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News vom 12.10.2004

Unerschöpfliche Energie aus der Tiefe

Deutschlands größtes Geothermie-Kraftwerk entsteht bei Offenbach: Unternehmen HotRock arbeitet nach dem Kalina-Prinzip.

Unter der Erdoberfläche gibt es eine saubere und unerschöpfliche Energiequelle - die Erdwärme. Angezapft wird sie künftig auch im rheinland-pfälzischen Offenbach. Dort übernimmt die Siemens AG die Planung für Deutschlands größtes Geothermie-Kraftwerk.

Die Anlage des Unternehmens HotRock ist auf fünf Megawatt Leistung ausgelegt und kann damit den Strombedarf von rund 20.000 Haushalten decken. Ein Kohlekraftwerk gleicher Leistung würde rund 23.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr ausstoßen.

Die Energieerzeugung im Kalina-Prinzip macht durch ihren hohen Wirkungsgrad die Geothermie auch in geologisch weniger aktiven Regionen in Mitteleuropa wirtschaftlich attraktiv. In Deutschland fördert die Bundesregierung Erdwärme mit bis zu 15 Cent pro Kilowattstunde.

Bei herkömmlichen Geothermie-Kraftwerken in geologisch aktiven Gebieten wie Island oder Italien tritt das geförderte Tiefenwasser als Dampf aus und kann damit direkt eine Turbine zur Stromerzeugung antreiben. Das abgekühlte Wasser wird anschließend wieder in die Erde zurückgepumpt. In Regionen mit weniger "heißen" Zonen funktioniert dieser Kreislauf nur bedingt - dort ist das Wasser aus der Tiefe „zu kalt“.

Hier können Erdwärmekraftwerke, die nach dem Kalina-Prinzip arbeiten, Abhilfe schaffen: Das Thermalwasser wird in einen Wärmetauscher geleitet und verdampft dort ein Wasser-Ammoniak-Gemisch. Dieses Gemisch hat einen viel niedrigeren Siedepunkt als Wasser und kann daher im Vergleich zu anderen Arbeitsmedien wie z.B. organischen Flüssigkeiten mehr Wärme aufnehmen. Der Dampf des Ammoniak-Mix treibt dann einen Generator an, kondensiert und fließt zurück in den Wärmetauscher. Emissionen entstehen dabei nicht.

Für das Geothermie-Kraftwerk in Offenbach wird knapp drei Kilometer tief gebohrt. Dort wird Wasser mit rund 150°C vermutet. Eine erste Förderbohrung soll im Dezember 2004 abgeschlossen sein.

Ein ähnliches Projekt läuft in Unterhaching bei München. Hier ergab jüngst eine Probebohrung in 3350 Metern Tiefe 122 Grad heißes Wasser.

(Quelle: Siemens AG)
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