Wer langfristig Geld sparen und gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt tun möchte, kann das hauseigene Heizungssystem relativ einfach mit einer Solarthermieanlage nachrüsten. Hierbei gibt es allerdings so einiges zu beachten, nicht zuletzt da dieses Vorhaben zum einen mit einem relativ hohen Anschaffungspreis verbunden und zum anderen an gewisse bauliche Voraussetzungen geknüpft ist.
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Wie müssen beispielsweise die Solarkollektoren ausgerichtet werden? Welche Größe sollte der Warmwasserspeicher optimalerweise haben? Und welche Heizanlagen lassen sich überhaupt mit Solarthermie nachrüsten?
Solaranlagen sind derzeit in aller Munde: Sei es in Form von normalen Sonnenkollektoren für die reine Stromerzeugung, als praktisches Balkonkraftwerk oder auch als Solarthermieanlage zur Warmwasseraufbereitung und zur Unterstützung von konventionellen Heizungen. Gerade Letzteres wird immer beliebter, da sich diese Anlagen in der Regel relativ einfach nachrüsten lassen und auf lange Sicht eine dauerhafte Kostenersparnis versprechen. Allerdings gibt es einige wichtige Faktoren zu beachten, bevor man sich für die Installation einer solchen Solarthermieanlage entscheidet.
Solarthermie: Was ist das und wofür kann ich es nutzen?
Eine Solarthermieanlage dient hauptsächlich zur Warmwasseraufbereitung und zur Heizungsunterstützung. Dazu wandeln die Solarkollektoren die Sonneneinstrahlung in nutzbare Wärme um, die dann entweder zum Erhitzen des Brauchwassers (über einen Warmwasserspeicher) oder zur nachhaltigen Unterstützung der Heizanlage verwendet werden kann, indem die Restwärme mithilfe eines Wärmetauschers in den Heizkreislauf eingespeist wird. Gut zu wissen: Während der Sommermonate kann eine Solarthermieanlage in der Regel 100 Prozent des Warmwasserbedarfs einer vierköpfigen Familie und rund 20 Prozent des Gesamtwärmebedarfs decken.
Solarthermie nachrüsten: Alles Wissenswerte zu den Voraussetzungen
Wer bei sich im Eigenheim die Solarthermie nachrüsten möchte, sollte sich vorab mit den baulichen Voraussetzungen beschäftigen – nicht zuletzt da sich nicht jede Dachfläche automatisch für die Installation der benötigten Solarpanels eignet. Zum einen sollte das Dach nach Süden oder Südwesten hin ausgerichtet sein, um eine möglichst hohe Energieeffizienz garantieren zu können. Zudem empfiehlt sich eine freie und unverschattete Dachfläche von mindestens drei bis acht Quadratmetern (je nach Nutzung und Größe des Haushalts). Hierbei gilt grundsätzlich: Pro Person sollte eine Kollektorfläche von rund einem bis anderthalb Quadratmetern zur Verfügung stehen.
Zum anderen spielt aber auch der Neigungswinkel des Daches eine wichtige Rolle: Für die reine Warmwasseraufbereitung reicht im Normalfall eine Dachneigung von 30 bis 50 Grad, während zur Unterstützung der Heizanlage eine circa 45 bis 60 Grad starke Neigung empfohlen wird. Gut zu wissen: Während ein geringerer Neigungswinkel die Energiegewinnung in den Sommermonaten aufgrund des Sonnenstandes begünstigt, steigen die Erträge im Winter vor allem bei deutlich steileren Winkeln. Bei Flachdächern oder bei der Installation auf freien Flächen, bieten sich hingegen sogenannte Aufständerungen (angeschrägte Unterkonstruktionen) an, mit denen sich die Photovoltaikpanels ganz einfach in die gewünschte Position bringen lassen.
Welche Heizanlagen können mit Solarthermie nachgerüstet werden?
Praktischerweise lassen sich fast alle gängigen Heizungsanlagen in Privathaushalten mit Solarthermie nachrüsten. Dazu gehören die klassische Gasheizung, klimaneutrale Pelletheizungen, kleine Blockheizkraftwerke, Ölheizungen und auch die Wärmepumpe. Sollte die Öl- beziehungsweise Gasheizung jedoch bereits schon über 30 Jahre alt sein, lohnt sich die Nachrüstung gemäß des Gebäudeenergiegesetzes (kurz GEG) nicht mehr. In diesem speziellen Fall empfiehlt sich der Austausch der alten Anlage gegen eine neue und deutlich umweltschonendere Gas-Solar-Hybridheizung, die je nach Größe mit bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten vom deutschen Staat gefördert wird.
Mit welchen Kosten muss man rechnen?
Die Kosten für eine Solarthermieanlage hängen vor allem von der gewünschten Nutzung ab. Sollte die Anlage beispielsweise nur zur Warmwassererzeugung verwendet werden, muss man mit Anschaffungskosten von etwa 3.500 bis 5.000 Euro rechnen (inklusive Solarkollektoren, Warmwasserspeicher und Wärmetauscher). Wenn die Solarthermieanlage hingegen auch zur Heizungsunterstützung genutzt werden soll, kann sich der Preis relativ schnell auf 8.000 bis 10.000 Euro erhöhen, da unter anderem auch Pufferspeicher und spezielle Pumpen benötigt werden, um damit das durch die Sonnenkraft erhitzte Warmwasser in den Heizkreislauf einbringen zu können.
Gut zu wissen: Die Anschaffungs- und Installationskosten mögen auf den ersten Blick zwar relativ hoch erscheinen – auch im Vergleich zu der potentiellen Kostenersparnis von 20 Prozent bei der reinen Heizunterstützung respektive 50 Prozent bei der Warmwasseraufbereitung – allerdings können diese Kosten dank staatlichen Fördermitteln zum Teil deutlich reduziert werden. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert beispielsweise bis zu 30 Prozent der Kosten für neue Solarthermieanlagen, sofern die betreffenden Kollektoren mit dem sogenannten Solar-Keymark-Siegel gekennzeichnet sind. Darüber hinaus bietet mittlerweile aber auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) spezielle und meist sehr zinsgünstige Darlehen an, um Privatpersonen die Nachrüstung einer Solarthermieanlage zu ermöglichen.