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News vom 06.11.2003

Markteinführung Heizöl EL schwefelarm


Künftig wird es in Deutschland zwei Sorten Heizöl EL nach DIN 516031 geben: Das "klassische" Heizöl, künftig bezeichnet als "Heizöl EL Standard" mit einem zulässigen Schwefelgehalt zwischen 50 mg/kg und 2000 mg/kg, sowie die neue Sorte "Heizöl EL schwefelarm" mit einem zulässigen Schwefelgehalt von höchstens 50 mg/kg.

Ähnlich wie Autofahrer bei den Kraftstoffsorten an der Tankstelle müssen dann auch Heizölkunden demnächst auf die Wahl der richtigen Brennstoffsorte achten. Mit der Markteinführung des schwefelarmen Heizöls und der zunehmenden Verbreitung der Öl-Brennwerttechnik wird der Informationsbedarf der Heizölkunden zu Produkt und Technik steigen. Die Marktpartner des Systems Ölheizung, vor allem Heizungsfachleute, aber auch das Schornsteinfegerhandwerk und der Mineralölhandel werden verstärkt als kompetente Ansprechpartner gefragt sein.

Für diese Marktpartner hat IWO eine Fachinformation zum Produkt "Heizöl EL schwefelarm" und der Markteinführung dieser neuen Heizölsorte erstellt. Sie beinhaltet unter anderem detaillierte Informationen zur Eignung der Öl-Brenner und Heizgeräte sowie zur Kennzeichnung der Geräte.

Eignung der ÖL-Brenner und Heizgeräte
Die Heizgeräteindustrie begrüßt die Einführung der neuen schwefelarmen Heizölsorte, welche speziell für die Ölbrennwerttechnik entwickelt wurde.

Für Öl-Brennwertgeräte ist der Betrieb mit Heizöl schwefelarm besonders vorteilhaft, da dadurch zukünftig häufig auf die ansonsten erforderliche Neutralisationseinrichtung verzichtet werden kann. Einzelne Hersteller schreiben für ihre Öl-Brennwertgeräte sogar den Einsatz des schwefelarmen Brennstoffs vor. Auch konventionelle Niedertemperaturheizkessel können prinzipiell mit dem schwefelarmen Heizöl betrieben werden.

Allerdings ist zu beachten, dass schwefelarmes Heizöl nur in Anlagen eingesetzt werden darf, die vom Gerätehersteller als diesbezüglich geeignet eingestuft werden. Ob das jeweilige Gerät für den Einsatz von Heizöl EL schwefelarm geeignet ist, können die Marktpartner mit Hilfe der unter www.schwefelarmes-heizoel.de aufrufbaren "Hersteller-Datenbank" relativ einfach überprüfen.

Zur Hersteller-Datenbank

Kennzeichnung der Geräte
Da nicht jedes Gerät von vornherein mit schwefelarmem Heizöl betrieben werden darf, muss der Heizungsbetreiber wissen, welche Heizölsorte für seine Anlage in Frage kommt. Idealerweise informieren die Heizungsfachleute ihre Kunden, welche Heizölsorte im jeweiligen Gerät eingesetzt werden darf. Bei Bedarf kann diese Aufgabe auch vom Schornsteinfeger oder Mineralölhändler übernommen werden.

Um eine schnelle und problemlose Markteinführung des schwefelarmen Heizöls zu ermöglichen, müssen sowohl die Heizgeräte als auch das Befüllrohr von den Marktpartner gekennzeichnet werden. Dabei sind drei Fälle zu unterscheiden, wobei folgende Vorgehensweise vereinbart wurde:

Heizgeräte, die ausschließlich mit der schwefelarmen Sorte betrieben werden dürfen, erhalten einen grünen Aufkleber, bei Neugeräten bereits werkseitig. Der vorhandene Füllrohrverschluss wird gegen einen grünen Verschluss mit dem Schriftzug "Heizöl EL schwefelarm" ausgetauscht.

Heizgeräte, die sowohl mit schwefelarmem als auch Standard-Heizöl betrieben werden können, werden mit einem rot-grünen Aufkleber gekennzeichnet. Der Füllrohrverschluss wird gegen den grünen Verschluss ausgewechselt und zusätzlich mit einem roten Anhänger "Auch für Heizöl El Standard" versehen.

Alle Heizungsanlagen, die nur mit Standard-Heizöl betrieben werden dürfen, werden nicht gekennzeichnet.
Eignungsnachweis für die Kunden
Mit der Kennzeichnung des Ölbrenners/Heizgerätes übergibt der Heizungsfachmann dem Kunden einen Eignungsnachweis, der dokumentiert, ob die Heizungsanlage nur oder auch mit Heizöl schwefelarm betrieben werden darf.

Diese schriftliche Kundeninformation kann im Rahmen der Datenbankrecherche unter www.schwefelarmes-heizoel.de ausgedruckt werden, wobei die technischen Daten des jeweiligen Heizgerätes, das Erstellungsdatum der Info sowie das jeweilige Herstellerlogo direkt eingelesen werden.

Mit Hilfe des Eignungsnachweises weiß der Kunde, welche Heizölsorte für seine Ölheizung in Frage kommt bzw. getankt werden kann.

Bei der Heizöl-Lieferung überprüft der Tankwagenfahrer die Kennzeichnung der Anlage sowie die Kundeninformation. Je nach Eignung des Gerätes wird entweder der grüne Tankdeckel mit dem roten Anhängeschild "auch für HEL Standard" (bei der Eignung für beide Heizöl EL Sorten) oder im Einzelfall auch nur der grüne Tankdeckel (nur für den Einsatz von HEL schwefelarm) installiert.

Für Neuanlagen wird zukünftig die Gerätekennzeichnung sowie die Kundeninformation (Bestandteil der Herstellerunterlagen) ab Werk vorgenommen. Die Installation des grünen Tankdeckels bzw. der Austausch erfolgt dann im Zuge der Installation der Anlage durch den Monteur.

Die neuen grünen Füllrohrverschlüsse werden voraussichtlich ab Herbst im Großhandel erhältlich sein.

Service für Marktpartner
Zur Kennzeichnung der Geräte, die für die Verwendung von Heizöl EL schwefelarm geeignet sind, haben der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) und das Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO) spezielle Kennzeichnungsmaterialien (Geräteaufkleber, Füllrohrverschluss, Anhängeschild) entwickelt.

Die Aufkleber für Heizgeräte sowie weiteres Infomaterial über Heizöl EL schwefelarm zu Information Ihrer Kunden können Sie beim Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO) kostenlos bestellen.

Fax: 040 / 83960999
www.iwo.de
www.schwefelarmes-heizoel.de

Die grünen Füllrohrverschlüsse (mit eingeprägtem Schriftzug "Heizöl EL schwefelarm") sowie die roten Anhänger (mit eingeprägtem Schriftzug "Auch für Heizöl EL Standard") werden nach Informationen der Hersteller ab Herbst 2003 im Großhandel verfügbar sein. Preise und Lieferbedingungen erfragen Sie dann bitte direkt beim Großhandel.

Heizölsorten im Überblick
Grundsätzlich lassen sich nach DIN 51603-1 drei Heizölsorten unterscheiden:

Heizöl EL Standard mit einem Schwefelgehalt von über 50 mg/kg bis maximal 2.000 mg/kg. Es wird in der Regel nur hinsichtlich des Kälteverhaltens seitens der Raffinerie additiviert.

Speziell additiviertes Heizöl EL Standard, dem unter anderem Additive zur Verbesserung der thermischen und der Lagerungsstabilität sowie Metalldeaktivatoren und Geruchsüberdecker beim Betanken beigemischt werden können. Anbieterseitig auch als "Premium-Qualität" beworben.

Heizöl EL schwefelarm mit einem Schwefelgehalt von maximal 50 mg/kg. Wie das speziell additivierte Heizöl EL Standard wird Heizöl EL schwefelarm in der Regel auch mit speziell abgestimmten Additivpaketen angeboten. Bei Bedarf wird der Brennstoff mit sogenannten Lubricity-Additiven (Schmierfähigkeitsverbesserer) additiviert. Asche bildende Additive sind nicht zulässig.

Gegenüber dem maximal zulässigen Wert beim Standard-Heizöl bedeutet die Absenkung des Schwefelgehalts bei Heizöl EL schwefelarm eine Reduzierung um das Vierzigfache. Das Niveau der SO2-Emissionen von Heizöl EL schwefelarm ist mit dem von Erdgas vergleichbar.

Die Informationsbroschüre zum Produkt "Heizöl EL schwefelarm" steht im Internet zum Download.
Klicken Sie hier.

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