Wachstum gesteigert - Rückblick 2002 / Ausblick 2003. „Die Vaillant Hepworth Gruppe hat ihr Wachstum gesteigert; Umsatz und operatives Ergebnis sind im Geschäftsjahr 2002 stärker gestiegen als im Jahr zuvor. Auch für 2003 sehen wir gute Chancen, unseren Wachstumskurs bei Umsatz und Ergebnis fortsetzen zu können“, so die Kernaussagen der Geschäftsführer Dr. Michel Brosset und Claes Göransson, anlässlich der Vorlage des Geschäftsberichts 2002 auf der Bilanz-Pressekonferenz.
Trotz anhaltender Schwächephase der Weltwirtschaft und insgesamt schwieriger Marktsituation ist der Umsatz der Vaillant Hepworth Gruppe (VH-Gruppe) 2002 um 5 Prozent (2001: 4,8 Prozent) auf 1,755 Mrd Euro gestiegen. Das um Einmaleffekte bereinigte operative Ergebnis (vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen: nachhaltiges EBITDA) erhöhte sich um 22 Prozent (2001: 5 Prozent) auf 233 Mio Euro. Zur Ergebnisverbesserung haben alle vier Geschäftsbereiche beigetragen: Heiztechnik, Baumaterialien, Haushaltsprodukte und Automotive. Positiv entwickelten sich auch Cashflow (plus 118 Mio Euro), Jahresüberschuss (plus 74 Mio Euro) und Eigenkapitalquote (plus 3 Prozentpunkte).
Heiztechnik: Umsatzwachstum gegen den Markttrend
Das schwache konjunkturelle Umfeld, insbesondere der Bauindustrie, wirkte sich auch auf die europäische Heiztechnikbranche insgesamt negativ aus. Rückgänge verzeichneten wichtige Länder wie Deutschland (zum achten Mal seit 1994), Italien und Niederlande, während sich beispielsweise Großbritannien, Spanien und Osteuropa positiv entwickelten. Die VH-Gruppe hat ihren Heiztechnik-Umsatz 2002 insgesamt um 3 Prozent auf 1,4 Mrd Euro steigern können. Zuwächse wurden insbesondere in Osteuropa, in einigen Ländern Westeuropas und – gegen den Markttrend – auch in Deutschland erzielt.
Die Fortschritte basieren vor allem auf dem Ausbau der Marktposition durch erfolgreiche Produktinnovationen. Das gilt für alle Marken. Sowohl die Paletten der 3 weltweit angebotenen Marken Vaillant, Saunier Duval und Protherm als auch Sortimente der 5 eher regional agierenden Marken Glow-worm, AWB, Bongioanni, Renova Bulex und Pensotti sind – insbesondere bei Wandheiz- und Standheizgeräten – umfassend erneuert worden. Mehr als 80 Prozent ihres Heiztechnik-Umsatzes erzielt die VH-Gruppe mit Produkten, die nicht älter sind als 3 Jahre. Bei Wandheizgeräten ist die VH-Gruppe mit einem Marktanteil von 26 Prozent weiterhin der mit Abstand führende Hersteller in Europa. In diesem vom Volumen her aber auch im Hinblick auf den Wachstumsbereich Brennwerttechnik wichtigsten Marktsegment, ist die VH-Gruppe mit einem Absatz von 1,2 Mio Geräten sogar die Nummer Eins weltweit.
Automotive, Baumaterialien und Haushaltsprodukte
Trotz der weltweiten konjunkturellen Schwächen haben sich auch die Geschäftsbereiche Baumaterialien (Hepworth Building Products/HBP, Hazlehead/Großbritannien), Haushaltsprodukte (Abru) und Automotive positiv entwickelt. Mit Wachstum in den Segmenten Entwässerungs- und Kanalsysteme sowie Rohrinstallationen konnte HBP trotz Baukrise und Währungseffekten wieder das Umsatzniveau des Vorjahres von 236 Mio Euro erreichen. Abru (Belper/Großbritannien) gelang es insbesondere im Geschäft mit Aluminiumleitern, den Umsatz von 28 auf 29 Mio Euro zu steigern. Das Automotive-Geschäft verbesserte sich angesichts der höheren, im Vaillant Komponentenwerk (Roding/Bayern) gefertigten Stückzahlen von Common-Rail-Dieselpumpen um 88 Prozent auf 90 Mio Euro.
Überproportionaler Ergebnisanstieg
Überproportional im Vergleich zum Umsatz hat sich 2002 das Ergebnis der VH-Gruppe entwickelt. Bereinigt um die insbesondere durch die Übernahme der Hepworth Gruppe bedingten Einmaleffekte hat sich das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (nEBIT) um 36 Prozent auf 137 Mio Euro verbessert. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (nEBITDA) stieg um 22 Prozent auf 233 Mio Euro.
Umsatzwachstum, Verbesserungen auf der Kostenseite wie Synergieeffekte aus dem Zusammenwachsen der Unternehmensgruppen Vaillant und Hepworth in Höhe von rund 35 Mio Euro sowie niedrigere Einmaleffekte haben zu einem Jahresüberschuss von 17 Mio Euro (plus 74 Mio Euro) geführt. Durch die positive Ertragsentwicklung und Prozessoptimierungen erhöhte sich der operative Cashflow um 118 auf 143 Mio Euro. Demzufolge konnten die Akquisitionsverbindlichkeiten um 251 Mio Euro weiter gesenkt werden. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 10 auf 13 Prozent.
Innovationsoffensive hält an
Unser mit 8 Marken in Europa führendes Wandgeräte-Angebot wurde weiter ausgebaut. Schwerpunkte im Brennwertsegment waren der mit 45 kW leistungsstärkste Vaillant ecoTEC, der gleichzeitig der mit 40 kg leichteste seiner Klasse im Markt ist, die Einführung von ecoTEC-Geräten in Osteuropa, das umfassende, in 5 sehr kompakten Varianten angebotene Glow-worm-Sortiment in Großbritannien, die aus 4 Geräten bestehende Geräte-Familie von AWB in Holland, neue Gaswandheizungen von Renova Bulex in Belgien, Saunier Duval-Neuheiten in Großbritannien und die neuen Leopard-Wandgeräte von Protherm. Außerdem wurden neue Geräte von Glow-worm und Vaillant für den nach wie vor wichtigen Open-vented-Markt in Großbritannien eingeführt.
Zunehmende Bedeutung haben neben der effizienteren Brennwerttechnik vor allem Aspekte wie höherer Warmwasser- und Bedienungskomfort und einfachere Montage. Im Heizwertsegment hat Saunier Duval die neue Thema-Linie auf weitere europäische Länder ausgeweitet. Auch im laufenden Jahr hält die Innovationsoffensive an. Ein Schwerpunkt sind die neuen Isofast, die innovativste Linie von Saunier Duval mit Fernbedienung, kabellosen Aussenfühlern und weiterem Zubehör.
Innovativ: Das gilt auch für eine Reihe neuer Standgeräte. So wurde der mit 80 bis 280 kW leistungsstärkste Kessel der VH-Gruppe – für Gewerbe und große Gebäude mit stark schwankendem Wärme- und Warmwasserbedarf – in die Märkte eingeführt. Als Kaskade können Leistungen bis 1 Megawatt erzeugt werden. Im Rahmen der neuen Kesselstrategie wurden zudem die Ölkessel-Generation iroVIT mit Warmwasserspeichern uniSTOR, Gaskleinkessel bis 60 KW von Vaillant und die äußerst wettbewerbsfähigen Lev-Kessel, die ersten Brennwert-Standgeräte von Protherm, neu entwickelt.
Darüber hinaus liegen aktuell und mittelfristig weitere Schwerpunkte auf der Verstärkung im Geräte-Angebot auf Basis erneuerbarer Energien wie Solarsysteme und Wärmepumpen sowie den unter den Stichworten System- und Serviceintelligenz vorangetriebenen Innovationen in den Bereichen Regelung, Steuerung und Sensorik.
Investitionen in die Zukunftssicherung
Die Vaillant Hepworth Gruppe investierte im Jahr 2002 über 54 (2001: 60) Mio Euro. Im Geschäftsbereich Heiztechnik betrafen die Investitionen (32 Mio Euro) vor allem Fertigungseinrichtungen für neuentwickelte Heizgeräte in Remscheid, Nantes und Belper, den Ersatz bestehender Anlagen sowie Prozessverbesserungen in Forschung und Entwicklung. Die Geschäftsbereiche Baumaterialien und Haushaltsprodukte investierten 12 Mio Euro insbesondere in Fertigungsanlagen. Mit 7 Mio Euro wurden in Roding die Montageanlagen für Common-Rail-Dieselpumpen erweitert. Investiert wurde auch in die Konzern-EDV.
Darüber hinaus wurden wieder erhebliche Mittel für Forschung und Entwicklung aufgewandt. Mit 38 Mio Euro entfiel der größte Teil auf die Heiztechnik. Schwerpunkte waren innovative Wand- und Standgeräte mit einheitlichem Bedienkonzept und neuen Reglerprogrammen, auf die Endgebraucher und Fachhandwerker übers Internet zugreifen können, sowie zunehmend Geräte auf Basis erneuerbarer Energien.
Vor allem für die Entwicklung der neuen flexiblen Installationssysteme Hep2O hat Hepworth Building Products über 2 Mio Euro aufgewandt.
Integrierte Vielfalt
In der neuen, funktional strukturierten Organisation wurde bereits die Zusammenführung der Firmengruppen Vaillant und Hepworth zu einem integrierten Unternehmen vollzogen. Inzwischen konnten erhebliche Wachstums- und Kostensynergien realisiert werden, und zwar in allen Bereichen: Produktion, Einkauf, Finanzen und Vertrieb. In einigen Ländern haben wir die Strukturen dadurch optimiert, dass wir - bei weiterhin streng getrennter Markenführung - die Geschäftsverantwortung für die jeweils angebotenen Sortimente inklusive den Verwaltungstätigkeiten (back offices) gebündelt haben.
Die Aussage, dass wir eine „Product and People Company“ sind, ist Ausdruck unserer Unternehmenskultur. In der VH-Gruppe arbeiten Menschen zahlreicher Nationalitäten. Differenziert nach Ländern sind es in Prozent: Deutschland (40), Großbritannien (27), Frankreich (10), Sonstige EU (14), Sonstige Europa (7,5) und Sonstige Welt (1,5). Die Vaillant Hepworth Gruppe beschäftigte zum Jahresende 2002 insgesamt 9.357 (2001: 9.673) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit lag der Beschäftigtenstand um 316 Mitarbeiter bzw. 3 Prozent niedriger als im Jahr zuvor.
„Old Economy“ - Spannende Branche
Die Heiztechnik ist zwar ein Teil der sogenannten Old Economy, die aktuellen und zunehmend wichtigen Einflussfaktoren zeigen aber, dass diese Branche gute Wachstumspotenziale hat. Stichworte sind: Ausbau Erdgas in vielen Regionen der Welt, steigende Bedeutung von Emissionsreduzierung und Energieeffizienz sowie volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte (z. B. höhere Komfort-Ansprüche).
In Konsequenz hat sich die VH-Gruppe unter dem Begriff „System-Intelligenz Zweitausend3“ (Geräte-Intelligenz, Service-Intelligenz, Ressourcen-Intelligenz) auf Wachstumssegmente der Branche fokussiert:- Gas-/Brennwertgeräte
- Kompakte Geräte
- Geräte auf Basis erneuerbarer Energien
- Ressourcenschonende Lösungen
- Systeme für Wohnkomfort
- Neue Märkte
Ausblick: Wachstum durch Innovationen
Unsere Vision „Wir sind der führende Anbieter intelligenter Systeme für Wohnkomfort“ verfolgen wir konsequent. Im zunehmend durch Konzentration geprägten europäischen Markt ist die Vaillant Hepworth Gruppe gut positioniert. Wir haben einen starken Fokus auf wandhängende Heizgeräte mit guten Wachstumsperspektiven und einem international ausgeglichenen Produktportfolio.
Wir setzen auf die stringente und intelligente Weiterentwicklung aller Geräte im Hinblick auf Design (geeignet für jeden Aufstellraum), Handhabung (Vereinfachter Fachhandwerker-Service und übersichtliche Bedienung für Endkunden), Kommunikation (busmodulares Regelkonzept und Internetlösungen vernetzbar) und Innovation (Brennwerttechnik, Wärmepumpen, Solar, intelligente Heiztechnik, Vaillant Systemhaus etc.).
Diese relativ kurzfristig zu realisierenden Wachstumschancen werden zukünftig ausgebaut durch visionäre Produkte auf Basis erneuerbarer Energien. Bereits aus dem Laborstadium heraus ist unsere Entwicklung der Brennstoffzellen-Heizgeräte. Nach dem erfolgreichen Feldtest mit drei Geräten in Mietshäusern und einem kleinen Gewerbebetrieb in Nordrhein-Westfalen, haben wir jetzt mit unseren Partnern einen europaweiten Feldtest gestartet, dessen Ziel es ist, die Geräte als sogenanntes virtuelles Kraftwerk vernetzt zu betreiben. Auch unsere Entwicklung eines Zeolith-Heizgeräts ist bereits gut vorangekommen. Für beide visionären Geräte sind ab 2004 erste Vorserien geplant.
Die Möglichkeit, innovative derzeitige und zukünftige Geräte als intelligente Systeme effizient, zunehmend klimaschonend und hochkomfortabel zu betreiben, zeigt, dass die Heiztechnik-Branche vor einer spannenden Zukunft steht.
Für das Jahr 2003 ist angesichts weltweit negativer Entwicklungen von einer weiterhin gedämpften Konjunktur auszugehen. Dennoch sieht die VH-Gruppe gute Chancen, den Wachstumskurs bei Umsatz und Ergebnis auch im laufenden Jahr fortsetzen zu können. Die Entwicklung der ersten 3 Monate mit einem Plus beim Umsatz von 2 Prozent auf 421 Mio Euro und einer Steigerung des Ergebnisses vor Steuern (EBT) von minus 22 auf 6 Mio Euro ist hierfür eine erste Indikation.