Zwei Haushalte verbrauchen jeweils 5.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Trotzdem kann für sie eine unterschiedliche Kombination aus Photovoltaikanlage und Batteriespeicher sinnvoll sein. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Strom benötigt wird, sondern auch, wann er verbraucht wird und welche Veränderungen im Haushalt anstehen.
Quelle: Envato Wer eine Solaranlage plant, sollte deshalb über Modulanzahl und Speichergröße hinausblicken. Eine nachvollziehbare Planung verbindet die Möglichkeiten des Dachs mit dem tatsächlichen Alltag der Bewohner.
Der Tagesablauf gehört zur Anlagenplanung
Ein vereinfachtes Beispiel: In Haushalt A arbeitet tagsüber jemand zu Hause. Haushaltsgeräte werden teilweise während der Sonnenstunden genutzt, und das Elektroauto steht regelmäßig mittags an der eigenen Wallbox. In Haushalt B sind die Bewohner tagsüber unterwegs; gekocht, gewaschen und geladen wird überwiegend am Abend.
Bei vergleichbaren Dächern und gleicher PV-Leistung unterscheiden sich damit die Möglichkeiten, Solarstrom unmittelbar zu nutzen. Haushalt B könnte stärker von einer zeitlichen Verschiebung durch einen Speicher profitieren. Daraus folgt jedoch noch keine bestimmte Batteriegröße: Auch die verfügbaren Solarüberschüsse und der tatsächliche Abend- und Nachtbedarf müssen zusammenpassen.
Für das Beratungsgespräch sind deshalb neben den Stromrechnungen auch Informationen zu Anwesenheitszeiten, größeren Verbrauchern und Ladegewohnheiten hilfreich. Falls bereits zeitlich aufgelöste Verbrauchsdaten vorliegen, sollten sie in die Planung einfließen.
Dachfläche und Batterie brauchen unterschiedliche Maßstäbe
Eine PV-Anlage ausschließlich auf einen möglichst hohen Eigenverbrauchsanteil auszulegen, kann zu kurz greifen. Eine kleinere Anlage erzeugt zwar möglicherweise weniger Überschüsse, nutzt aber auch weniger vom vorhandenen Dachpotenzial.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass eine auf den Eigenverbrauch begrenzte Anlagengröße häufig nicht die wirtschaftlich beste Lösung ist. Größere Anlagen können je installiertem Kilowatt günstiger sein. Welche Belegung sinnvoll ist, hängt unter anderem von nutzbarer Dachfläche, Verschattung, Dachzustand und Budget ab.
Für die Angebotsphase lohnt daher ein Variantenvergleich: Welche Lösung ergibt sich mit einer kleineren Belegung, welche bei einer umfassenderen Nutzung geeigneter Dachflächen? Die Entscheidung sollte anhand der jeweiligen Kosten und Ertragsprognosen erfolgen.
Ein größerer Speicher bringt nicht automatisch entsprechend mehr Nutzen
Bei der Batterie ist zusätzliche Kapazität nur dann hilfreich, wenn sie im Betrieb auch genutzt werden kann. Für die Speicherung von Solarstrom müssen tagsüber ausreichend Überschüsse entstehen. Später muss ein entsprechender Bedarf vorhanden sein, damit die gespeicherte Energie wieder verbraucht wird.
Die HTW Berlin empfiehlt deshalb, die nutzbare Speicherkapazität sowohl auf die PV-Leistung als auch auf den Strombedarf abzustimmen. Kapazitäten deutlich oberhalb des nächtlichen Bedarfs erhöhen den Autarkiegrad nur noch wenig.
Dabei lohnt ein Blick auf zwei unterschiedliche Kennzahlen: Der Eigenverbrauchsanteil beschreibt, welcher Anteil des erzeugten Solarstroms vor Ort genutzt beziehungsweise in die Batterie geladen wird. Der Autarkiegrad zeigt dagegen, welcher Anteil des Strombedarfs durch die PV-Anlage und den Speicher gedeckt wird. Eine hohe Eigenverbrauchsquote allein sagt daher noch nicht, wie wenig Netzstrom ein Haushalt benötigt.
Online-Rechner können diese Zusammenhänge veranschaulichen. Ihre Ergebnisse beruhen jedoch auf Annahmen und ersetzen keine individuelle Auslegung – insbesondere bei zusätzlichen Verbrauchern wie Wärmepumpe oder Elektroauto.
Künftige Verbraucher konkret einplanen
„Vielleicht kommt später ein Elektroauto“ ist eine andere Planungsgrundlage als ein bereits bestelltes Fahrzeug mit bekannten Fahrstrecken und Standzeiten. Für eine geplante Wärmepumpe sind wiederum Angaben zum Gebäude und zum erwarteten Heizstrombedarf erforderlich.
Sinnvoll sind deshalb getrennte Szenarien: eines für den heutigen Haushalt und eines für konkret geplante Veränderungen. So bleibt erkennbar, welche Investition bereits jetzt begründet ist und welche Erweiterung gegebenenfalls später erfolgen kann.
Bei einer vorgesehenen Speichererweiterung sollte das Angebot ausdrücklich beantworten, ob und unter welchen Bedingungen sie technisch möglich ist. Eine allgemeine Aussage wie „erweiterbar“ genügt dafür nicht.
Angebote anhand gleicher Annahmen vergleichen
Ein Komplettpreis ist erst dann aussagekräftig, wenn der Leistungsumfang und die Berechnungsgrundlagen klar sind. Für den Vergleich helfen folgende Fragen:
- Welche Dachflächen werden belegt und welche Verschattungen berücksichtigt?
- Auf welchen Annahmen beruht der prognostizierte Jahresertrag?
- Welcher Verbrauchsverlauf liegt der Eigenverbrauchsberechnung zugrunde?
- Welche nutzbare Batteriekapazität sowie Lade- und Entladeleistung sind vorgesehen?
- Welche Kosten entfallen auf die PV-Anlage und welche zusätzlich auf den Speicher?
- Sind Gerüst, Montage, elektrische Anschlussarbeiten und gegebenenfalls notwendige Anpassungen am Zählerschrank enthalten?
- Welche Leistungen für Anmeldung, Inbetriebnahme, Dokumentation und Einweisung werden übernommen?
Auch eine Wirtschaftlichkeitsrechnung sollte offenlegen, mit welchen Strompreisen, laufenden Kosten und technischen Annahmen sie arbeitet. Besonders hilfreich ist ein Vergleich der Anlage mit und ohne Speicher: Er zeigt, welchen zusätzlichen Nutzen die Batterie im jeweiligen Haushalt voraussichtlich bietet.
Für den ersten Beratungstermin empfiehlt sich eine kleine Unterlagenmappe mit Stromrechnungen, Dachfotos, Angaben zum Zählerschrank und einer Liste geplanter Verbraucher. Damit wird aus einer allgemeinen Produktanfrage eine konkrete Grundlage für die Anlagenplanung.
Über Hallo Solar
Hallo Solar bietet Photovoltaikanlagen und Stromspeicher für private und gewerbliche Kunden. Das Unternehmen begleitet Kunden von der persönlichen Beratung über die Angebotserstellung bis zur Montage und Installation.