Die größte Aquisition der Konzerngeschichte beschert Geberit einen satten Umsatzsprung. Die Übernahme von Mapress als führendem Anbieter von Pressfitting-Rohrsystemen und Abflusssystemen mit Schwerpunkt Edelstahl bringt bei Geberit den Bereich "Rohrleitungssysteme" auf eine ähnliche Größenordnung wie das Stammgebiet "Installationssysteme". Die in Langenfeld bei Düsseldorf ansässige Mapress Holding wird von der amerikanischen Bessemer Gruppe verkauft. "Durch die Übernahme von Mapress kann Geberit alle möglichen technischen Anwendungen in der Sanitärbranche abdecken", sagte Albert Baehny, Chef von Geberit-Europa, am Freitag in Zürich. Mapress ergänze Geberit geradezu ideal, folglich sei kein Stellenabbau zu befürchten.
Die Mapress Gruppe war 1999 bei dem Zerfall des Mannesmann-Konzerns an die Investoren der US-Bessemer Holding verkauft worden. Mapress erwirtschaftet in diesem Jahr voraussichtlich mit 921 Angestellten einen Umsatz von gut 205 Mio. EUR.
Die Geberit-Gruppe wächst durch die Übernahme von Mapress auf über 5400 Mitarbeiter an. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Kartellbehörden wird der Umsatz rund 1,12 Mrd. Euro betragen.
Aus den Finanzierungskonditionen wird indes kein Hehl gemacht: Der Kaufpreis entspricht dem Eigenkapital von Mapress in Cash, plus deren Schulden. Zur Finanzierung muss Geberit einen neuen Überbrückungskredit von 200 Mio. Euro aufnehmen. Insgesamt werden gut 365 Mio. Euro fließen.
Die Übernahme wird von allen Seiten positiv aufgenommen. Finanzexperten erwarten ein deutliches Börsenplus. "Wir haben einen vernünftigen Preis bezahlt und können die Akquisition gut verdauen", meint Geberit-Finanzchef Rudolf Huber dazu.