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News vom 09.11.2000

Der Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) sieht für die Bauwirtschaft wenig Hoffnungsze


Im Jahr 2001 bestenfalls Stabilisierung / Der Baugewerbetag in Berlin fordert bessere Rahmenbedingungen

Die Bauwirtschaft bleibt noch immer deutlich hinter der allgemeinen Konjunktur zurück. Entgegen bisherigen Erwartungen werden die Bauinvestitionen in Deutschland im laufenden Jahr nicht zunehmen, sondern voraussichtlich um ein Prozent zurückgehen. Diese Einschätzung hat jetzt auf dem Deutschen Baugewerbetag in Berlin der neugewählte Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Arndt Frauenrath, vertreten.

In Westdeutschland werde es bestenfalls zu einer Stabilisierung kommen. In den neuen Bundesländern werde der Rückgang voraussichtlich mit etwa 3 Prozent stärker als bisher prognostiziert ausfallen. Maßgeblich für diese Entwicklung ist nach Frauenraths Meinung die rückläufige Entwicklung im Wohnungsbau und im öffentlichen Bau. Im Wirtschaftsbau liege die Zunahme der Bauinvestitionen mit weniger als einem Prozent erheblich unter dem für 2000 erwarteten Wachstum von 1,5 bis 2 Prozent.

Die Baunachfrage ist nach den Angaben von Frauenrath in allen Sparten deutlich schwächer als vor einem Jahr gewesen. Das habe zu einem spürbaren Rückgang der Beschäftigtenzahl geführt. Mit wenig mehr als einer Million Mitarbeitern sind Ende August fast eine halbe Million weniger Personen im Bauhauptgewerbe tätig gewesen als zur Mitte des Jahrzehnts. Auch in der Einschätzung für das kommende Jahr zeigt sich Frauenrath zurückhaltend: Die Bauinvestitionen würden 2001 bestenfalls minimal zunehmen. Dabei werde angenommen, daß ein nochmaliger Rückgang im Wohnungsbau von Zuwächsen im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau ausgeglichen werden könne. Während in Westdeutschland ein leichter Anstieg erwartet werden könne, werde sich demgegenüber der Rückgang in Ostdeutschland nochmals fortsetzen.

Bei einem „nach wie vor unzureichenden Preisniveau" sieht Frauenrath die Ertragslage der Unternehmen unverändert düster. Entsprechend läge die Zahl der Insolvenzen in der Bauwirtschaft weiterhin überdurchschnittlich hoch. Um die wirtschaftliche Lage der Bauunternehmen zu verbessern, forderte Frauenrath eine stetige Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand und stabile Rahmenbedingungen. Von dem von der Bundesregierung beschlossenen Zukunftsinvestitionsprogramm mit einem Volumen von 10 Milliarden DM könnten erhebliche Impulse für die Bauwirtschaft" erwartet werden. Dabei sei die Altbausanierung von besonderer Bedeutung. Frauenrath forderte zusätzliche steuerliche Anreize für Modernisierungsmaßnahmen, weil zwei Drittel aller Wohnungen sanierungsbedürftig seien. Für eine wirksame Wiederbelebung der Städtebauförderung forderte Frauenrath außerdem jährlich mindestens 500 Millionen DM an Bundesmitteln.

Der Einbruch der Bauinvestitionen im Wohnungsbau sei auch auf die ungünstigen Rahmenbedingungen zurückzuführen: Es lohne sich nicht, in Immobilien zu investieren. Die Diskussion um die Einbeziehung von Immobilien in die Förderung der privaten Altersvorsorge habe zu einer abwartenden Haltung der Investoren geführt. Der ZDB fordere, Investitionen in die eigenen vier Wände in jedem Fall als private Altersvorsorge anzuerkennen.

Der neue ZDB-Präsident hat sich in Berlin nachdrücklich für eine stärkere Bekämpfung illegaler Beschäftigung eingesetzt. Der Verband fordere einen Steuereinbehalt auf Basis eines gesetzlichen Pflichtabzugsverfahrens für Lohnsteuer, Umsatzsteuer und Ertragsteuer. Gleichzeitig müssten die Kontrollen auf den Baustellen deutlich verschärft werden.
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