Umfrage des WDR bestätigt Bürgerwunsch. Schornsteinfegerhandwerk ist grundsätzlich reformbereit. Nach dem das Schornsteinfegerhandwerk in jüngster Zeit hin und wieder in die Kritik geraten ist, hat der Westdeutsche Rundfunk kürzlich eine Internet-Befragung zu diesem Thema durchgeführt. Unter www.wdr.de wurde die Frage: "Soll das Schornsteinfeger-Monopol abgeschafft werden?" gestellt. 6,6 Prozent der wdr.de-User schlossen sich dieser Meinung an. Sie möchten ihren Schornsteinfeger selbst auswählen können. 93,4 Prozent waren allerdings dagegen. Sie halten das Monopol für einen Qualitätsgaranten, das beibehalten werden sollte.
Dieses Votum untermauert das Ergebnis einer repräsentativen Meinungsumfrage, die im Jahr 2001 durch das Forsa-Institut, Dortmund, durchgeführt wurde. Damals hielten etwa 94 Prozent der Bundesbürger die Kehr- und Überprüfungsarbeiten des Schornsteinfegers für notwendig. Nahezu alle Befragten (91%) gaben außerdem an, mit Ihrem "Schwarzen Mann" zufrieden zu sein.
Die feste Einteilung der Schornsteinfegerbetriebe in sogenannte Kehrbezirke hat übrigens ganz praktische Gründe. Zum Einen können so die - staatlich verordneten - umwelt- und brandschutztechnischen Standards gewährleistet werden. Zum Anderen stellt die flächendeckende Struktur günstige Kehr- und Prüfgebühren sicher. Erfahrungen aus der Schweiz haben gezeigt, dass in Kantonen, die ihren Bürgern eine freie Wahl des Kaminkehrers ermöglichen die Preise um etwa 20 Prozent angestiegen sind.
Nach Angaben des Bundesinnungsmeisters Hans Günther Beyerstedt sind die Schornsteinfeger allerdings grundsätzlich bereit, das Verfahren für die Besetzung der Kehrbezirke und deren Vergabe gemäss den EU-Forderungen zu ändern. Beyerstedt wörtlich: "Das Schornsteinfegerhandwerk wendet sich nicht gegen die Marktöffnung und kann sich durchaus vorstellen, dass der Bürger sich seinen Schornsteinfeger auswählen kann. Zur Erhaltung günstiger Kehr– und Prüfgebühren sowie zur Sicherung brandschutztechnischer Standards hat sich die flächendeckende Struktur unseres Handwerks bestens bewährt. Die Wahlfreiheit würde den gegenteiligen Effekt haben." Eine erschreckend hohe Anzahl von Schadens- und Todesfällen, die in europäischen Nachbarstaaten durch Feuerstätten verursacht wird, untermauern diese Aussage.
Die bisherige Regelung, nach der SHK-Fachbetriebe montieren sowie warten und Schornsteinfeger kontrollieren, hat sich zum Wohle der Bürger und der Umwelt schließlich bestens bewährt. Die durchgeführten Immissionsschutzmessungen und Energieberatungen ziehen nach Angaben von Prof. Dr.-Ing. M. Kleemann (Forschungszentrum Jülich) ein gemitteltes Investitionsvolumen von etwa 132 Millionen Euro pro Jahr nach sich. Neben den Impulsen für den Arbeitsmarkt ergeben sich dabei auch positive Folgen für die Umwelt: Zusammengefasst haben alle Aktivitäten des Heizungsbau- und Schornsteinfegerhandwerks dazu beigetragen, dass beispielsweise im Jahr 2002 ca. 389.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2), 317 Tonnen Stickoxide und 310 Tonnen Schwefeldioxid weniger in die Atmosphäre gelangten.