
BERLIN. Einer Verlängerung der Abschreibungsfristen für Anlagegüter (AfA) um durchschnittlich 20 Prozent haben die Finanzminister der Länder am Donnerstag auf ihrer Konferenz in Berlin mehrheitlich zugestimmt. Die Nutzungsdauer von Personalcomputern und Arbeitsplatzrechnern soll dagegen auf drei Jahre verkürzt werden. Gegen die Korrektur der AfA-Tabellen, die zu Steuermehreinnahmen von 3,5 Milliarden DM führen soll, haben die Minister der unionsregierten Länder gestimmt. Sie befürchten, dass die Änderung zu einem noch höheren Steueraufkommen führen könnte. Noch niemand habe bisher überzeugend dargelegt, dass die neuen Tabellen zu einer „Punktlandung" bei 3,5 Milliarden DM - die Bundeskanzler Gerhard Schröder der Wirtschaft als Obergrenze zugesichert hat führen werden, hieß es in Kreisen der Unionsländer. Die Wirtschaftsverbände sollen zum Entwurf für die Tabellen noch angehört werden; zumindest die Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter soll aber schon zum 1. Januar 2001 in Kraft treten, da sie Bestandteil der Gegenfinanzierung für die Senkung der Steuersätze ist, die die rot-grüne Koalition in ihrer großen Steuerreform vor der Sommerpause beschlossen hat. Die Änderung der Branchentabellen könne dagegen noch etwas länger dauern, sagte der Sprecher des Bundesfinanzministers.
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