Wir zeigen Ihnen, welche Kosten beim Hausbau entstehen und in welchen Bereichen Sie im Zweifelsfall Ihre Ausgaben reduzieren können.
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Was tun, wenn das Traumhaus zu teuer werden könnte?
Das Konzept, ein Haus von Grund auf zu bauen, bietet Flexibilität und vielfältige Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung. Allerdings sind die Baukosten so hoch wie nie zuvor. Die Holzpreise etwa sind seit Pandemiebeginn geradezu explodiert. Das liegt zum einen an gestörten Lieferketten, zum anderen an einer hohen Nachfrage aus China und den USA.
Für die meisten Menschen stellt der Bau einer Immobilie die wichtigste Investition in ihrem Leben dar. Selbst, wenn die eigentliche Errichtung längst abgeschlossen ist, muss ein aufgenommener Kredit noch viele Jahre danach getilgt werden. Weiterhin entstehen durch Wohneigentum weitere finanzielle Verpflichtungen. Dazu gehören unter anderem Abgaben wie die Grundsteuer – hier erfahren Sie Wichtiges zur Gesetzesänderung.
Der Preis für die Verwirklichung dieses Lebenstraumes kann also schnell außer Kontrolle geraten, wenn man ihn nicht genau im Auge behält. Viele Häuslebauer versuchen daher, so viel wie möglich bei den Baukosten zu sparen, um den größtmöglichen Gegenwert für ihr Geld zu erhalten.
Welche Kosten entstehen beim Hausbau?
Wenn Sie ein Haus bauen, müssen Sie bedenken, dass Sie bereits während der Bauphase Kosten zu tragen haben. Sie zahlen Zinsen für das ausgezahlte Darlehen und im Falle einer Verzögerung auch Bereitstellungsgebühren. Der Bau eines typischen Einfamilienhauses dauert durchschnittlich 40 Wochen. Da es immer zu Verzögerungen kommen kann, ist es ratsam, mit einer Bauzeit von einem Jahr zu rechnen.
Zuvor entstehen bereits Kosten durch den Grundstückerwerb. Dazu gehören:
- Grundbucheintrag
- Grunderwerbsteuer
- Grundschuld
- Maklerprovision
- Kauf des Grundstücks
- Kosten für den Notar
Die Kosten beim eigentlichen Bau lassen sich in diese Kategorien unterteilen:
- Kosten für den Rohbau
- Planungskosten
- Kosten für die Dachkonstruktion
- Kosten für die Elektroinstallation
- Heizung und Sanitär
- Kosten für die Bauüberwachung
Typische Nebenkosten beim Bau eines Hauses
Nebenkosten müssen bei der Baufinanzierung ebenfalls einkalkuliert werden. Bei diesen Posten kann allerdings nur selten gespart werden. Zu den typischen Baunebenkosten gehören:
- Baugenehmigung
- Kosten für Abrissarbeiten
- Grundstücksfreimachung
- Kosten für ein Bodengutachten
- Erschließungskosten (Gas, Wasser, Strom-, Fernseh-, Telefon und Internetkabel)
- Erdarbeiten
- Vermessungskosten
- Kosten für einen Prüfstatiker
- Eintragung der Grundschuld
- Bauwasser und Baustrom
Möglichkeiten, beim Hausbau zu sparen
Wenn Sie ein Haus bauen, wissen Sie vorher mit großer Wahrscheinlichkeit nicht, wie hoch Ihre Gesamtkosten bei Projektabschluss sein werden. Mit etwas Vorausplanung können Sie die Baukosten jedoch unter Kontrolle halten. Hier sind die besten Möglichkeiten, beim Bau eines Hauses Geld zu sparen.
Kosten steuerlich absetzen
Über die Steuererklärung lässt sich indirekt beim Hausbau sparen. Sie können jährlich einen Betrag in Höhe von 1.200 Euro als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Zudem ist der Lohnkostenanteil von Handwerkerrechnungen absetzbar.
Welche Eigenleistungen sind möglich?
Prüfen Sie, ob Sie einige der anfallenden Arbeiten nicht selbst erledigen und dadurch Handwerkerkosten sparen können. Allerdings sollten Sie sich keinesfalls überschätzen. Darunter kann letztlich die Qualität der Arbeiten und damit die Bausubstanz leiden. Dabei kommt es nicht nur auf Ihre handwerklichen Fähigkeiten an. Sie benötigen auch Werkzeuge und Baumaschinen – und vor allem genügend Zeit.
Wertbeständigkeit und Wiederverkaufswert bedenken
Sie sollten sich klarmachen, dass nicht alle Ausstattungsmerkmale eines Hauses gleich viel wert sind. Es ist daher wichtig, nicht nur darauf zu achten, welche Features Sie gerne in Ihrem Haus haben möchten. Achten Sie überdies darauf, was sich später für Sie auszahlen könnte. Garagen, eine energieeffiziente Bauweise und attraktive Außenbereiche sind einige der Merkmale, nach denen Hauskäufer suchen.
Sparen durch die Wahl des Grundstücks
Wenn Sie sich den gewünschten Baugrund nicht leisten können, sollten Sie eventuell den Standort überdenken. Erstellen Sie eine Liste mit den Faktoren, die Sie anfangs für diese Gegend begeistert hat. Prüfen Sie, ob es in der Nähe andere, günstigere Grundstücke gibt, die dieselben Kriterien erfüllen. Überlegen Sie, ob die Verlängerung Ihres Arbeitswegs um 15 Minuten einen wesentlichen Einfluss auf die Größe des Hauses hat, das Sie sich leisten können.
Ein älteres Haus kaufen und renovieren
Statt zu bauen, können Sie sich vielleicht ein größeres Haus leisten, wenn Sie sich für den Kauf eines modernisierungsbedürftigen Hauses entscheiden. Suchen Sie nach Häusern, die sich in einem bewohnbaren Zustand befinden, die aber von einer modernen Ausstattung profitieren würden. Auf diese Weise können Sie darin wohnen, während Sie die Arbeiten nach und nach durchführen.
Simple Dachkonstruktion
Das Dach ist einer der größten Ausgabeposten in Ihrem Budget. Je einfacher das Dachsystem, desto günstiger ist es. Das preiswerteste Dach ist ein einfaches Satteldach mit einer flachen Neigung. Komplizierte Dachsysteme, sogenannte Walm- und Pultdächer mit steilerer Neigung, sind optisch vielleicht interessanter – aber dafür hinsichtlich Konstruktion und Planung auch deutlich teurer.
Wohnraum später erweitern
Wenn Sie sich den Hausbau mit der gewünschten Anzahl an Zimmern nicht leisten können, sollten Sie vielleicht zunächst kleiner planen. Später können Sie durch einen Anbau zusätzlichen Wohnraum schaffen. Für dieses Vorgehen ist natürlich ein entsprechend großes Grundstück nötig.
Wenn Sie nach Erweiterungsmöglichkeiten suchen, sollten Sie daran denken, dass nicht nur ein Anbau infrage kommt. Auch ein Dachbodenausbau oder der Umbau einer Garage können Ihnen den benötigten Platz verschaffen.
Basisausstattung für Küche und Bad
Sie können bei den Ausgaben für Küchengeräte und -ausstattung sparen: Fast alles in einer Küche kann später aufgerüstet werden, einschließlich Bodenbeläge, Geräte und Schränke.
Ähnlich wie in der Küche gibt es auch im Bad eine Vielzahl von Materialien, die später nachgerüstet werden können. Wenn Sie sich etwa eine Luxus-Badewanne im Hauptbad wünschen, diese sich jetzt aber nicht leisten können, können Sie sich zunächst für eine Wanne in der gleichen Größe des gleichen Herstellers entscheiden. Der Austausch in der Zukunft ist dann einfach möglich.
Fazit: Beim Hausbau Kosten sparen
Die Kosten für den Bau Ihres neuen Hauses hängen von den Entscheidungen ab, die Sie bei der Planung und dem Bau des Hauses treffen. Als Auftraggeber haben Sie die Möglichkeit, Ihr Budget anzupassen und zu erörtern, in welchen Bereichen Sie sparen wollen. Mit ein wenig Recherche und kosteneffizienter Planung können Sie das Traumhaus für sich und Ihre Familie bauen, ohne den Kostenrahmen zu sprengen.