Zwischen drei und neun Liter Trinkwasser werden verbraucht, drückt man in Deutschland einmal auf die Toilettenspülung. Bedenkt man, dass die meisten Menschen im Schnitt vier- bis sechsmal am Tag das stille Örtchen aufsuchen, gehen täglich bis zu 54 Liter Wasser verloren.
Möchten Sie Trinkwasser sparen, müssen Sie nicht zwingend die Besuche auf der Toilette reduzieren. Sinnvoller ist es, Regenwasser als Brauchwasser zu nutzen. Ob für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine – das kühle Nass aus dem Garten eignet sich für eine ganze Reihe an Anwendungen.
Wie sich Regenwasser im Haushalt nutzen lässt
Haben Sie schon einmal versucht, das Wasser aus der Toilettenschüssel zu trinken? Sicherlich nicht. Dabei handelt es sich in Deutschland um normales Leitungswasser. Also Trinkwasser. Allerdings ist für die Toilettenspülung gar keine Trinkwasserqualität notwendig. Ebenso wenig wie für die Waschmaschine.
Als sogenanntes Betriebs- oder Brauchwasser kann stattdessen Regenwasser zum Einsatz kommen. Sammeln können Sie dieses in einer Zisterne – also einem Erdtank aus Kunststoff – die in verschiedenen Größen zur Auswahl steht.
Damit das gesammelte Regenwasser überhaupt ins Haus und beispielsweise in den Spülkasten gelangt, sind aber einige Vorbereitungen notwendig.
So brauchen Sie ein separates, also vom Trinkwasser getrenntes Rohrleitungssystem. Zudem ist ein Hauswasserwerk erforderlich. Hierbei handelt es sich um eine Saugpumpe, meist im Keller platziert, die das Regenwasser aus der Zisterne ansaugt. Erst dadurch kann der notwendige Wasserdruck für die Toilettenspülung aufgebaut werden.
Abseits der Toilette findet Regenwasser im Haushalt vor allem in der Waschmaschine Anwendung. Um kleine Schmutzpartikel im kühlen Nass brauchen Sie sich dabei nicht zu sorgen.
Denn wird Regenwasser als Brauchwasser genutzt, durchläuft es eine Filteranlage. Der darin befindliche besonders feine Filter siebt auch kleinste Ablagerungen aus der Flüssigkeit.
Übrigens: Im Gegensatz zum Leistungswasser in vielen Regionen Deutschlands ist Regenwasser frei von Kalk. Dadurch ist es extrem weich und somit faserschonend.
Welche Vorteile die Regenwassernutzung im Haushalt hat
Nicht nur in der Toilettenspülung und beim Wäschewaschen können Sie Regenwasser statt Leitungswasser nutzen. Auch beim Putzen oder Blumengießen empfiehlt es sich als Alternative.
Bei der Gartenbewässerung sollten Sie vor allem dann zu Regenwasser greifen, wenn es auf ihrem Grundstück hauptsächlich sehr durstige Pflanzen gibt. Denn würden Sie diese mit dem Wasser aus der Leitung versorgen, können auf Dauer hohe Kosten drohen.
Die Regenwassernutzung schont also nicht nur die Trinkwasserressourcen, sondern auch Ihren Geldbeutel. Gleichzeitig ist sie meist besser für die Pflanzen im Garten. Denn viele von ihnen vertragen das weiche Wasser aus der Natur deutlich besser als hartes Leitungswasser.
Regenwasser schont Haushaltsgeräte
Dass Regenwasser deutlich weicher ist als Trinkwasser kommt auch einigen Haushaltsgeräten zugute. Schließlich besteht durch das kalkfreie Wasser keine Gefahr von verkalkten Leitungen und Heizstäben in der Waschmaschine. Dadurch verlängert sich deren Lebensdauer.
Übrigens: In vielen Regionen Deutschlands enthält das Trinkwasser viele kalkbildende Mineralien. Insbesondere in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Auch weite Teile Bayerns sind von besonders hartem Wasser betroffen.
Der hohe Kalkgehalt macht sich nicht nur im Geschmack und in der Wasserhärte bemerkbar. Er kann auch beim Wäschewaschen zu Problemen führen, indem er etwa die Wirkung von Waschmitteln mindert.
Das bedeutet, oft benötigen Sie mehr Waschmittel oder müssen gar öfter waschen, um Ihre Wäsche wirklich sauber zu bekommen. Benutzen Sie dagegen Regenwasser, können Sie bis zu 60 Prozent Waschmittel einsparen. Und natürlich erübrigt sich auch der Einsatz von Wasserenthärter beim Wäschewaschen.
Regenwasser als Brauchwasser entlastet die Kanalisation
Sammeln Sie Regenwasser in einer Zisterne, um es als Brauchwasser zu nutzen, bewahren Sie es zudem davor, in der Kanalisation zu verschwinden.
Einerseits ist das Wasser dafür zu schade. Andererseits kann es insbesondere im innerstädtischen Bereich die Mischwasserkanalisation überlasten. Vor allem dann, wenn extreme Niederschlagsmengen vom Himmel fallen.