"Der notwendige erste Schritt auf einem langen Marsch zur Klimastabilisierung", erklärt Bundesumweltminister Jürgen Trittin zum Inkrafttreten des Kyoto Protokolls.
Das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls am 16. Februar 2005 ist ein wahrhaft historisches Ereignis: „Erstmals gibt es einen völkerrechtlich verbindlichen Deckel auf den Ausstoß von Treibhausgasen. Bereits 141 Staaten haben das Protokoll trotz aller Schwierigkeiten ratifiziert - und es werden immer mehr. Sie haben sich nicht durch das unilaterale Powerplay eines Landes blockieren lassen. Der Klimawandel ist die größte Herausforderung für die nachhaltige Entwicklung im 21. Jahrhundert. Den Kampf gegen den Klimawandel können wir nur gemeinsam gewinnen. Wir sind auf verbindliche multilaterale Prozesse angewiesen. Der internationale Klimaschutz und das Kyoto-Protokoll sind ein gutes Beispiel für solche multilaterale Zusammenarbeit.“, so der deutsche Bundesumweltminister.
„Das Kyoto-Protokoll ist ein dringend notwendiger erster Schritt auf einem langen Marsch zur Klimastabilisierung. Bei aller Freude über sein In-Kraft-Treten: es bleibt kaum Zeit zum Feiern. Der Klimawandel findet statt, er verursacht weltweit erhebliche Kosten, und er schreitet schneller voran, als selbst Klimaforscher es erwartet haben. Anders als ein Thriller-Autor behauptet hat die Klimaforschung den Klimawandel nicht übertrieben - sondern leider unterschätzt. Der erschreckende Bericht des International Arctic Science Committee, der kürzlich vorgelegt wurde, zeigt, wie dramatisch die Veränderungen in dieser Region bereits heute sind.
Die EU-Leitliene wird von vielen anerkannt: Eine globale Erwärmung um mehr als 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten muss verhindert werden. Wir sind heute schon bei 0,7 Grad globaler Erwärmung.
Die 2-Grad-Obergrenze ist nicht nur ein langfristiges Ziel. Sie erfordert kurzfristiges Handeln, denn das Gelegenheitsfenster, in dem die Einhaltung noch möglich ist, schließt sich in zehn bis zwanzig Jahren. Jetzt müssen wir die Weichen stellen: bei der Planung des Kraftwerksparks, bei Investitionsentscheidungen und Infrastrukturprojekten. Wenn wir zu spät handeln, werden nicht nur die Schäden höher, sondern auch die Minderungskosten. Richtig ist: Wir dürfen nicht stehen bleiben. Bis zur Mitte des Jahrhunderts müssen wir die weltweiten Emissionen um etwa 50% senken.
Deutschland ist hier auf einem guten Weg: Wir haben mit minus 21 % nicht nur die höchste Reduktionsverpflichtung aller Industriestaaten. Mit gut 200 Mio. Tonnen eingesparter Treibhausgase haben wir auch absolut 2/3 aller Reduktionen der EU erbracht. Uns trennen heute nur noch wenige Prozentpunkte von unserem Ziel für 2012.
Es zeigt sich so: Klimaschutz ist eine Chance für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung."
Weitere Informationen:
www.kyoto-protokoll.de