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News vom 20.08.2004

Trotz gestiegener Rohölpreise ist Heizöl weiterhin vergleichsweise günstig


Energiekosten von Erdgas liegen um 30 Prozent höher.

Trotz gestiegener Rohölpreise hat sich Heizöl auch im ersten Halbjahr 2004 als einer der preisgünstigsten Wärmeenergieträger in Deutschland behauptet. So kostete im Juni die 3000-Liter-Partie Heizöl im Bundesdurchschnitt 1154,41 Euro. Für die vergleichbare Menge Erdgas (33.540 kWh) mussten dagegen einschließlich Grundpreis rund 30,6 Prozent mehr, nämlich 1507,50 Euro bezahlt werden. Auf den Literpreis umgerechnet waren im Juni für Erdgas 50.24 Cent und für Heizöl 38,48 Cent fällig. Zugrunde liegen diesen Zahlen die regelmäßigen Erhebungen der Fachzeitschrift "Brennstoffspiegel".

Mit der Differenz von 353,09 Euro für eine im Juni bezogene 3000-Liter Partie wird der seit zweieinhalb Jahrzehnten andauernde Brennstoffkostenvorteil einer Ölheizung fortgeschrieben. Seit Ende der siebziger Jahre ist Heizöl bei einer Abnahme von 3000 Litern beziehungsweise der entsprechenden Menge von 33.540 kWh Erdgas jahresdurchschnittlich um jeweils gut 300 Euro preisgünstiger zu beziehen als Erdgas. In den vergangenen 20 Jahren musste ein Ölheizer mithin im Bundesdurchschnitt insgesamt 6.085 Euro weniger für den Brennstoff ausgeben als sein Nachbar mit einer Erdgasheizung. Für weniger als eine solche Summe ist übrigens schon ein modernes Öl-Brennwertgerät zu haben.

Wahrscheinlich wird sich die Differenz zwischen Erdgas- und Heizölpreis bald nochmals vergrößern. Denn die Gaspreise sind in Deutschland an die Heizölpreise gekoppelt und werden mit einer Verzögerung von sechs Monaten angepasst. Daher müssen sich Gasheizungsbetreiber ab Herbst auf höhere Erdgaspreise einstellen, genau zu Beginn der Heizsaison.

Ölheizungsbetreiber hingegen haben aufgrund ihrer eigenen Wärmebevorratung die Möglichkeit, weitgehend selbst zu entscheiden, wann sie sich mit Brennstoff eindecken. So können sie das von Angebot und Nachfrage geprägte Auf und Ab der Heizölpreise zu ihren Gunsten in blanke Münze umwandeln. Zeiten höherer Preise lassen sich durchaus "aussitzen". Und Niedrigpreis-Phasen, die in den vergangenen Jahren immer wieder auf Preisspitzen folgten, können sie geschickt nutzen, um sich noch unterhalb des statistischen Jahresmittelpreises mit Wärme zu versorgen.

So schwankte der Preis für einen Liter Heizöl in den vergangenen sechs Monaten zwischen 33,36 Cent im Februar und 39,87 Cent im Mai. Wer also seinen Jahresbedarf an Heizöl von 3000 Litern im Februar eingekauft hat, bezog ihn um durchschnittlich 195,30 Euro günstiger als derjenige, der sich im Mai für das Nachtanken entschieden hat. "Für Heizölkunden lohnt es sich deshalb, stets die aktuelle Preissituation zu beobachten", erklärt das Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO).

Viele Tageszeitungen veröffentlichen im fortlaufenden Vergleich die Heizölpreise. Zudem kann der Heizölhändler wertvolle Entscheidungshilfe geben. Branchenexperten empfehlen angesichts eines erwarteten Anstiegs der Heizölnachfrage zum Herbst, die Ferienzeit zum Nachfüllen des Wärmevorrat zu nutzen. Denn zurzeit sind die privaten Heizöltanks in Deutschland nur zu 48 Prozent gefüllt.



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