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News vom 08.12.2004

Ökologische Wassertechnik in der Architektur und Landschaftsplanung

Projektübergreifende Lösungen zur Regenwassernutzung und Regenwasserbewirtschaftung in der ökologischen Architektur und Stadtplanung waren die Leitthemen auf dem fbr-Fachsymposium in Wetzlar.

Der Umgang mit Wasser sowohl im Gebäude als auch auf dem Grundstück sind zunehmend wichtige Fragen mit denen sich Planer und Architekten auseinandersetzen müssen. Sobald z.B. über die Nutzung von Betriebswasser oder über die gebührenneutrale Ableitung des Wassers Kosten eingespart werden können, steigt auch das Interesse der Bauherren nach diesen Systemen. Stefan Brückmann, Atelier Dreiseitl Überlingen, konnte den über 40 Architekten und Planernin Wetzlar Akzente moderner und ökologischer Planungen im Städtebau bis hin zu Lösungen am und im Gebäude vorstellen. Neben dem Einsatz von Regenwasser zu Kühlungszwecken und Wohnklimaverbesserungen im Gebäude überzeugten ebenso die Planungen zur Stadthydrologie die Teilnehmer.

Kurze Amortisationszeiten
Dr. Mathias Kaiser, Ingenieurbüro Kaiser Dortmund, demonstriert exemplarisch an industriellen Großprojekten die Möglichkeiten der Regenwasserversickerung auch unter erschwerten und minimalen Platzverhältnissen im Ruhrgebiet. Amortisationszeiten der Bauvorhaben zur Regenwasserbewirtschaftung zwischen zwei und vier Jahren waren dabei die Regel.

Minimaler Aufwand durch geschickte Installation
Nachrüstung von Regenwassernutzungsanlagen in bestehende Gebäude ist aus technischer Sicht einfach durchzuführen, wie Gerhard Deltau, 2. Vorsitzender der fbr darstellte. Zwei Anlagenkomponenten, Speicher mit Einbauteilen sowie der Druckerhöhung mit Steuerung und integrierter Trinkwassernachspeisung sind die Hauptbauteile einer Regenwassernutzungsanlage Diese Anlagenkomponenten werden bereits vorinstalliert angeliefert. Die Verlegung des notwendigen zweiten Rohrleitungsnetzes im Gebäude gestaltet sich recht einfach.
Nutzung vorhandener Leitungsschächte oder geschickte Leitungsführung z.B. unter der Kellerdecke bis zur Zapfstelle reduziert die Installation auf ein Minimum. So wird selbst der nachträgliche Einbau in bestehende Bäder leicht gemacht. Sichtblenden und entsprechende Rohrleitungen hält der Fachhandel vorrätig.

Innovation Wasserrecycling
Die Wiederverwendung von gereinigtem Dusch- und Badewasser ist in Deutschland mittlerweile zum Stand der Technik geworden, so Dr. Georg Mehlhart. Mehr als 10 Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit wurden erfolgreich abgeschlossen. Mittlerweile sind neben Großanlagen in Hotels, Seniorenheimen, Sport- und Fitnessclubs rd. 800 Grauwasseranlagen in Privathaushalten erfolgreich im Einsatz. Diese Systeme in kompakter Bauform reduzieren den Trinkwasserbedarf um rd. 40 bis 50 Prozent im Gebäude. Im Hinblick auf Wartung und Betrieb sind die Anlagen vergleichbar mit einer Zentralheizung.

Das große Interesse der Teilnehmer und die anschließende lebhafte Diskussion hat die Fachvereinigung bewogen das Thema auch 2005 wieder aufzugreifen. Geplant sind weitere Veranstaltungen in Berlin, Hamburg und München.
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