Die Vorgaben der Betreibergesellschaft (Wohn- und Wirtschaftsservice Herford) stellte für das Ingenieurbüro EST in Herford eine besondere Herausforderung dar. Es sollte die Heizzentrale eines in den 50-er Jahren erbauten Wohnblocks mit 30 Wohneinheiten auf dem Westring in Herford saniert werden.
Dieses Blockheizkraftwerk bildet in Verbindung mit einem Niedertemperaturkessel das Kernstück der neuen Heizzentrale.
Die beiden Frischwassermodule der Firma Sandler Energietechnik bietet durch ihre Schaltung keine Möglichkeit zur Bildung von Legionellen.
Topologie des Fernmanagement und der Frischwassertechnik.
Die neue Anlage sollte nicht nur ein Optimum an Wirtschaftlichkeit, bestmöglichen Umweltschutz und höchste Hygiene für die Bewohner bieten, sondern gleichzeitig mit einem offenen Gebäudemanagement ausgestattet sein, das auch alle anderen, zum Teil weit entfernten, Liegenschaften des Betreibers via Internet zur ganzheitlichen Überwachung verbindet.
Kernstück der neuen Heizzentrale ist ein Niedertemperaturkessel in Kombination mit einem Blockheizkraftwerk. Das BHKW hat eine elektrische Leistung von ca. 20 kW und eine thermische Leistung von 38 kW. (Kosten ca. 72.000 EUR, Amortisationszeit ca. 4 bis 5 Jahre). Es stellt gleichzeitig Wärme und Strom bei effizienter Primärenergienutzung bereit, was eine hohe Wirtschaftlichkeit und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz bedeutet.
So ist im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Strom und Wärme heute am Westring der CO2 Ausstoß 151 Tonnen pro Jahr (= 55 %) und der Primärenergieeinsatz um 456.251 kWh/Jahr (= 42 %) geringer.
Zur Realisierung der hohen Hygieneanforderungen bei der Trinkwassererwärmung und für die dezentrale Verwaltung aller Liegenschaften des Betreibers, fand das Ingenieurbüro EST überzeugende System-Lösungen bei den Firmen Sandler Energietechnik in Kaufbeuren (
www.sandler-energie.de) und GFR in Verl (
www.gfr.de)
Warmwasser im Wohnblock Just in Time Im Unterschied zur herkömmlichen Warmwasserversorgung, bei der große Warmwassermengen bevorratet werden, die leider während nutzungsarmen Zeiten in den Speichern ideale Bedingungen für Keime bieten, funktioniert die im Wohnbau Herford zum Einsatz gekommene Frischwassertechnik von Sandler Energietechnik (ausgelegt als „zwei in Kaskade geschaltete Frischwassermodule-50“ mit 95 l/min Dauerleistung und Trinkwarmwasser-Zirkulation für ca. 70 Warmwasserzapfstellen) wie ein zentraler Durchlauferhitzer mit dem Komfort und der Wirtschaftlichkeit eines Warmwasserspeichers. Über einen Wärmetauscher wird das frische, kalte Leitungswasser innerhalb weniger Augenblicke auf die gewünschte Warmwassertemperatur erhitzt. Damit haben gefährliche Legionellen keine Möglichkeit sich zu entwickeln und zu vermehren.
Das A und O dieser Frischwassertechnik ist die Regelung. Damit gleichmäßige Warmwassertemperaturen auch bei unterschiedlichen Speichertemperaturen und Schüttleistungen garantiert werden können, hat Sandler Energietechnik ein leistungsfähiges Regelungssystem „SYSTEM 018“ entwickelt, das auf dem Markt als „Neuronale Frischwasser-Regeltechnik“ bekannt ist und höchsten Warmwasserkomfort, absolute Zuverlässigkeit und maximale Energienutzung garantiert.
Offenes Gebäudemanagement via Internet Die auf Basis der innovativen Planung des Ingenieurbüros geforderten besonderen technischen Anforderungen an die Gebäudeautomation konnten mit den GFR-Systemen DIGIVISION und DIGICONTROL in vollem Umfang erfüllt werden.
Mehr noch: Durch die Entscheidung für die GFR-Neuentwicklung
„WEBVISION rent `n` use“ musste die notwendige Gebäude- und Liegenschaftsmanagementsoftware im Gegensatz zur herkömmlichen Desktopanwendung nicht mehr gekauft und auf eigenem lokalen PC innerhalb der Immobilie installiert werden.
Das gemietete Softwaresystem befindet sich auf einem externen WEB-Server, auf den der Betreiber (im hier beschriebenen Fall der Planer) ohne Funktionseinschränkung über seinen eigenen PC mit Internetanschluss zu jeder Zeit und von jedem Ort der Welt aus zugreifen kann.
Das GFR-System schafft damit die Voraussetzung für offene Strukturen, umfangreiche und komfortable Bedienung sowie Fern- und Energiemanagement ohne jeglichen Aufwand an Administrierung, Hardware, Software, Updates und vor allem ohne hohe Investitionskosten.
Damit wurde das primäre Ziel der geforderten Managementstrategie im Herforder Wohnbau erreicht: Erhöhung der Versorgungssicherheit, Ausnutzung der vorhandenen Energieeinsparpotentiale, Reduzierung der Betriebskosten sowie eine ganzheitliche Verwaltung aller Liegenschaften unabhängig von den dort installierten Aggregat-Fabrikaten.