Wer in diesem Jahr noch Sanierungen vornehmen möchte, kann auf eine ganze Reihe möglicher Ansätze zurückgreifen. Wir haben aktuell einmal geschaut, wo bei den meisten Menschen die aktuellen Schwerpunkte liegen und mit welchen Sanierungen man möglichst nachhaltig und zielführend den Wohnkomfort und den Wert der eigenen Immobilie steigert.
Bild: www.pixabay.com/MichaelaThiede Die eigene Immobilie sanieren - den Finanzrahmen abstecken und evaluieren
Bevor man nun anfängt einen eigenen Sanierungsplan aufzustellen und sich anschaut, welche Teile des Hauses saniert und erneuert werden müssen, sollte man sich zunächst einmal Gedanken um das mögliche Budget machen. Viele Hausbesitzer haben zu diesem Zweck bestimmte Summen angespart. Diese sind wichtig, reichen aber in der Regel nicht aus, um alle Kosten zu decken. In den meisten Fällen erfolgt eine Sanierung mittels eines Kredits. Sie können einen Kreditrechner für die Finanzierung nutzen und somit erst einmal ein grundlegendes Budget festlegen. Das bestimmt in Grundlage erst einmal die Grenzen der möglichen Sanierungen. Zusätzlich gilt es aber auch zu bedenken, dass einige Sanierungsmaßnahmen auch Einsparungen mit sich bringen. Eine neue Heizung kann beispielsweise die Heizkosten deutlich absenken. Ähnliches gilt für eine neue Dämmung oder neue Fenster oder Türen. Das bedeutet, dass sich ein Teil der Kosten im Laufe der Zeit amortisieren wird. Wenn der Kredit also monatlich um 50 Euro teurer wird als gedacht, aufgrund der Maßnahmen aber Einsparungen in Höhe von 100 Euro erzielt werden, rentiert sich die Finanzierung für Sie also dennoch deutlich.
Wichtigster Punkt: Die Heizung: Wechsel oder beibehalten?
Das Thema der Heizung ist nicht nur politisch aufgeladen, sondern oftmals auch von vielen Fake-News begleitet. Dennoch muss man auch an dieser Stelle betonen, dass bei einem Wechsel der Heizung die Wärmepumpe sich richtig lohnt. Denn diese ist nicht nur sparsam und entlastet die Umwelt, sondern bietet zudem mehr Funktionen als man denkt. Im Endeffekt ist eine Wärmepumpe nichts anderes als eine Klimaanlage. Diese kann das Haus somit nicht nur im Winter beheizen, sondern es in den Sommermonaten auch kühlen. Dafür benötigt eine solche Anlage allerdings Strom. Aus diesem Grund ist es sinnvoll zu überlegen, ob man gemeinsam mit einer Wärmepumpe auch auf Solarenergie setzt. Schließlich muss man den selbst erzeugten Strom nicht bezahlen und kann somit auch beim Heizen oder Kühlen bares Geld sparen. Wer das nicht leisten kann oder möchte, kann gegebenenfalls auf ein Balkonkraftwerk setzen, um zumindest einen Teil der Energie durch die Sonne zu beziehen. Grundsätzlich ist es allerdings immer sinnvoll, sich mit einem Fachmann für Wärmepumpen zusammenzusetzen und die individuellen Möglichkeiten zu erörtern. Dieser kann das Haus und dessen Lage abschätzen und die passenden Systeme vorschlagen.
Dachsanierung: Fotovoltaik bedenken und berechnen Wie bereits gesagt, ist es beim Einbau einer neuen Wärmepumpe sinnvoll, sich mit dem Thema der Fotovoltaik auseinanderzusetzen und dabei auch das eigene Dach zu begutachten. Wer finanziell in der Lage ist, gleich mehrere Sanierungen in Angriff zu nehmen und das eigene Dach eh erneuern muss, sollte definitiv überlegen, ob der Einstieg in die eigene Stromerzeugung nicht sinnvoll sein kann. Wichtig ist dabei immer auch die Rentabilität zu berechnen und zu schauen, ob sich diese Investition langfristig rentiert. Bei einer guten Lage des Daches und damit verbunden auch einem hohen Ertrag an Strom übers Jahr gerechnet, spart man mit der Kombination aus Fotovoltaik und Wärmepumpe enorme Summen. Zudem wird es in Zukunft auch deutlich günstigere Speichersysteme für den selbst erzeugten Strom geben, sodass man weitestgehend autark sein kann, wenn man dies möchte. Dann sind die Entwicklungen am Strompreis für einen selber nur noch von untergeordnetem Interesse.
Dämmung und Fassade - an die Belüftung denken
Neben den oben genannten Möglichkeiten gibt es bei vielen Altbauten zudem noch die Möglichkeit, das Dach und die Fassade zu dämmen. In Kombination mit modernen Fenstern und Türen können somit Kältebrücken vermieden werden, was unter anderem auch zu einem geringeren Wärmebedarf führt. Allerdings muss man an dieser Stelle auch warnen. Wer einen Altbau massiv dämmt und auch mit passenden Fenstern arbeitet, kann dafür sorgen, dass es im Innenraum zu Problemen kommt. Denn die Bausubstanz kann in einem solchen Fall reagieren und problematisch werden. Daher ist es ratsam, für eine professionelle und geregelte Zuführung von frischer Luft zu sorgen. Hier ist es wichtig, mit den entsprechenden Experten zu beraten und sich verschiedene Konzepte erstellen zu lassen. Dank der möglichen Wärmerückgewinnung bei vielen Belüftungssystemen muss dies trotzdem nicht bedeuten, dass es hier zu einem Wärmeverlust kommen muss.
Sanierungen im Innenraum: Flächenheizung und Solarthermie
Nicht alle Sanierungen sind auf den ersten Blick erkennbar und von außen sichtbar. Viele Sanierungen, auch im Innenraum einer Immobilie, können allerdings dazu beitragen, diese besser, wohnlicher und auch sparsamer zu machen. Eine Option ist hier beispielsweise die Flächenheizung. Statt normaler Heizkörper werden hier Heizrohre in den Wänden, dem Boden oder seltener, in der Decke verlegt. Der Vorteil solcher Heizungen liegt vor allem darin, dass diese mit deutlich geringeren Vorlauftemperaturen genutzt werden können. Das bedeutet unter anderem auch, dass man bei der Wärmepumpe auf günstigere Modelle setzen kann und das ganze System weniger Energie verbraucht. Man kann sich zudem überlegen, ob man vorhandene Dachfläche nutzt, um per Solarthermie warmes Wasser ins System zu bekommen und somit noch weniger Energie für dessen Erwärmung verbraucht. Die Solarthermie funktioniert natürlich im Sommer hervorragend, kann jedoch auch in den Wintermonaten einen erheblichen Unterschied ausmachen. Jedes Grad Celsius an Temperatur, welches das Wasser mehr hat durch die Solarthermie, verringert den Energiebedarf einer Wärmepumpe und jeder anderen Heizung deutlich. Zumal die Kosten für eine solche Lösung im direkten Vergleich sehr niedrig anzusetzen sind.
Fazit: Viele Sanierungen rentieren sich noch in diesem Jahr
Viele der oben genannten Sanierungen rentieren sich bereits im ersten Winter nach der Sanierung spürbar. Da es noch früh genug im Jahr ist, raten viele Experten dazu, die möglichen Sanierungen nach Möglichkeit sofort anzugehen oder zumindest mit der Planung zu beginnen. Niemand kann aktuell vorhersagen, wie kalt und hart der Winter in diesem Jahr werden wird. Ein besser gedämmtes oder moderner geheiztes Haus bietet jedoch bei allen Temperaturen Vorteile. Daher ist es sinnvoll und zielführend, zumindest mit der Planung bereits in diesem Jahr zu beginnen und einige der Sanierungsarbeiten - sofern möglich - auch in diesem Jahr noch durchzuführen. Je nach individuellem Zustand des Gebäudes kann es dabei sinnvoll und zielführend sein, die verschiedenen Arbeiten unterschiedlich stark zu gewichten. Wer eine alte Heizung im Haus hat und diese zwingend austauschen muss, sollte gegebenenfalls eine Wärmepumpe wählen und dazu Flächenheizungen installieren. Andere Dinge wie die Fotovoltaik und das Dach können dann im nächsten Jahr für mehr Entlastung sorgen.