau funktioniert eine energetische Sanierung im Einzelnen? Hier die wichtigsten Tipps im Überblick:
1.Tipp: Keine energetische Sanierung ohne passende und professionelle Beratung
🡺Ein Experte sollte vorab feststellen, wo optimiert werden kann, welche Kosten dabei entstehen und welcher Nutzen individuell zu erzielen ist. Eine ausführliche, individuelle Beratung ist ein Muss bei jeder energetischen Sanierung. Nur so können bestmögliche Ergebnisse erzielt werden.
2.Tipp: Rechtzeitig über Fördermöglichkeiten informieren
🡺Besonders vonseiten der KfW gibt es für die Gebäudesanierungen Fördermöglichkeiten. Des Weiteren können energetische Sanierungen unter bestimmten Voraussetzungen auch steuerlich geltend gemacht werden.
3.Tipp: Zuerst passive Maßnahmen treffen, dann die aktiven Maßnahmen
🡺Durch passive Maßnahmen wie der Dämmung, Reparaturen an den Wänden, Fenstern oder dem Dach lässt sich der Endenergieverbrauch oft schnell senken. Durch die dadurch erreichte Wärmedämmung erhöht sich auch die Effektivität aktiver Sanierungsmaßnahmen wie dem Einbau einer neuen Heizungsanlage oder einer entsprechende Umrüstung.
4.Tipp: Im Verbund arbeiten, kein Stückwerk aus dem Haus machen
🡺Sanierungsmaßnahmen unterstützen sich gegenseitig. Sind die Wände gut gedämmt, aber die Fenster nur einfach verglast, mindert das auch den Effekt der Dämmung. Die Sanierung als Stückwerk zu betrachten, kann den Nutzen so enorm verringern. Auch, um mögliche Bauschäden zu vermeiden, sollte ein Gebäude immer als Ganzes betrachtet werden. Der Vorteil: Viele Maßnahmen lassen sich gezielt und sinnvoll kombinieren – das spart Zeit und Kosten.
5.Tipp: Sanierungsmaßnahmen erfordern eine Umstellung der Gewohnheiten
🡺Schon während der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen, besonders aber nach dem Abschluss, sollten Bauherren die Maßnahmen mit dem zuständigen Handwerkunternehmen noch einmal durchgehen. So kann die sanierte Immobilie schneller auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner eingestellt werden.
Die wichtigsten Sanierungsmaßnahmen im Überblick
Sinnvolle Maßnahmen der energetischen Sanierung, die zu Einsparungen hinsichtlich des Endenergieverbrauchs führen, sind:
- Dämmung der Außenwände/Kelleraußenwände,
- Dachdämmung,
- Sanierung der Fenster,
- Sanierung der Heizungsanlage,
- Dämmung der Kellerdecke,
- Einbau einer Solarthermie zur Unterstützung der Heizung,
- Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung,
- Erneuerung der Außentüren,
- Verbesserung des Wärmeschutzes für den Sommer.
Nicht immer müssen alle Maßnahmen durchgeführt werden. Die nötigen Schritte sind von Gebäude zu Gebäude unterschiedlich sinnvoll.