Infolge des Fachkräftemangels werden auch Produktivitätsverluste immer häufiger. So stellte eine aktuelle Stepstone-Studie im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie einen Anstieg um 16 Prozent fest – insgesamt geben also 76 Prozent aller befragten Unternehmen, unabhängig von ihrer Branche, an, die Produktivität sei durch den Fachkräftemangel gesunken.
Bild: Jehn & Peters GmbH Der Fachkräftemangel ist jedoch nur ein Teil eines komplexen Problems, wie Julian Jehn anmerkt. "Fachkräfte zu finden, ist nur der erste Schritt – danach müssen Arbeitgeber sie effektiv an sich binden", so der Recruiting-Experte für Bau-, Handwerks- und Industrieunternehmen. "Retentionsstrategien und eine gesunde Arbeitsplatzkultur sind also entscheidend." In diesem Gastbeitrag erörtert er, welche Maßnahmen Handwerksunternehmen jetzt treffen sollten, um Fachkräfte zu gewinnen und zu binden.
Mit mehr Personal den Teufelskreis der Produktivitätsverluste durchbrechen
Hat der Personalmangel erst einmal im Betrieb Einzug gehalten, stellt sich oftmals ein Teufelskreis ein: Da zu wenige Mitarbeiter vorhanden sind, um die anfallende Arbeitslast zu bewältigen, muss der Betrieb ihnen mehr abverlangen. Dies hat jedoch zur Folge, dass sie durch die stärkere Belastung anfälliger für Stress und Krankheiten werden oder sich nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen – es stehen also langfristig noch weniger Kapazitäten zur Verfügung.
Einige Firmen versuchen daher, Abhilfe zu schaffen, indem sie Aufträge ablehnen, in der Hoffnung, ihre Mitarbeiter so entlasten zu können. Dadurch büßen sie jedoch Umsätze ein, sodass es immer schwieriger wird, Neueinstellungen zu rechtfertigen. Deshalb ist es entscheidend, bei der Lösung von Produktivitätsproblemen beim Personal anzusetzen. Nur wenn genug Mitarbeiter im Betrieb vorhanden sind, kann die Produktivität wieder steigen.
Bindung durch Mehrwert – Benefits und Lohnoptimierung als Alleinstellungsmerkmale nutzen
Um Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu binden, muss ein Betrieb jedoch auch als Arbeitgeber attraktiv sein. Kurzum: Er muss seinen Mitarbeitern einen echten Mehrwert bieten und dies auch nach außen tragen. Dies lässt sich am besten mit Benefits realisieren, die staatlich gefördert oder steuerlich begünstigt werden. Ein Beispiel dafür wäre ein Gesundheitsbudget. Bis zu 1.400 Euro können Beschäftigten eingeräumt werden, um damit die neue Brille, Zahnreinigungen, Massagen oder andere gesundheitsfördernde Maßnahmen zu finanzieren.
Ebenso ist es möglich, Mitarbeiter durch Lohnoptimierung finanziell zu entlasten. Indem zusätzlich zum Gehalt steuerfreie Benefits geboten werden, kann der Betrieb bei gleichen Arbeitnehmervollkosten einen größeren Mehrwert für den einzelnen Arbeitnehmer schaffen. Dies lässt sich ergänzen mit einer betrieblichen Altersvorsorge – einem Vorteil, der bislang 60 Prozent der Beschäftigten verwehrt bleibt, da viele Firmen ihn nicht anbieten.
Digitalisierung schafft effizientere Abläufe und bessere Mitarbeiterbindung
Zusätzlich zu diesen Benefits sollten allerdings auch Schritte ergriffen werden, um das Personal bei der Arbeit zu entlasten. Digitalisierte Arbeitsprozesse spielen dabei eine tragende Rolle. So ist es möglich, durch Automatisierung und digitale Systeme Zeit zu sparen und Probleme im Keim zu ersticken – zum Beispiel, indem Bauprojekte am Computer simuliert werden, um Planungsfehler zu vermeiden. Oder aber, indem einfache, manuelle und sich wiederholende Aufgaben durch Automatisierungen abgelöst werden. Ebenso könnten neue Mitarbeiter wesentlich schneller eingearbeitet und effizienter betreut werden, wenn ihnen eine digitale Schulungsplattform und Wissensbasis zur Verfügung steht.
Da viele Firmen die Digitalisierung nach wie vor vernachlässigen, stellt diese somit einen wichtigen Bindungsfaktor dar. Können Mitarbeiter ihr Arbeitspensum frustfrei und zeitsparend erfüllen, kommt im Betrieb weniger Stress auf. Dies führt nicht nur unmittelbar zu höherer Produktivität, sondern darüber hinaus zu einem besseren Betriebsklima und somit einer stärkeren Mitarbeiterbindung.
Über Julian Jehn:
Julian Jehn und Johann Peters sind die Gründer und Geschäftsführer der Jehn & Peters GmbH. Als Recruiting-Experten für Bau-, Handwerks- und Industrieunternehmen unterstützen sie ihre Kunden bereits seit vielen Jahren dabei, zuverlässig und vor allem langfristig Mitarbeiter zu gewinnen, die genau in das entsprechende Unternehmen passen. Dabei setzen sie nicht nur auf Social-Media-Recruiting, sondern sorgen mit einem Strategie-Mix aus Schulungssystemen, Vorsorgemodellen und Videoproduktionen dafür, dass ihre Kunden wieder deutlich mehr Bewerbungen geeigneter Kandidaten aus ihrer Region erhalten. Weitere Informationen unter https://jehn-peters.de/