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News vom 15.01.2004

Vaillant Hepworth Group investiert 150 Mio. Euro in ihr weiteres Wachstum


Um ihr profitables Wachstum zu erhalten und noch weiter auszubauen, wird die Vaillant Hepworth Group (VH Group) in den kommenden drei Jahren über 150 Mio. Euro in ihr Heiztechnik-Geschäft investieren. Davon sind über 20 Mio. Euro für den Ausbau des europäischen Fertigungsnetzes im Rahmen des unternehmensweit geplanten IMPact-Programms (Industrial-Master-Plan action) vorgesehen. "Ziel dieses Vorhabens ist es", so die VH-Geschäftsführer Dr. Michel Brosset und Claes Göransson, "unsere Kostenführerschaft und Kapitalrendite weiter zu verbessern und dabei gleichzeitig die Lieferfähigkeit durch Neuorganisation der Wertschöpfungsprozesse noch zu erhöhen. Somit wollen wir die Möglichkeiten der neuen, durch Hepworth vergrößerten Gruppe nutzen, um zukünftigen Herausforderungen der Märkte gerecht zu werden. Erreicht wird dies durch eine optimierte Strukturierung unserer bislang an zwölf Standorten in sechs europäischen Ländern lokalisierten Fertigungen von Heizgeräten und Komponenten sowie Modulvormontagen".

Produktivitätsfortschritte mindestens 30 Mio. Euro pro Jahr
Bereits in den ersten zwei Jahren seit dem Zusammengehen der VH Group wurden in Bereichen wie Beschaffung, Verwaltung, Produktgleichteilen und insbesondere Bestandsmanagement erhebliche Synergieeffekte erzielt. Als zweite Stufe der Integration stellt IMPact jetzt einen weiteren logischen Schritt mit der Realisierung von zusätzlichen Produktivitätsfortschritten in Höhe von mindestens 30 Mio. Euro pro Jahr dar. Diese Verbesserungen entsprechen 15 % bis 20 % der Wertschöpfung in der VH-Heiztechnikfertigung.

Bei IMPact geht es darum, die in den Unternehmen Vaillant und Hepworth historisch gewachsenen Strukturen so zu reorganisieren, dass die drei prinzipiellen Fertigungsbereiche (Endmontage, Modulvormontage und Komponentenproduktion), die derzeit noch nahezu an jedem Standort gleichzeitig existieren, optimal zugeordnet und konzentriert werden, um hohe Stückzahlen und Kapazitätsauslastungen zu gewährleisten. Dabei kommt es darauf an, einerseits die kapitalintensiven Aktivitäten wie Blechumformung und -beschichtung und andererseits arbeitsintensive Bereiche wie Modulvormontage effizient neu zu gestalten.

Beispiele:
  • Die Endmontage der Wandgeräte wird zukünftig an vier statt bisher an fünf Standorten konzentriert, als Kompromiss zwischen dem technisch-wirtschaftlichen Aspekt, demzufolge lediglich drei Standorte nötig wären, und der Marketing-Sicht, die für die vier wichtigsten VH-Marken Vaillant, Saunier Duval, Protherm und Glow-worm vier Marken-Heimaten bzw. Heimatländer erfordert.
  • Die Montage von Kesseln wird an einem Standort (statt bisher fünf) konzentriert.
Für die Optimierung kommen alle Möglichkeiten der Neustrukturierung in Betracht: Konzentration von Fertigungen, Verlagerungen sowie das Hereinholen bisher fremdvergebener Produktion (insourcing).

Ausbau in Großbritannien und Osteuropa
Aktivitäten zur Erhöhung von Effizienz und Kapazitäten sind in Großbritannien und Osteuropa vorgesehen. In Belper/England werden die Fertigungskapazitäten optimiert und höher ausgelastet, in Skalica/Slowakei ist angesichts steigender Absatz- und Umsatzzahlen der Ausbau der Fertigung geplant. Dort werden mit einem Investitionsaufwand von 3,5 Mio. Euro die Wandgeräte-Montage erweitert, eine Blechumformung und –beschichtung errichtet und die gesamte Kessel-Produktion der VH-Gruppe konzentriert. Außerdem soll sukzessive in einem osteuropäischen Land die gesamte Vormontage von Heizgeräte-Modulen erfolgen. Hierfür wird die VH-Gruppe 4,5 Mio. Euro in ein neues Werk investieren. Nennenswerte Investitionen sind auch in Deutschland (9 Mio. Euro), Frankreich (1,7 Mio. Euro) und Großbritannien (1,1 Mio. Euro) geplant, um die dortigen VH-Fertigungen auf effizientere Abläufe zu fokussieren.

Trotz erheblicher Veränderungen: Gesamtzahl der VH-Mitarbeiter wird nur leicht reduziert
Auf der Personalseite wird das IMPact-Programm mit Effizienzsteigerungen, Reengineering der Fertigungsstrukturen, Produktionsverlagerungen und anderen Veränderungen verbunden sein. Per Saldo ist dabei, auch aufgrund des geplanten Wachstums, rechnerisch nur von einer leichten Reduzierung der Gesamtzahl der Mitarbeiter in der VH-Gruppe auszugehen. Dies resultiert aus der Konzentration und Festigung der VH-Fertigungsposition in den wichtigsten Ländern Westeuropas bei gleichzeitiger sowohl markt- als auch fertigungsbedingter Kapazitätserweiterung im wachstumsstarken Osteuropa. Im Einzelnen wird dies bedeuten, dass in Italien Produktionskapazitäten geschlossen werden. In Deutschland ist die Schließung der Heiztechnik-Fertigung in Gelsenkirchen mit rund 180 Mitarbeitern vorgesehen. Die Produktion der italienischen Werke soll von anderen Standorten, die Wandgeräte der Gelsenkirchener Produktion etwa zu zwei Dritteln von Remscheid und zu einem Drittel von Belper übernommen werden. In Remscheid ist außerdem die Konzentration bestimmter Produktionen (z. B. Insourcing weiterer Rohrfertigungsbereiche) geplant, so dass die Effekte der gleichzeitigen sukzessiven Abgabe von Modulvormontagen weitgehend kompensiert werden. In Großbritannien und vor allem Osteuropa ist insbesondere wegen der dort stark wachsenden Nachfrage ein Beschäftigungsaufbau geplant.

Information und Diskussion über Ziele und Strategie des Investitions- und Neuordnungsprogramms IMPact mit den Mitarbeiter-Vertretungen haben – wie in den verschiedenen Europäischen Gesetzgebungen festgelegt – bereits begonnen. Danach ist vorgesehen, die Details der IMPact-Projekte einschließlich der notwendigen Interessenausgleiche noch in diesem Jahr zu verabschieden und in den kommenden drei Jahren zu realisieren.

Die Vaillant Hepworth Gruppe mit Hauptsitz in Remscheid/Deutschland ist mit über 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (darunter 7.000 in der Heiztechnik), einem Jahresumsatz von 1,755 Mrd Euro (davon 1,4 Mrd Euro in der Heiztechnik und 355 Mio. Euro in den Geschäftsfeldern Baumaterialien, Haushaltsprodukte und Automotive) sowie 2,3 Mio. Heizgeräten pro Jahr einer der führenden europäischen Hersteller.

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