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News vom 01.08.2000

Keine Aufweichung


Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Handwerk haben sich übereinstimmend für den Erhalt des Meisterbriefs als Voraussetzung für die Führung von selbstständigen Betrieben und die qualifizierte Ausbildung von Lehrlingen ausgesprochen. Auf einer Arbeitstagung in Düsseldorf sprachen sich die Arbeitnehmer-Vizepräsidenten in Düsseldorf gegen eine Aufweichung des Meisterprinzips in der Handwerksordnung aus. Ein solches Vorhaben ginge zu Lasten der über sechs Millionen sicheren Arbeitsplätze und über 600.000 Ausbildungsplätze im Handwerk. „Schon jetzt führt die Verunsicherung zu rückläufigen Existenzgründungen", sagte das Vorstandsmitglied des Deutschen Handwerkskammertages (DHKT) und Arbeitnehmer-Vizepräsident, Heidulf Masztalerz, vor der Presse am 28. April. Die hohe Qualität der Aus- und Weiterbildung von Gesellen und Meistern stehe auf dem Spiel und das in einer Zeit, in der das Handwerk einen Zuwachs an qualifizierten Fachkräften brauche.
Im Handwerk habe – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen - die Modernisierung der Aus- und Weiterbildung auf der Basis des bewährten dualen Systems der beruflichen Bildung höchste Priorität. Das unterstrich der Geschäftsführer des DHKT, Wolf-Hermann Böcker. „Wenn im vergangenen Jahr wieder über 217.000 Ausbildungsplätze im Handwerk neu abgeschlossen wurden, dann ist das eine Investition in die Zukunft des Handwerks und unseres Gemeinwesens. Mit einer Gesamtzahl von 616.870 Lehrlingen 1999 bildet das Handwerk über 36 Prozent aller 1,7 Millionen Auszubildende aus", so Böcker. Über 7.000 neue Ausbildungsbetriebe konnten im vergangenen Jahr gewonnen werden. Mit der Schaffung neuer Ausbildungsordnungen und der dynamischen Anpassung bestehender Ausbildungsordnungen an die Veränderungen des Marktes will das Handwerk die Qualität seiner Ausbildungsleistungen auch für die Zukunft sichern und die Vielfalt der Wirtschafts- und
Gesellschaftsgruppe Handwerk durch die Einführung neuer Berufe weiter ausbauen. Gleichzeitig werde auch im Weiterbildungsbereich das Meisterprüfungswesen reformiert.
Die Pflichtmitgliedschaft der Betriebe in den Handwerksorganisationen stehe für die Arbeitnehmer außer Frage, betonte Arbeitnehmer-Vizepräsident Masztalerz. „Die wirtschaftliche Selbstverwaltung im Handwerk unter Mitbestimmung der Arbeitnehmer ist effektiv und hat sich bewährt. Sie ist ein erfolgversprechendes Modell für das 21. Jahrhundert", hob auch Hansheinz Hauser, Präsident der gastbebenden Handwerkskammer Düsseldorf, hervor.
Im Rahmen der anschließenden Arbeitstagung der Arbeitnehmersprecher des deutschen Handwerks zu diesem Thema unterstrich IG-Bau-Vorstand Dr. Peter John, das „Kooperationsmodell Handwerk" sei "kein Auslaufmodell" , sondern
„wegweisend für das Zusammenwirken von Betriebsinhabern und Arbeitnehmern". Ein enger Zusammenhalt sei angesichts der „Gefahren für die Verfasstheit des Handwerks aus Europa" auch notwendig, unterstrich Landesminister a.D. Friedhelm Farthmann in seinem Vortrag. Eine „Kompetenzentwicklung zu einer verstärkten Anwendung neuer Techniken“ bezeichnete der Arbeitsökonom Prof. Dr. Erich Staudt als Haupt-Herausforderung für die Arbeitnehmervertretung im Handwerk.

(aus „Sanitär & Heizungs REPORT, Das SHK-Magazin“, Ausgabe Juni 2000)
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