Wie steht es eigentlich um die kommunale Wärmeplanung? Wir erinnern uns: Der Gesetzgeber hat die Kommunen vor gut drei Jahren dazu verdonnert, kurzfristig eine kommunale Wärmeplanung vorzulegen. An diese war die lokale Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes gekoppelt. Diese komplizierten Zusammenhänge sind seit Sommer passé – doch auch, wenn die Scheinwerfer nicht mehr voll draufhalten: Die Verpflichtung zur Wärmeplanung gilt immer noch. Und (das ist der spannende Knackpunkt dabei): Dadurch soll die Sanierungsquote angeregt werden – zudem werden auch direkt kommunale Bauaufträge ausgelöst.
Im September hat die Deutsche Energieagentur (dena) die Ergebnisse der jüngsten KWW-Befragung unter durch 778 Kommunen veröffentlicht. Demnach befasst sich bereits jede dritte Kommune mit Bauplanungen – konkret wird es aber bislang bei wenigen.
Der Artikel kurz zusammengefasst:
Jede dritte Kommune ist bereits aktiv mit der kommunalen Wärmeplanung beschäftigt. Im Schnitt gehen die Kommunen davon aus, Sanierungsraten von 1,7 Prozent in ihren Kommunen zu erreichen. Das ist – gemessen am deutschen Schnitt laut Schätzungen – optimistisch. Dabei setzen die Kommune vor allem auf Beratungsangebote, wollen aber nur wenige eigene Förderprogramme nutzen. Jede vierte der besonders optimistischen Kommunen plant zudem eigene Sanierungsprojekte im kommunalen Bestand.
Wie viele Kommunen sind überhaupt schon aus dem Quark gekommen?
Rund ein Drittel der befragten Kommunen hatte zum Zeitpunkt der Umfrage im Frühjahr 2026 bereits mit der konkreten Umsetzung ihrer kommunalen Wärmeplanung begonnen. Im Vergleich zur vorigen Befragung aus dem Jahr 2025 haben damit über 20 Prozent mehr umsetzende Kommunen an der Befragung teilgenommen und die Anzahl der Kommunen, die noch gänzlich passiv geblieben sind, hat sich auf etwa ein Zehntel der Kommunen reduziert. Gleichzeitig sind fast 40 Prozent bereits so weit, dass sie an die Detailplanung ihrer fertigen kommunalen Planung angehen können („umsetzende“ Kommunen).

Welche Sanierungsraten sind durch die kommunale Wärmeplanung aus Sicht der Kommunen drin?
Die Sanierungsrate ist in Deutschland notorisch zu niedrig. Laut der jüngsten Erhebung von B+L liegt sie bei 0,7 Prozent statt der im Sinne der zu erreichenden Klimaneutralität geforderten 1,5 Prozent. Die befragten Kommunen, die bereits im Planungsprozess sind, zeigen sich allerdings ausgesprochen optimistisch, was die Auswirkugnen ihrer Maßnahmen angeht und setzen für ihre kommunale jährliche Rate im Schnitt 1,7 Prozent an. Dabei geht ein Drittel von einer Rate unter 1 Prozent aus, ein Viertel von über 1 bis zu 1,5 Prozent Rate und eine knappe Hälfte ist sehr viel optimistischer – 5 Prozent der Kommunen rechnen sogar locker mit einer Rate von 3 Prozent oder mehr.
Diese Zuversicht der Kommunen stimmt auf den ersten Blick skeptisch. Bei genauerer Betrachtung der dena-Daten fällt auf, dass vor allem größere Kommunen sowie Landkreise und Verbandsgemeinden von einer stärkeren Sanierungsquote ausgehen zu können meinen.

Dies hängt womöglich mit dem größeren Zutrauen dieser größeren Einheiten in ihre Möglichkeiten bei der Umsetzung zusammen, etwa bei den Kapazitäten für Aufklärungsarbeit: Um eine hohe Sanierungsrate zu erreichen, setzen zwei Drittel der besonders optimistischen Kommunen auf Beratungs- und Informationsangebote für private Eigentümerinnen bzw. Eigentümer und Interessensgemeinschaften der Bürgerschaft.
Kommunale Vorbildfunktion sowie die energetische Sanierung eigener kommunaler Liegenschaften – und somit konkrete und nicht nur theoretische Aufträge, die direkt von der kommunalen Wärmeplanung ausgehen, wurde von rund einem Viertel der befragten Kommunen als Maßnahme angegeben.
Allerdings planen nur 22 Prozent eigene kommunale Förderprogramme oder andere finanzielle Anreize zur Steigerung der Sanierungsrate – und damit den für viele Bauherren wichtigsten Anstoß zu einer Modernisierung.

Über die Untersuchung
Das Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) der Deutschen Energie-Agentur (dena) untersucht seit 2022 den Stand der kommunalen Wärmeplanung. Für die aktuelle Untersuchung wurden in telefonischen und Online-Interviews von Februar bis April 2026 insgesamt 778 Kommunen befragt, in denen Ende 2025 etwa 27,8 Millionen Menschen gemeldet waren.