Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Die Gründung eines Handwerksbetriebs ist nicht so einfach wie der Kauf von Werkzeugen und das Einrichten einer Werkstatt. Viele Handwerksberufe erfordern eine berufliche Qualifikation, wie z.B. einen Meisterbrief, um professionell ausgeübt werden zu können. Besonders bei Berufen mit Risiken für die Gesundheit bei unsachgemäßer Ausführung wie z. B. Klempner-, Maurer-, Tischler-, Maler-, Stuckateur- und Friseurarbeiten, ist eine entsprechende Ausbildung wichtig und wird daher auch gefordert.
Es gibt jedoch Möglichkeiten, die es erlauben, einen lizenzierten Handwerksbetrieb ohne die erforderlichen Qualifikationen zu gründen. Setzen Sie einen Handwerksmeister als technischen Leiter ein, können Sie auch ohne Meister gründen. Alternativ kann auch eine mindestens sechsjährige Berufserfahrung, davon vier Jahre in einer leitenden Position, zur Gründung eines Handwerksbetriebs ohne Meisterbrief berechtigen. Erst wenn die Voraussetzungen geklärt sind, darf ein Handwerksbetrieb etwa eine Ölbrennwertheizung einbauen.
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Vor der Einrichtung einer eigenen Werkstatt sind einige Hürden zu meistern.
Pflicht-Mitgliedschaft in der Handwerkskammer
Alle Unternehmen, die Tätigkeiten im Sinne der Handwerksordnung ausüben, müssen unabhängig von ihrer Rechtsform Mitglied in der örtlichen Handwerkskammer sein. Dazu gehören Berufe wie Bäcker, aber keine Supermärkte, die vorgefertigten Teig backen. Daher müssen sich die Unternehmen entweder bei der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer oder bei beiden anmelden. Es ist wichtig, dass Sie sich über die Anforderungen informieren, wenn Sie ein Unternehmen gründen. Handwerksbetriebe, die eine Eintragung benötigen, sind in der Handwerksrolle aufgeführt, dem von den Kammern geführten Register der angeschlossenen Betriebe.
Unternehmen, die bei den Kammern eingetragen sind, müssen Beiträge zahlen. Diese Beiträge bestehen aus einem festen Betrag sowie einem Prozentsatz des Unternehmensgewinns. Für Kleinunternehmer, die zum ersten Mal ein Unternehmen anmelden, gelten jedoch besondere Regeln. Sie sind im ersten Jahr von der Zahlung befreit und müssen im zweiten und dritten Jahr nur die Hälfte des Festbetrags zahlen. Im vierten Jahr ist die Zahlung auf den Festbetrag begrenzt, wenn der Jahresgewinn 25.000 Euro nicht übersteigt.
Die korrekte Rechtsform auswählen
Wenn Sie ein Handwerksunternehmen gründen, müssen Sie das Gewerbe anmelden. Wenn die Handwerksordnung eine Mitgliedschaft in der Handwerkskammer vorschreibt, muss die Eintragung vor der Gewerbeanmeldung abgeschlossen sein. Einzelunternehmen sind für etwa zwei Drittel der Handwerksbetriebe eine beliebte Wahl, da sie schnell und ohne großen bürokratischen Aufwand oder finanzielle Rücklagen gegründet werden können. Allerdings ist diese Rechtsform mit einer großen Verantwortung verbunden, da die Unternehmer persönlich mit ihrem gesamten Vermögen haften, auch mit ihrem Privatvermögen.
Daher entscheiden sich immer mehr Handwerker für die Gründung einer GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung). In diesem Fall sind jedoch einige Überlegungen zu berücksichtigen. Da eine GmbH als juristische Person nicht über die notwendigen handwerklichen Qualifikationen verfügen kann, muss ein technischer Betriebsleiter ernannt werden, der über die erforderlichen Qualifikationen verfügt, z.B. einen Meisterbrief besitzt. Der Prozess der Eintragung einer GmbH in das Handelsregister und als Unternehmen ist ähnlich wie bei einer normalen GmbH.
Aufgrund der größeren Komplexität dieser Rechtsform und der Notwendigkeit, ein Stammkapital von 25.000 Euro zur Gründung der Gesellschaft einzubringen, zögern viele Handwerkerbei dieser Option. Dennoch bietet die Gründung einer GmbH mehrere Vorteile wie eine größere Sicherheit. Ziehen Sie diese Variante also bei der Entscheidung für eine Selbstständigkeit in Betracht.
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Eine Evaluierung der Finanzierungsmöglichkeiten ist im Vorfeld das A und O.
Wie kann die Existenzgründung finanziert werden?
Die Sicherung einer soliden finanziellen Grundlage ist entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Von einer erfolgreichen Unternehmensgründung profitieren nicht nur die Unternehmer, sondern auch die öffentliche Hand. Um die Gründung neuer Unternehmen zu erleichtern, bieten sowohl die Bundes- als auch die Landesregierungen verschiedene Förderprogramme an. Diese Programme umfassen Zuschüsse, günstige Darlehen und Coaching-Möglichkeiten. Das Land Berlin bietet beispielsweise einen Gründungsbonus speziell für Handwerksmeister, die sich kurz nach ihrer Meisterprüfung für den Schritt in die Selbstständigkeit entscheiden.
Die Teilnahme an Gründerwettbewerben im Handwerk ist eine weitere Möglichkeit, an Fördermittel zu kommen und die Aufmerksamkeit der Industriepartner zu gewinnen. Neben zahlreichen allgemeinen Businessplan-Wettbewerben gibt es auch prominente Wettbewerbe, die auf bestimmte Branchen zugeschnitten sind. Ein Beispiel ist der Wettbewerb "Top-Gründer im Handwerk", der Preise an Start-ups vergibt, die mindestens ein Jahr und höchstens vier Jahre lang tätig sind. Der "Seifriz-Preis" wiederum würdigt erfolgreiche Kooperationen zwischen Handwerk und Wissenschaft. Mit der passenden Finanzierung steht einer Selbstständigkeit als Heizungsinstallateur nichts mehr im Weg.
Anschaffungen und Ausstattung
Die Basisausstattung eines SHK Betriebs umfasst in der Regel die notwendigen Werkzeuge, Maschinen und Geräte für die Installation, Reparatur und Wartung von Sanitär-, Heizungs- und Klimaanlagen. Neben Rohr- und Handwerkzeuge, Pressmaschinen, Entlüftungsschlüssel und Co., sind passendes Firmenfahrzeuge unerlässlich. Die Werkstatt bzw. das Lager sollte gut organisiert sein, um den Arbeitsablauf zu optimieren und Zeit bei der Suche nach benötigten Werkzeugen zu sparen.
Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist die Sicherheit. Als SHK Betrieb ist es wichtig, in persönliche Schutzausrüstung (PSA) für Ihre Mitarbeiter zu investieren, um Unfälle und Verletzungen zu minimieren. Dazu gehören Helme, Schutzbrillen, Sicherheitsschuhe und Arbeitskleidung.
Auch bei der Verwaltung sollten Sie auf neueste Technologien setzten. Investitionen in eine SHK-Software wie Streit V.1 oder verschiedene Apps lohnen sich - diese können die Geschäftsabläufe rationalisieren und die Effizienz steigern.
Kundenakquise und Abschluss von Aufträgen
Handwerkliches Können wird von vielen Kunden als Vertrauenssache wahrgenommen. Sie neigen dazu, Fachleuten den Vorzug zu geben, mit denen sie bereits positive Erfahrungen gemacht haben. Empfehlungen von Freunden und Bekannten spielen eine entscheidende Rolle bei der Gewinnung von Kunden. Traditionelle Marketingmethoden wie Zeitungsanzeigen, Plakate und eine Online-Präsenz tragen ebenfalls dazu bei, die Aufmerksamkeit der Kunden zu gewinnen. Auch Online-Plattformen wie blauarbeit.de bringen Kunden mit qualifizierten Handwerkern zusammen.
In den letzten Jahren hat die Kundenakquise über das Internet stark an Bedeutung gewonnen. Es wird erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, was Chancen für die Generierung neuer Aufträge bietet. Angehende Unternehmer in diesem Bereich sollten über ein grundlegendes Verständnis von Geschäftsprinzipien verfügen, bevor sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Ein Mindestmaß an Geschäftssinn ist unerlässlich, um Herausforderungen im Zusammenhang mit der Unternehmensführung zu meistern und kleine Krisen zu überstehen und so einen erfolgreichen Start des Unternehmens zu gewährleisten.