KfW Mittelstandsbeobachtung. Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland haben auch im zweiten Quartal 2003 unter der schwachen Konjunktur gelitten. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) untersucht regelmäßig die wirtschaftliche Lage kleiner und mittlerer Unternehmen mit maximal 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz bis zu 50 Millionen Euro und berichtete am Dienstag, die Situation der Betriebe hab sich weiter verschlechtert. Dennoch zeigten sich auch "erste Besserungstendenzen".
So sei der Indexwert des KfW-Indikators Mittelstandskonjunktur gegenüber dem Vorquartal um 1,3 Zähler gesunken und notiere bei 95,7 Punkten. Damit sei er «nunmehr in etwa so niedrig wie im ersten Halbjahr 1994, als der Mittelstand noch die Spätfolgen der tiefen Rezession des Jahres 1993 zu verdauen hatte», erklärte die Bank. Nur im letzten Quartal 1996 habe der Indikator mit 94,6 Punkten einen noch niedrigeren Quartalswert ausgewiesen.
Der schwache Gesamtindikator verdeckt laut KfW jedoch auch erste Besserungstendenzen im Branchenvergleich. "So konnten sowohl das Verarbeitende Gewerbe (plus 1,8 Indexpunkte) als auch der Bausektor (plus 1,3 Indexpunkte) gegenüber dem Vorquartal zulegen." Diese Zugewinne reichten allerdings nicht aus, um den erneuten Rückgang bei den Dienstleistern (minus 1,3 Indexpunkte) sowie den kräftigen Einbruch im Handel (minus 5,9 Indexpunkte) zu kompensieren.
"Auch wenn man einen einzelnen Indikatorwert sicherlich nicht überinterpretieren darf: Die zaghaft einsetzende Erholung im konjunkturell wichtigen verarbeitenden Gewerbe ist immerhin ein erstes Zeichen, dass die dunkelsten Wolken am Konjunkturhimmel bald vorüber gezogen sein könnten", sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch.
Umso wichtiger sei es, jetzt die internen Wachstumskräfte der deutschen Volkswirtschaft zu stärken und der Konjunktur gleichzeitig weiter auf die Sprünge zu helfen. "Das Vorziehen der ursprünglich erst für 2005 geplanten Steuerentlastungen sowie die rasche und konsequente Umsetzung der Agenda 2010 sind hierzu ein notwendiger Schritt", sagte Irsch.
* Dem Indikator liegen die Angaben KfW-geförderter Unternehmen mit höchstens 500 Beschäftigten und maximal 50 Mio EUR Jahresumsatz über ihr zentrales Investitionsmotiv zu Grunde. Ein zunehmender Anteil von Unternehmen, die Geschäftsausweitungen planen, wird, ebenso wie ein rückläufiger Rationalisiereranteil, als positives Konjunktursignal gewertet. Die Antworten werden mit dem Umsatz der in dem Bezugsquartal geförderten Investoren gewichtet sowie, unter Zugrundelegung fixer Branchen- und Regionengewichte, in einen Index [2000=100] überführt. Berechnet wird der Indikator für drei regionale (Deutschland, West, Ost einschließlich Berlin) und vier sektorale (Verarbeitendes Gewerbe, Bau, Handel, Dienstleister) Segmente.