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News vom 31.08.2004

DIN-Norm für den Vergleich energetischer Sanierungsmaßnahmen


Heizungssanierung bietet höchstes Energiesparpotenzial.

Die Umsetzung einer entsprechenden EU-Richtlinie schreibt in der Bundesrepublik ab 2006 auch für bestehende Gebäude einen Energiepass vor. Anhand dieses Passes, dessen Gestaltung sich voraussichtlich an den Energieeffizienz-Klassen von Haushaltskühlgeräten orientiert, können Heizkosten miteinander verglichen werden und zwar unter genormten Bedingungen. Die energetische Gesamtbewertung von Altbauten und die Wirksamkeit einzelner energetischer Modernisierungsmaßnahmen werden künftig nach DIN sowie einer neuen, eigens dafür entwickelten technischen Spezifikation berechnet.

Die meisten bestehenden Gebäude werden energetisch wohl sehr schlecht abschneiden, so die übereinstimmende Einschätzung von Branchenexperten. Beim Verkauf oder bei der Vermietung einer Immobilie dürfte sich eine ungünstige Einstufung im Energiepass allerdings negativ niederschlagen. Deshalb werden viele Hauseigentümer entsprechende Sanierungsmaßnahmen einleiten. Doch welche Modernisierungsmaßnahme ist die effizienteste? Die neue, genormte Bewertung bietet nun gesicherte Daten, die im Übrigen bisherige Untersuchungsergebnisse an den Universitäten Stuttgart und Dresden bestätigen.

Demnach bringt der Austausch eines veralteten Wärmeerzeugers gegen einen effizienten Heizkessel, Beispielsweise ein Öl-Brennwertgerät, mit einer Energieeinsparung von 38 Prozent bereits mehr als die umfassende - und kostenintensivere - Verbesserung der Wärmedämmung. Wird im Zuge einer Heizungsmodernisierung ein Brennwertgerät mit einer Solaranlage zur Trinkwassererwärmung kombiniert, ist laut Norm mit einer Energieeinsparung von 41 Prozent zu rechnen.

Das Optimum wird mit der Installation eines Brennwertgeräts in Verbindung mit einer solarthermischen Anlage, dem Einbau von Wärmeschutzfenstern sowie der verbesserten Wärmedämmung von Fassade, Kellerdecke und Heizwasserverteilungsleitungen erreicht. Diese Komplettsanierung bringt nach Norm eine Energieeinsparung von 62 Prozent.

"Wer sein Haus Schritt für Schritt energetisch auf aktuellen Stand bringen möchte, sollte also mit der Erneuerung der Heizanlage beginnen", rät das Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO). Zumal die alleinige Verbesserung der Wärmedämmung bei einer weiteren Verwendung veralteter Heiztechnik aufgrund des dann zunehmenden Teillastbetriebes des Kessels zu einem nochmals verschlechterten Jahresnutzungsgrad der Heizung führt. Das Einsparpotenzial der Wärmedämmung wird also geschmälert.

Wird hingegen in einem Gebäude, in dem bereits ein effizienter Brennwertkessel installiert ist, nachträglich die Wärmedämmung verbessert. bewirkt diese Modernisierungsmaßnahme keine energetische Verschlechterung des Wärmeerzeugers, weil Brennwertgeräte ein ausgezeichnetes Teillastverhältnis aufweisen.



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