
Mehr als ein halbes Jahr ist die novellierte Trinkwasserverordnung (TrinkWVO) jetzt in Kraft. Neben teils strengeren Grenzwerten, beispielsweise für die Kupfer-Konzentration im Trinkwasser, sieht sie unter anderem schärfere Kontrollen durch die Gesundheitsämter vor. So sollen mikrobiologische Untersuchungen an den Trinkwasserzapfstellen in öffentlich genutzten Einrichtungen wie beispielsweise Hotels, Gaststätten, Schulen und Kindergärten die einwandfreie Qualität des Lebensmittels Nummer eins überprüfen. Experten zufolge besteht hier allerdings noch Handlungsbedarf.
Hygienisches Gefahrenpotenzial Deutliche Worte findet Dr. Klaus Peter Lörcher, der Präsident des Deutschen Verbandes Unabhängiger Prüflaboratorien: "Derartige regelmäßige mikrobiologischen Hygieneuntersuchungen sind längst überfällig. Wir sind verwundert, mit welcher Gelassenheit viele Gesundheitsämter hier ihre Verantwortung ignorieren." Gerade in älteren Leitungen könne ihm zufolge ein erhebliches hygienisches Gefahrenpotenzial liegen. Länder und Kommunen will der Präsident des DVGW, Senator E.h. Helmut Haumann in die Pflicht nehmen. Er appellierte an sie, "( ...) die Gesundheitsämter materiell und personell zur Erfüllung der neuen Anforderungen zu unterstützen."
Auf das Rohrmaterial achten Auch wenn die Gesundheitsämter die Kontrollen heute noch nicht flächendeckend durchführen: Für Fachhandwerks- und Fachplanungsbetriebe empfiehlt es sich, in der Trinkwasserverteilung nur solche Materialien zu verwenden, die die von der TrinkWV0 geforderte Trinkwasserqualität nicht beeinträchtigen - schließlich sind einige Rohrmaterialien nicht für jedes Wasser geeignet.
Problemlos einsetzbar sind laut Jörg Hansen, Abteilungsleiter Normung/Zulassung bei der Hewing GmbH Pro Aqua, physikalisch vernetzte Polyethylenrohre (PE-Xc-Rohre) und MT-Verbundrohre: "Diese Rohrtypen sind für alle Wässer - also auch bei schwankenden pH-Werten - bestens geeignet. Hier zeigt sich eines der Hauptargumente für Kunststoffrohre: Sie können nicht korrodieren. Probleme wie Lochfraß oder Spannungsrisskorrosion treten nicht auf. Damit sind sie unabhängig von der Wasserbeschaffenheit und ihrer zukünftigen Entwicklung in allen Gebieten Deutschlands einsetzbar."
Ein weiteres Argument von Jörg Hansen bezieht sich auf Installationen im Rahmen von Renovationsarbeiten, bei denen meist neues Rohrmaterial mit bestehenden Rohrnetzen zu kombinieren ist: "Kommen hier Metallrohre zum Einsatz, ist die "Fließregel" zu beachten. Sie legt für diese Rohrtypen fest, in welcher Reihenfolge sie in Fließrichtung hintereinander installiert werden dürfen. Für PE-Xc-Rohre und MT-Verbundrohre spielt die "Fließregel" dagegen keine Rolle, da das Trinkwasser nur mit dem PE-Xc-Material in Berührung kommt." Erhältlich sind die PE-Xc-Rohre und MT-Verbundrohre im Rahmen von Komplettsystemen bekannter Systemanbieter für die Trinkwasserinstallation.