Die Heizungswirtschaft stagnierte im letzten Jahr. Das Ende des Abwärtstrends der Vorjahre ist damit allerdings noch nicht in Sicht, so das Ergebnis des vor kurzem veröffentlichten Marktreports Heizungswirtschaft 2000 der Remshaldener Managementberatung Frey, Schöler & Scheuber.
Die um rund 4% gesunkene Nachfrage im Kesselmarkt konnte durch den Zuwachs im Gasthermenmarkt mit Brennwerttechnik annähernd kompensiert werden. Damit erfüllten sich die eher auf eine Stabilisierung gerichteten Erwartungen der Heizungsbranche für den Kesselmarkt nicht. Der in diesem Marktsektor seit langem erwartete deutliche Nachfrageschub durch Modernisierung des Altanlagenbestandes blieb somit einmal mehr aus. Trotz des insgesamt negativen Trends in diesem Marktsektor waren im Produktsegment der Gas-Units Zuwächse zu verzeichnen. Im Gegensatz zum Kesselmarkt schloss der Thermenmarkt besser als zunächst erwartet ab. Auch der Markt mit Brennwertgeräten entwickelte sich über alle Produktsegmente hinweg weiter positiv.
Für das laufende Jahr 2000 sind die Erwartungen der Branche vor allem durch den positiven Trend des weiter kontinuierlich wachsenden Brennwertmarktes geprägt, während bei konventionellen Geräten -abgesehen von GasUnits - mit weiteren Einbußen gerechnet wird. Als insgesamt stabil bis leicht ansteigend wird die Marktentwicklung im Bereich der Gasanlagen eingeschätzt.
Die Bewertung der ökologischen Leistungsfähigkeit zeigt, dass der Anteil schadstoffarmer Geräte - bezogen auf die jeweils geltenden Grenzwerte für den "Blauen Engel" - zwar nach wie vor hoch ist, sich jedoch nach Produktsegmenten unterschiedlich entwickelt. Während im Segment der Gasgeräte Zuwächse verzeichnet werden, sinkt der Anteil bei den ölkessem. Insgesamt stellt sich die Frage, ob der mit der Einführung des Umweltzeichens ursprünglich beabsichtigte Effekt einer Marktabgrenzung durch die mittlerweile erreichte weite Verbreitung schadstoffarmer Geräte überhaupt noch zum Tragen kommt. Der teilweise zu beobachtende Trend einer Abkehr von gerätetechnischen Sonderausstattungen deutet darauf hin, dass dem hohen Wettbewerbsdruck jetzt nicht mehr nur durch eine Margenreduktion begegnet wird, sondern auch durch eine verstärkte Orientierung auf kostengünstigere Standardausstattungen.

Vergleich der Absatzzahler Heizkessel und Gastherme den Jahren 1998 und 1999