Wohnwertförderung erleichtert auch die Heizungssanisierung. Immobilienbesitzer, die ein selbstgenutztes oder vermietetes Wohnhaus energetisch verbessern wollen, können auf eine besonders günstige Finanzierung bauen. Im Rahmen des Zwölf-Milliarden-Euro-Programms "Wohnwertförderung" unterstützt die Bundesregierung Investitionen zur Energieeinsparung und Minderung von C02-Emissionen. Mit zinsgünstigen Darlehen der KfW-Förderbank werden Einzelmaßnahmen wie die Heizungssanierung, aber auch komplette energetische Modernisierungen unterstützt.
"Vom gesamten Energieverbrauch unseres Landes entfällt zirka ein Drittel auf die privaten Haushalte - also insbesondere auf die Gebäu deheizung und Warmwasserbereitung. Gleichzeitig schlummert hier angesichts des vielfach überalterten Wohnraumbestandes ein Potenzial, das wir mit der Wohnwertförderung erschließen wollen", so erklärt Bundesbauminister Dr. Manfred Stolpe die Initiative.
Laut Bundesbauministerium lassen sich durch eine umfangreiche und komplexe Modernisierung bei vielen Gebäuden insge samt 50 bis 60 Prozent Energie einsparen, insbesondere bei Häusern, die vor 1978 und damit vor In-Kraft-Treten der ersten Wärmeschutzverordnung erbaut worden sind.
Einen Großteil des Einsparpotenzials birgt dabei die Modernisierung einer technisch veralteten Heizanlage, erläutert dazu das Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO). Wird zum Beispiel ein 20 Jahre alter Standardheizkessel durch ein modernes Öl-Brennwertgerät ersetzt, bringt bereits diese Sanierungsmaßnahme eine Heizöleinsparung von bis zu 40 Prozent.
Unter dem neuen Oberbegriff "Wohnwertförderung" sind verschiedene Einzelprogramme zusammengefasst, darunter das "KfW-C02-Gebäudesanierungsprogramm" sowie das "KfW-Programm zur C02-Minderung" mit Finanzierungszinssätzen weit unter dem Kapitalmarktniveau. Ebenfalls enthalten ist das "Marktenreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien", bei dem Direktzuschüsse gewährt werden. Die Installation einer solarthermischen Anlage beispielsweise wird je Quadratmeter Kollektorfläche mit 110 Euro bezuschusst. Einzelne Programme können zudem kombiniert werden.
Die Erneuerung einer veralteten Heizung wird vielfältig unterstützt, sowohl im Zuge einer Einzelmaßnahme als auch in der Kombination mit weiteren energetischen Sanierungsmaßnahmen, die in so genannten Paketen zusammengefasst sind. Zum Beispiel in "Paket 1": Hier wird der Austausch eines veralteten Heizkessels in Verbindung mit der Wärmedämmung des Daches und der Außenwände gefördert. In "Paket 2" werden der Austausch einer veralteten Heizung und Wärmedämmung des Daches sowie Erneuerung der Fenster und Wärmedämmung der Kellerdecke oder der erdberührten Außenflächen begünstigt. Zudem wird im "Paket 5" der Austausch von Einzelöfen, Nachtspeicherheizungen oder Kohleheizzentralen gegen Wärmeversorgungsanlagen im Sinne der Energieeinsparverordnung (EnEV) finanziert. Zu solchen Wärmeerzeugungsanlagen zählen auch moderne Öl-Niedertemperatur- und Öl-Brennwertkessel. Ebenfalls in diesem Paket förderfähig ist der Austausch von Öl-Standardheizungen, die vor 1982 eingebaut wurden, gegen Öl-Brennwertgeräte in Kombination mit einer Solarkollektoranlage.
"Wer Modernisierungsbedarf hat und jetzt nicht die Initiative ergreift, verpasst eine Chance", urteilt Bauminister Stolpe. Und empfiehlt, nicht lange zu zögern. Denn gefördert wird nur solange, bis der Zwölf-Milliarden Euro-Etat erschöpft ist. Detailinformationen zur Beantragung der Fördermittel und entsprechende Formulare gibt´s bei der Hausbank. Etwa vier bis sechs Wochen Bearbeitungszeit zwischen Antragstellung und Bewilligung sollten eingeplant werden.
Die aktuellen Zinssätze für die jeweiligen Fördermaßnahmen finden Interessenten unter
www.kfw-foerderbank.de.
Details zu aktuellen Förderprogrammen auch unter
www.oelheizung.info.