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News vom 13.11.2025

Reform des Gebäudeenergiegesetzes: Gas- und Wasserstoffwirtschaft fordert echte Technologieoffenheit

Das aktuelle Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat sein Ziel verfehlt. Statt spürbarer Fortschritte in der Wärmewende führt das Gesetz zu einer Rezession im Markt: Statt der 1,2 Millionen Installationen, die nötig wären, um die Wärmewende auf Kurs zu halten, erwartet die Branche in diesem Jahr lediglich rund 650.000 neue Heizungen. Der Verband Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft schlägt in einem Eckpunktepapier fünf Punkte vor, mit denen die Wärmewende wieder Fahrt aufnehmen soll.

Bild: DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e.V.
Bild: DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e.V.

Mit einem Eckpunktepapier "Fünf Ansätze für ein Gebäudeenergiegesetz 3.0" will Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft Bewegung in die stockende Wärmewende bringen. "Nach bald zwei Jahren GEG wird klar: Das Gesetz bremst die Wärmewende, anstatt sie zu beschleunigen", sagt Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft. "Das aktuelle GEG hat den Heizungsmarkt in die Krise gestürzt und Modernisierer verunsichert. Unsere fünf Thesen zeigen, wie die Wärmewende wieder Fahrt aufnehmen kann. Wir müssen den CO2-Fußabdruck des Gebäudes in den Mittelpunkt stellen, statt uns auf starre Quoten zu fixieren. Sanierungen, Effizienzsteigerungen und erneuerbare Energien müssen gemeinsam gewertet werden, damit Klimaschutz bezahlbar bleibt", so Kehler weiter.

Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft hat fünf Ansätze erarbeitet, um die derzeitige Blockade der Wärmewende zu lösen. Statt auf starre Quoten zu setzen, müsse der Rechtsrahmen konsequent auf die tatsächliche CO2-Einsparung unter Berücksichtigung der Gesamtbilanz des Gebäudes abzielen. Hierfür wird ein Erneuerbaren-Äquivalenzansatz vorgeschlagen. Denn nur durch eine ganzheitliche Modernisierung, die auch die Gebäudehülle, moderne Heiztechnik neben dem Einsatz erneuerbarer Energien berücksichtigt, werde der COâ''-Fußabdruck wirklich verringert.

Zugleich müsse die Gesetzgebung echte Technologieoffenheit herstellen. Mit Hybridheizungen, bei denen eine kompakte Wärmepumpe die bestehende Gasheizung ergänzt, könnten nachweislich bis zu 70 Prozent Emissionen eingespart werden. Ebenso würden Heizlösungen, die auf Biomethan, synthetischem Methan oder Wasserstoff basieren, weitgehend ausgeschlossen. Eine technologieoffene Wärmewende müsse daher Übergangsregelungen für alle klimafreundlichen Energieträger schaffen, um auch deren Markthochlauf zu ermöglichen.

Für Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft ist echte Technologieneutralität das Kernanliegen. "Das jetzige Gesetz bevorzugt zwei Pfade - Wärmenetze und Wärmepumpen - und benachteiligt grüne Moleküle wie Biomethan und Wasserstoff. Wir brauchen ein Level-Playing-Field, auf dem alle klimafreundlichen Lösungen konkurrieren können. Und dafür brauchen wir auch in Zukunft Gasnetze. Nur so entstehen passende und bezahlbare Heizlösungen für Altbauten ebenso wie für Neubauten", betont Kehler. Der Verband fordert daher Übergangsregelungen für die Einführung von grünem Methan und Entwicklungsperspektiven für die Gasnetze sowie eine Grüngasquote, um den Markt für grünes Methan und Wasserstoff zu öffnen und den Hochlauf dieser Energieträger nicht länger zu blockieren.

Zugleich müsse die einseitige Pflichtberatung wegfallen. "Wer sich heute für eine Gasheizung entscheidet, wird zur Beratung verpflichtet - bei Fernwärme oder einer Wärmepumpe nicht. Das ist nicht objektiv. Hauseigentümer müssen über alle Kostenbestandteile und Risiken informiert werden können. Nur dann können sie die für sie passende Technologie wählen", so Kehler weiter.

Mit dem Eckpunktepapier ruft der Verband die Bundesregierung auf, bei der anstehenden Novellierung des GEG einen Paradigmenwechsel einzuleiten. "Ein GEG 3.0 darf nicht wieder Verunsicherung und Markthemmnisse schaffen. Es muss den COâ''-Fußabdruck des Gebäudes in den Mittelpunkt rücken, echte Technologieneutralität herstellen und den Markthochlauf grüner Gase ermöglichen. Nur wenn Bürgerinnen und Bürger wieder Vertrauen fassen, wird die Wärmewende zum Erfolg", fasst Kehler zusammen.

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