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News vom 14.09.2004

Deutsche mit Umweltpolitik unzufrieden

Ausstieg aus Kernenergie und Förderung der erneuerbaren Energien findet breite Zustimmung.

Die Deutschen sind mit der Umweltpolitik nicht zufrieden. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes TNS emnid. Nach Schulnoten bewerteten 37 Prozent der Befragten die Umweltpolitik mit "befriedigend". 31 Prozent vergaben die Note "ausreichend". Der Notenschnitt beträgt 3,8, wobei die Bestnote kein einziges Mal vergeben wurde. Bundesumweltminister Jürgen Trittin erhielt die Durchschnittsnote 3,9. Bei der Umweltkompetenz der Bundestagsparteien führen die Grünen klar mit einer Zustimmung von 40 Prozent. Dem Koalitionspartner SPD attestierten nur fünf Prozent der Befragten ökologische Kompetenz.

Der Ausstieg aus der Atompolitik wird von der überwiegenden Mehrheit befürwortet. 27 Prozent der Befragten sprachen sich sogar für einen schnelleren Ausstieg aus. Bemerkenswert ist, dass etwas mehr als die Hälfte der CDU-Anhänger gegen Atomenergie auftritt und immerhin neun Prozent der Grün-Wähler für die Beibehaltung der Atomkraftwerke sind. Die Umfrage brachte ein deutliches Votum für die Förderung der erneuerbaren Energien zutage. 59 Prozent der Bürger wollen die Subvention sogar verstärken; ein Viertel will den Status quo beibehalten.

Dass das Umweltbewusstein der Deutschen steigt, unterstreicht die Frage nach den größten Umweltproblemen. An erster Stelle steht dabei die Verschwendung der Energievorräte, dicht gefolgt von der Wasser-, Boden- und Luftverschmutzung. Der Klimawandel wird als drittgrößtes Problem gesehen. Auf das Konsumverhalten wirkt sich das aber nur teilweise aus. Zwar gab die Hälfte der Befragten den Kraftstoffverbrauch beim nächsten Autokauf als eines der Hauptkriterien an. Allerdings ist nur etwas mehr als ein Viertel der Schüler der Ansicht, dass ein geringer Kraftstoffverbrauch bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielt.

In einer gemeinsame Pressemitteilung des Bundesverbandes Erneuerbare Energie, des Bundesverband WindEnergie und Greenpeace fanden die Ergebnisse der Umfrage naturgemäß eine große Genugtuung. Trotz Negativ-Kampagnen der großen Stromkonzerne gegen erneuerbare Energien seien vier von fünf Deutschen für eine Beibehaltung oder gar für den Ausbau der Förderung der Energie aus Wind, Sonne, Biomasse, Wasser und Geothermie. "Mit Kohle und Öl ist die wirtschaftliche und ökologische Zukunft Deutschlands nicht mehr zu gestalten", erklärte Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie. Die Bevölkerung habe längst erkannt, dass dringend Alternativen zur fossilen Energieversorgung notwendig seien.

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