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News vom 23.02.2004

Schornsteinfegerhandwerk: Kehr- und Überprüfungspflicht in europäischen Ländern


Eine Kehr- und Überprüfungspflicht für Feuerungsanlagen (Schornsteine, Abgasleitungen, Verbindungsstücke und Feuerstätten) gibt es auch in anderen europäischen Ländern. Lediglich der Vollzug wird dort anders bzw. gar nicht geregelt.

So werden in Norwegen und Schweden Schornsteinfeger von der Kommune angestellt, die dann in deren Auftrag die kehr- und überprüfungspflichtigen Arbeiten erfüllen. Der Schornsteinfeger ist bei der Kommune fest angestellt und diese kassiert die fälligen Gebühren mit den auf das Grundstück zu erhebenden Steuern ein.

In Dänemark beruft die Kommune einen Schornsteinfeger und überträgt ihm die kehr- und überprüfungspflichtigen Aufgaben.

In einigen westeuropäischen Ländern (z.B. Belgien u. Frankreich) gibt es eine Kehrpflicht.

Der Vollzug wird im Einzelfall von der Feuerversicherung kontrolliert. Bei fehlendem Nachweis über die Einhaltung der Kehrpflicht erhöht sich die Prämie für die Feuerversicherung deutlich ( ca. 50%) oder der Versicherungsschutz wird ganz versagt.

In der Schweiz und in Österreich sind den Schornsteinfegern ebenfalls die kehr- und überprüfungspflichtigen Aufgaben übertragen worden.

In Polen, Tschechien und Ungarn gibt es auch die Kehrpflicht. Schornsteinsteinfeger sorgen durch periodische Reinigungs- und Überprüfungsarbeiten für deren Einhaltung.

Selbst in Amerika werden Schornsteine regelmäßig durch Schornsteinfeger gekehrt.

In den europäischen Ländern, in denen eine Überprüfungspflicht der Feuerstätten nicht staatlich vorgeschrieben ist, sprechen die Zahlen von Kohlenmonoxidvergiftungen eine mehr als deutliche Sprache.

In den Zahlen des statistischen Bundesamtes werden speziell keine Kohlenmonoxidtote ausgewiesen. Geht man aber davon aus, dass die Toten aus kontrolliertem Feuer Kohlenmonoxidopfer sind, beläuft sich die Zahl absolut auf :

1998 = 9; 1999 = 3 und 2000 = 1

Die belgische Botschaft in Berlin antwortete auf die Frage nach Kohlenmonoxidopfern in ihrem Lande :

Zitat ".... in Belgien gibt es jährlich etwa 150 Opfer durch Kohlenmonoxidvergiftungen zu beklagen. Die Ursache ist zurückzuführen auf Schornsteine, die nicht regelmäßig gefegt werden, auf schlecht gewartete Öfen oder Brenner oder auf eine unzureichende Belüftung von beheizten Räumen."

Ähnlich zeigt sich das Bild in Großbritannien, die britische Botschaft in Berlin antwortete :

Zitat "Von 1989 bis 1998 gab es 533 Todesfälle von Kohlenmonoxidvergiftungen durch Beheizungsgeräte im vereinten Königreich. Die Ursachen dazu waren: unzulängliche Belüftung der Aufstellräume, verstopfte oder undichte Rauchabzüge bzw. schlecht gewartete Schornsteine, fehlerhafte bzw. defekte Heizungsanlagen."

Während der Delegiertentagung des Schweizer Kaminfegermeister-Verbandes referierte Ralph Willing aus dem Elsass. Er stellte dar, dass in Frankreich jedes Jahr mehr als 400 Tote und 8.000 Opfer in Folge von Kohlenmonoxidvergiftungen zu beklagen sind. Festzustellen bleibt generell für Frankreich, dass die Verschmutzung innerhalb der Abgasanlage den häufigsten Grund für Unfälle mit Kohlenmonoxid darstellen.

In der Budapester Zeitung vom 25.10.2002 war zu lesen, dass mehrere zehntausend Schornsteine in der Hauptstadt eine Gefahr darstellen. Die Heizsaison hatte zwar kaum begonnen, doch schon hatte es die ersten schweren Unfälle wegen schlecht gewarteter Öfen und Schornsteine gegeben. Experten befürchten, dass sich die Gefahr der Kohlenmonoxidvergiftungen weiter erhöhen wird, wenn die ersten Nachtfröste auftreten.

Fazit:
Die Hauptursache für Kohlenmonoxidvergiftungen im europäischen Ausland liegt hauptsächlich an den nicht überprüften Feuerungsanlagen.

Der verhängnisvolle Irrglauben, dass gerade der Brennstoff Gas aufgrund des sauberen Brennverhaltens keinerlei Wartung bedarf, führt jährlich europaweit zu hunderten von Todesopfern, die im 21. Jahrhundert unnötig sind.

Zweifelsfrei zeigt sich ein Zusammenhang der Kohlenmonoxidvergiftungen mit der Überwachung durch den Schornsteinfeger und dem Zustand von Feuerungsanlagen in Deutschland. Alle Länder, die spezifiziert die Kohlenmonoxidproblematik ausweisen, haben unabhängig voneinander als Hauptursache des Vergiftungspotenzials die nicht oder nur unsachgemäß gewartete Abgasanlage herausgestellt.

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