Im Rahmen der Arnsberger Wasserwochen boten Volkshochschule und Energieberatung der Verbraucher-Zentrale Arnsberg ein Podium "Regenwassernutzung pro & contra". Moderiert von Dr. Johannes Spruth, Energieberater der Verbraucher-Zentrale in Arnsberg einigten sich letztlich nach spannender Diskussion die Experten: "Mit einer handwerklich gut gebauten Anlage, die dem Stand der Technik entspricht ergibt sich eine Umweltentlastung."
Deutschland und Mitteleuropa ist zwar keineswegs Wassermangelgebiet, aber Herr Neumann, Leiter der unteren Wasserbehörde des HSK hält Wassersparen - und hierzu gehört auch die Regenwassernutzung - als Beitrag zur Sicherung von Quellen und Grundwasservorräten für sinnvoll. Eventuell, je nach Klimaentwicklung, kann so auf den Bau von zusätzlichen Wassergewinnungsanlagen und Talsperren verzichtet werden.
Wichtig sei die handwerklich korrekte Ausführung der Regenwasseranlage, wie Herr Kordell vom Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Arnsberg betonte. Er warnte insbesondere vor allen Bastellösungen, die keine dauerhafte absolute Trennung des Regenwassers vom Trinkwasser gewährleisten. Herr Meier, Leiter der Stadtwerke Arnsberg, legte dar, dass die Stadt bereits hunderte von Millionen Euro im Untergrund "verbuddelt" hat, so dass eigentlich ein wesentlich höherer Grundpreis und geringerer Wasserpreis gerechtfertigt wäre. Jedoch entfiele dann der Anreiz zum Wassersparen. Diese hohen, für Jahrzehnte festgelegten Investitionen führen jedoch dazu, dass mit zunehmendem Wassersparen der Preis pro Kubikmeter Wasser ansteigen muss.
Nicht ganz einig war sich das Podium, ob das Wäschewaschen mit Regenwasser gesundheitlich unbedenklich ist. Dr. Kleeschulte, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, wies darauf hin, dass die Trinkwasserverordnung zwar die Nutzung von Regenwasser nicht verbietet, jedoch besteht seiner Meinung nach ein erhebliches Gesundheitsrisiko, welches jede/r selber einschätzen müsse.
Hr. Grüter, Vorstand des Fachverbandes Regenwassernutzung berichtete von Qualitätskontrollen bei Regenwassernutzungsanlagen. Meistens wurde mindestens Badegewässer- in einigen Fällen sogar Trinkwasserqualität erzielt. Seiner Meinung nach geht die Tendenz jedoch weg von der Regenwasser- hin zur Grauwassernutzung. Dies ist eine Wasseraufbereitungszentrale im Haus, die aus den Abwässern von Dusche, Waschmaschine etc. Wasser für die WC-Spülung bereitet.
Technisch ausgereifte und hochwertige Anlagen zur Regen- und Grauwassernutzung bieten beispielsweise die Firmen
Dehoust und
GEP Umwelttechnik an.