Kaum ein Bereich ist in solch hohem Maße vom Fachkräftemangel betroffen wie das Handwerk. Dabei sind qualifizierte Experten mit handwerklich-technischem Know-how entscheidend, um der Gesellschaft den Weg in die Zukunft zu ebnen. Doch in vielen Betrieben bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Dabei können Betriebe auch selbst aktiv werden, um dies zu ändern und das Handwerk für den Nachwuchs wieder attraktiv zu machen.
Adrian und Oliver Bauer
Bild: ProjektBauer Denn einige der Gründe für das negative Image des Handwerks sind auch in veralteten Strukturen und einem schlechten Arbeitsklima in Betrieben zu finden. Hier liegt es an den Unternehmen, kritisch auf die eigene Situation zu schauen und geeignete Lösungsansätze für die Beseitigung des Fachkräftemangels zu finden. Nur wenn es gelingt, die Bedürfnisse der jungen Menschen zu erkennen und sie zu respektieren, ist es möglich, handwerkliche Berufe wieder attraktiv zu machen.
Der Fachkräftemangel im Handwerk - auch ein hausgemachtes Problem
Es gibt eine Menge Ursachen, warum zu wenig Nachwuchs im Handwerk nachrückt. Viele ältere Experten erreichen nach und nach das Rentenalter, ihnen steht jedoch eine sinkende Anzahl junger Menschen gegenüber. Und auch der Wandel des gesellschaftlichen Ansehens hat dafür gesorgt, dass sich immer weniger Bewerber nach der Schule für eine Laufbahn im Handwerk entscheiden. Viele versprechen sich bessere Karrierechancen von einer akademischen Laufbahn - eine Entwicklung, die zum Teil auch von den Eltern unterstützt wird. Dadurch entscheiden sich oftmals auch Menschen für ein Studium, die im Hinblick auf ihre Interessen, Talente und Stärken deutlich besser ins Handwerk passen würden.
Dabei bieten handwerkliche Ausbildungen exzellente Zukunftsperspektiven, denn Spezialisten in diesem Bereich sind gefragt wie nie.
Auch die Gehaltsaussichten haben sich stark verbessert. Alleine in den vergangenen fünf Jahren sind handwerkliche Gehälter um 20 bis 30 Prozent gestiegen - Tendenz weiter steigend. Viele Schulabgänger sind sich dieser Tatsache jedoch nicht bewusst. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Work-Life-Balance. Viele Firmen haben hier noch Nachholbedarf, doch einige Arbeitgeber haben die Zeichen der Zeit erkannt und entwickeln Angebote, mit denen sie Bewerber gewinnen, zum Beispiel eine Vier-Tage-Woche oder die Option, mehr als sechs Wochen bezahlten Urlaub zu erhalten.
Employer Branding für die Gewinnung von Talenten
All diese Ansätze sind sinnvoll und bilden einen guten Weg, um die Fachkräftesicherung voranzutreiben und geeignete Kandidaten zu überzeugen. Wenn Schulabgänger einen attraktiven Weg ins Berufsleben aufgezeigt bekommen, sind sie auch willens, sich dem Handwerk zuzuwenden. Damit dies auch direkt in die Gesellschaft transportiert wird, kommt es auf eine gute Kommunikation an. Das Schaffen attraktiver Arbeitsbedingungen ist das eine - das andere ist es, diese Entwicklungen auch öffentlich und wahrnehmbar zu machen. Auf diese Weise gelingt es, die Zielgruppe zu erreichen und ins Handwerk zu holen.
Hierbei bieten die sozialen Medien vielfältige und hervorragende Möglichkeiten, um zu zeigen, wie eine handwerkliche Ausbildung in einem Unternehmen abläuft. Ein authentischer und transparenter Einblick über Text-, Bild- oder Videobeiträge auf Social-Media-Plattformen wie LinkedIn, TikTok und Co. erreicht junge Menschen über die Kanäle, auf denen sie einen Großteil ihrer Zeit verbringen. Dadurch positionieren sich Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber und erreichen deutlich mehr potenzielle Bewerber als über klassische Stellenanzeigen.
Über Adrian und Oliver Bauer:
Adrian und Oliver Bauer sind die Geschäftsführer der ProjektBauer GmbH. Sie sind selbst ausgebildete Handwerker mit jahrelanger Erfahrung und kennen die Herausforderungen der Branche genau. Gemeinsam mit ihrem Team unterstützen sie die Betriebe rund um Themen wie Marktpositionierung, externe Kommunikation, Webseitengestaltung, Prozessoptimierung, Verkaufsgespräche und Akquise-Maßnahmen. Mehr Informationen unter: https://www.projektbauer.ch/