Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert ein zweigleisiges Forschungskonzept für den nachhaltigen Klimaschutz. Es geht um Technologien, Verfahren und Strategien zur Emissionsminderung und zur Adaptation an Klimaveränderungen.
Die Klimaforschung der letzten Jahrzehnte hat nicht nur unser Verständnis für Prozesse des Klimawandels vertieft, sondern auch deutlich gemacht, dass weitere und verstärkte Bemühungen zur Minderung von Treibhausgasemissionen unternommen werden müssen. Zugleich hat die Forschung unser Augenmerk darauf gelenkt, dass bereits heute Klimatrends und Extremwetter steigenden Einfluss auf Wirtschafts-, Gesellschafts- und Lebensbereiche in allen Regionen der Welt besitzen. Die Hochwasser an Elbe und Oder, die wiederkehrenden Herbststürme oder die Folgen extremer Sommerhitze verdeutlichen schlaglichtartig die hohe volkswirtschaftliche Relevanz einer verbesserten Anpassung an Klima- und Wettertrends.
Für die Bau- und Gebäudetechnik ergeben sich aus dem gemessenen Anstieg der Durchschnittstemperaturen in Mittel- und Südeuropa bereits jetzt Herausforderungen für das Temperaturverhalten, die Klimatisierung und den Energieverbrauch von Gebäuden. Diverse Gerichtsurteile zum thermischen Raumklima machen klimagerechtes Bauen zu einem Richtwert, der (nicht zuletzt angesichts des ungebrochenen Trends zu Glasfassaden) gebäudetechnische Innovationen lohnend macht. Eine verbesserte Anpassung an Klimatrends ist nicht nur ein Gebot der Stunde, sondern auch eine Chance für die Zukunft. So wird es rentabel, neue Produkte, Dienstleistungen und Techniken zu entwickeln und über den europäischen Markt hinaus in subtropische und tropische Klimazonen zu exportieren.
Das BMBF greift diese Chancen auf und wird mit seiner Fördermaßnahme das Spektrum des nachhaltigen Klimaschutzes verbreitern, indem es parallel zur unverzichtbaren Minderung der Treibhausgasemissionen („Schutz des Klimas“) schon mittelfristig wirtschaftliche und gesellschaftliche Chancen von Anpassungsmaßnahmen („Schutz vor Klimawirkungen“) auslotet. Beide Aspekte des Klimaschutzes sind Gegenstand der Förderung:
Teilaspekt A: Minderung der Treibhausgasemissionen Dieser Teilaspekt konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Technologien, Verfahren, Produkte und Strategien, mit denen eine deutliche Emissionsminderung klimarelevanter Gase, insbesondere aus industriellen Prozessen, erreicht werden kann.
Teilaspekt B: Anpassung an Klimatrends und Extremwetter Dieser Teilaspekt zielt auf die Entwicklung, Umsetzung und Verbreitung von Techniken und Strategien für eine effektive und effiziente Anpassung an das gegenwärtige Klima mit seinen Wetterextremen und seinen absehbaren Veränderungen. So ergeben sich in Wirtschaft, Verwaltung und Planung bereits heute operationelle Risiken, aber auch Chancen für neue Produkte und Dienstleistungen, für neue Geschäftsprozesse und komparative Vorteile gegenüber Wettbewerbern und für eine nachhaltige Vorsorge für die weitere Entwicklung.
Mit diesem Förderprogramm bietet sich der Bau- und Gebäudetechnik eine ausgezeichnete Gelegenheit, ihre „Klimaexposure“ zu prüfen, Emissionsminderungspotentiale auszuschöpfen, Initiativen zum klimagerechten Planen und Bauen zu bündeln und konkrete Maßnahmen für die langfristige Anpassungsfähigkeit von Produkten, Techniken und Dienstleistungen umzusetzen. Die aktuelle Förderphilosophie bietet Raum für eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze und Vorhaben in den Bereichen Emissionsminderung, Anpassung, Kommunikation und Weiterbildung sowie für die Bildung von fachlichen Netzwerken.
Antragsberechtigt sind in Deutschland produzierende Unternehmen, hier ansässige Hochschulen, Forschungseinrichtungen und andere Institutionen und juristische Personen mit Bezug zum ausgeschriebenen Zuwendungszweck.
Kontakt:
Projektträger Umweltforschung und -technik
beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (PT-UF c/o DLR)
Godesberger Allee 119
53175 Bonn (ab 01.01.2005: Heinrich-Konen-Straße 1, 53227 Bonn)
Fax: 0228/ 81996-40
[email protected]
Weitere Informationen:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)