
Für die Osnabrücker KME KM Europa Metall kommt es zum Jahresausklang knüppeldicke.
Millionenstrafen gegen Kupfer-Kartell Die EU-Kommission hat die KME sowie die Wieland Werke und den fininnischen Hersteller Outokumpu wegen unerlaubter Preisabsprachen mit einer Geldbuße in Höhe von 79 Millionen Euro bestraft.
Die Kommission teilte Mitte Dezember mit, die drei Unternehmen, die nach Angaben der Wettbewerbsbehörde bis zu 85% des Kupferröhrenmarktes im europäischen Wirtschaftsraum kontrollieren, hätten zwischen Mai 1988 und März 2001 unter dem Vorwand einer Qualitätskontrolle ein Kupferröhrenkartell betrieben, den Markt aufgeteilt und Preise abgesprochen.
Die KME-Gruppe soll insgesamt 39,81 Mill. € zahlen, die Wieland-Werke 20,79 Mill. € und Outokumpu 18,13 Mill. €.
KME streicht weltweit über 500 Stellen Wegen der anhaltend schwachen Konjunktur will die weltweit operierende KME in den kommenden beiden Jahren in großem Maßstab Arbeitsplätze abbauen. In Deutschland sind 236 Mitarbeiter betroffen: 66 Angestellte sollen entlassen werden, zusätzlich wird die Beschäftigtenzahl durch Altersteilzeitregelungen um rund 100 und auslaufende befristete Verträge um etwa 70 sinken.
Insgesamt seien in der KME-Gruppe mit ihren 7.800 Beschäftigten weltweit mehr als 500 Mitarbeiter betroffen, darunter seien rund 320 betriebsbedingte Kündigungen. Bis 2007 sollen durch Umstrukturierungsmaßnahmen 63 Millionen Euro eingespart werden, 45 Millionen Euro davon in der Fertigung und 18 Millionen Euro in der Verwaltung, Werksschließungen seien indes nicht vorgesehen.
In den ersten neun Monaten 2003 habe die Gruppe einen Verlust von 22,5 Millionen Euro erzielt, der Umsatz sank um 11 Prozent auf 1,442 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2002 sei bereits ein Minus von 6 Millionen Euro verzeichnet worden. Für 2004 werde jedoch ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet.
Die Konjunktur werde sich 2004 nicht deutlich erholen, prognostizierte Vorstandschef Albert Scherger. Zudem seien die Preise, die 2003 im Schnitt um 10 Prozent sanken, weiter unter Druck.
Weltgrößter Verarbeiter von Kupfer
KME ist nach eigenen Angaben weltgrößter Verarbeiter von Kupfer und Kupferlegierungen. Außer in Deutschland und Italien befinden sich Produktionsstandorte in Frankreich, Spanien, Großbritannien, der Schweiz und China. Alleiniger KME-Aktionär ist die Florenzer Societá Metallurgica Italiana.