eurammon informierte im Rahmen der IKK über Stand und Perspektiven beim Einsatz natürlicher Kältemittel. Der kältetechnische Umsatz im Jahr 2002 ist mit knapp zehn Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, wie aus einer aktuellen Erhebung des VDMA hervorgeht. Während der Umsatz in den Bereichen der Weissen Ware (vor allem Kühlschränke und Gefriergeräte) und des Anlagenbaus zurückgegangen ist, konnten die Segmente Autoklima inklusive Transportkühlung und Kälte-Klima-Fachbetriebe zulegen. Die Gesamtzahl der in Deutschland betriebenen Kältesysteme - von der industriellen Grosskälteanlage bis zum privaten Kühlschrank - kann damit auf fast 100 Millionen Stück geschätzt werden. In steigendem Masse kommen dabei natürliche Kältemittel wie Ammoniak und Kohlendioxid zum Einsatz.

"Die technische Erzeugung von Kälte ist fester Bestandteil unserer modernen Gesellschaft", so Dr. Martin Niederkrüger, Vorsitzender von eurammon, der europäischen Initiative für natürliche Kältemittel. "Wir freuen uns, dass sich immer mehr Betreiber und Anwender für natürliche Kältemittel entscheiden, da diese die umweltfreundliche, wirtschaftliche und zukunftsfähige Lösung in der Kältetechnik darstellen."
Traditionell hoch ist die Verwendung natürlicher Kältemittel in der Lebensmittelbranche. Dort, wo sie in der Produktion von Lebensmitteln in den 60er Jahren durch synthetische Kältemittel verdrängt worden waren, kommen sie bedingt durch den FCKW- und H-FCKW-Ausstieg als umweltschonende Alternativen wieder zunehmend zum Einsatz. In der Lebensmittelindustrie wird verstärkt Kohlendioxid bei tiefen Temperaturen eingesetzt.
Auch in Haushaltskühlgeräten werden heute vorzugsweise natürliche Kältemittel - in diesem Fall Kohlenwasserstoffe - eingesetzt. Bei industriellen Kälteanwendungen wie beispielsweise der Prozesskälte liegen seit Jahrzehnten gute Erfahrungen in der Verwendung natürlicher Kältemittel vor.
Grosse Potenziale für den Einsatz natürlicher Kältemittel bestehen im Bereich der Transport- und Gewerbekälte sowie in der Klimakälte. Zur Klimatisierung von öffentlichen Gebäuden wie Flughäfen, Bahnhöfen und Banken werden zunehmend Ammoniak-Grossklimaanlagen eingesetzt. In der Fahrzeugindustrie werden natürliche Kältemittel bereits in der Produktion, der Montage sowie zur Klimatisierung von Windkanälen und Motorenprüfständen verwendet. Bei Forschung und Entwicklung von mobilen Klimaanlagen zeichnet sich ein Trend in Richtung Kohlendioxid ab. Ein weiteres Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von natürlichen Kältemitteln ist die zunehmende Verbreitung entsprechender Anlagen in Sportstätten und Mehrzweckarenen.