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News vom 24.11.2023

Fachkräftemangel: fast jeder zweite Betrieb am Bau ist selbst betroffen

Unter Fachkräftemangel leidet die Baubranche nicht erst seit vorgestern. Doch mittlerweile ist es mindestens schon fünf nach zwölf: 45 Prozent der Betriebe am Bau sind selbst von Fachkräftemangel betroffen – und bei der Mehrheit von ihnen hat das direkte negative Folgen für die betriebliche Umsatzgenerierung. Doch ist die Baubranche dem Phänomen deshalb wehrlos ausgeliefert wie das Kaninchen der Schlange?

Bild: www.pixabay.com/ annawaldl
Bild: www.pixabay.com/ annawaldl

Ergebnisse der Studie „Jahresanalyse“ von BauInfoConsult zeigen auch Perspektiven für die Bauwirtschaft auf, wie sie dem Fachkräftemangel Paroli bieten kann.

Im Rahmen der BauInfoConsult-Studie „Jahresanalyse Deutschland 2023/2024“ wurden 600 Architekturbüros, Bauunternehmen, Dach-, Maler-, Trockenbau- und SHK-Handwerksbetriebe in telefonischen Interviews von den Düsseldorfer Marktforschungsspezialisten zu den Trends und Entwicklungen am Bau befragt – und unter anderem auch dazu, inwiefern sie selbst von Fachkräftemangel betroffen sind.

Fast jedem zweiten Unternehmen fehlen Fachkräfte – und dadurch oft auch Umsatz

Von den befragten verarbeitenden Unternehmen und Architekturbüros ist sage und schreibe fast jedes zweite Unternehmen selbst von Fachkräftemangel betroffen. Der Mangel an Fachkräften ist dabei vor allem generell verbreitet bzw. es fehlt insbesondere an Bewerbern mit abgeschlossener Gesellenausbildung. Das Gewerk, für das am häufigsten konkret ein Mangel an Fachkräften genannt wurde, ist das Maurerhandwerk – gefolgt von SHK-Installations- und Heizungsbau-Fachkräften und Fachkräften mit Trockenbau-Schwerpunkt.

Durch die knappe Personaldecke ist es aus Sicht von drei Vierteln der betroffenen Betriebe jedenfalls unvermeidlich, dass sie dadurch bis Ende des Jahres Einbußen bei ihrem Unternehmensumsatz in Kauf nehmen werden müssen.

Strategien gegen den Fachkräftemangel: pragmatisch und mehr schlecht als recht

Das Hinterhältige am Fachkräftemangel ist ja gerade, dass es um eine Lücke geht, die nicht gut ersetzt werden kann – wenn zu wenige Fachkräfte verfügbar sind, gibt es für die betroffenen Unternehmen ja keine Alternative dazu, als weiter nach ihnen Ausschau zu halten und sich derweil „irgendwie“ anders zu behelfen.

Ein solches „Irgendwie“ prägt auch die meistgehörten Strategiemaßnahmen der befragten Unternehmen, die selbst von Fachkräftemangel betroffen sind: Auf die Frage nach den wichtigsten Strategien im Umgang mit Fachkräftemangel blieb ihnen eigentlich nicht viel mehr übrig, als die schlichte Schlussfolgerung aus der Situation zu ziehen: nämlich die Aufträge mit dem vorhandenen Mitarbeiterstamm zu erledigen, was eben auch bedeuten kann, dass die Ausführung der Projekte länger dauern muss als eigentlich unter „personellen Idealbedingungen“ nötig wäre – oder im Extremfall können weniger Aufträge angenommen werden, wenn Neuaufträge drohen, die knappen Kapazitäten eines personell unterbesetzten Betriebs zu sprengen. 

Fazit: Viele Akteure sind gefragt, nicht zuletzt die Industrie

Für den Fachkräftemangel – ob am Bau oder in so vielen anderen Branchen – gibt es bekanntlich generelle strukturelle Ursachen wie die Verrentung der geburtenstarken Jahrgänge, die nach unten hin (also beim Fachkräftenachwuchs) kleinere Bevölkerungspyramide und den im internationalen Vergleich aus Sicht ausländischer Fachkräfte zunehmend unattraktiven Standort Deutschland.

Um diesem tiefsitzenden Problem entgegenzuwirken, versagen deshalb einfache Mittel: Gegen die generelle Entwicklung der Demografie ist, scheint’s, zumindest kein Kraut mit Sofortwirkung gewachsen. Dennoch gibt es zahlreiche Möglichkeiten für die unterschiedlichen Akteure der Gesellschaft, dem Mangel an Facharbeitskräften entgegenzuwirken. Die öffentliche Hand sollte endlich ihre Hausaufgaben machen und den Marktzugang für qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland erleichtern – nicht zuletzt durch den Abbau bürokratische Hürden. Die Unternehmen der Bauwirtschaft sollten noch mehr dafür tun, als Ausbildungsbetriebe attraktiv zu werden.

Nicht zuletzt können auch die Zulieferer der Baubranche das ihre dazu beitragen, um die Unternehmen der Bauwirtschaft in dieser fachkräftearmen Situation zu unterstützen – wie weitere Ergebnisse von BauInfoConsult nahelegen. Da wäre zum einen die Möglichkeit Produkte zu entwickeln, die mit weniger Aufwand und Fachkenntnis verbaut werden können und andererseits (bzw. in Verbindung mit dem erstgenannten Ansatz) noch mehr auf modulare und vormontierte Lösungsansätze zu setzen.

Auch mehr Automatisierung auf der Baustelle ist eine logische Folge des Mangels an Fachkräften, zu dem die Hersteller durch Forschung und Entwicklung entsprechender Produktlösungen beitragen wollen – und nicht zuletzt kann auch eine klassische Kernkompetenz der Hersteller den Betrieben wesentlich zur Hand gehen – nämlich Schulungen für Planer und Bauhandwerker, um mehr Fachkenntnis zu fördern.

Hintergrund: BauInfoConsult Jahresanalyse

Die hier vorgestellten Ergebnisse entstammen der „Jahresanalyse Deutschland 2023/2024“ von BauInfoConsult, die zweibändige umfassende Baukonjunktur- und Bautrendstudie von BauInfoConsult zu den aktuellen Entwicklungen in der Bau- und Installationsbranche in Deutschland. Auf Grundlage von eigener Marktforschung, Prognosemethodik und Desk Research werden Trends und Entwicklungen aus der Branche übersichtlich aufbereitet.

Die vollständige Jahresanalyse 2023/2024 ist zum Preis von 950 € zzgl. MwSt. von BauInfoConsult in 2 Teilbänden erhältlich und wird durch ergänzende Power BI-Dashboards auf Deutsch und Englisch digital erweitert. Die Studie berücksichtigt unter anderem die folgenden Themen:

  • Trends am Bau 2023 und 2024
  • Top-Nachfragetrends in der Bau- und Installationsbranche bis 2026
  • Lieferungen, Materialpreise und Fehlerkosten: Entwicklungstrends
  • Fachkräftemangel am Bau und die Mittel dagegen
  • Baumaterialien und Bauweisen
  • Servicetrends: Erwartungen an Hersteller & Händler
  • Bauprognose 2024 mit regionalem Ausblick
  • Baustoffbranche: Marketingtrends und Marketingbudget
  • uvm.
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