Am 23. April traf sich die Solarbranche zum „2. Bundeskongress für Photovoltaik-Betreibergesellschaften“ in Fürth. Rund 300 Tagungsteilnehmer informierten sich über Themen wie Planung, Finanzierung und Versicherung und tauschten sich über aktuelle Marktentwicklungen aus.
Mit dabei waren renommierte Vertreter aus Politik und Wirtschaft wie Hans-Josef Fell, MdB Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Winfried Hoffmann, Geschäftsführer der RWE SCHOTT Solar GmbH und Hans-Martin Rüter, Vorstandsvorsitzender der Conergy AG.
Betreibergesellschaften bieten jedem die Chance, sich im Bereich Solarenergie zu engagieren, auch kleinere Summen zu investieren und finanziell davon zu profitieren. Für Kommunen stellen sie eine ideale Möglichkeit dar, die Bürger zur Solarenergie zu motivieren, indem sie kostenlos ihre Dächer zur Verfügung stellen. Andere Zielgruppen wie z.B. die Industrie können ihre Dachflächen gewinnbringend vermieten. Ungefährt ein Drittel aller größeren Dachflächen-Anlagen ist im Besitz einer Betreibergesellschaft.
Der Kongress war geprägt von der positiven Aufbruchsstimmung in der Photovoltaik-Branche. Hans-Martin Rüter, Präsident der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) e.V., stellte die Marktentwicklungen 2004 vor und verwies darauf, dass sich In den Bereichen installierte Leistungen, Arbeitsplätze und Umsätze die Zahlen ungefähr verdoppelt hätten. Weiteres Wachstum werde sowohl deutschland- als auch weltweit erwartet. Eines der obersten Ziele der UVS sei der Ausbau der Solarenergie zur tragenden Säule der Energiewirtschaft. Hierzu bedürfe es dringend der Existenzsicherung und der parteiübergreifenden Verankerung des EEG.
Christoph Stein vom Bundesumweltamt (BMU) betonte die anzustrebende breite Akzeptanz der Bevölkerung als wichtige Voraussetzung für eine Weiterentwicklung der Photovoltaik. Das BMU unterstütze den weiteren Ausbau der Technologieführerschaft Deutschlands in diesem Bereich.
Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarindustrie (BSi) e.V. verwies auf der Pressekonferenz auf das Branchenwachstum im Jahr 2004 von 150 auf ca. 360 installierte MW. Diese Entwicklung sei zurückzuführen auf das Vorschaltgesetz und die Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). Erstmals habe Deutschland im Jahr 2004 den Marktführer Japan bei den Zubauraten überholt und sich an die Weltspitze gesetzt.
Firmen konnten ihre Umsätze verdoppeln, ihre Mitarbeiterzahlen drastisch erhöhen und mit dem erfolgreichen Börsengang die Bedeutung des Wachstumsmarktes Photovoltaik unterstreichen. Geplant sei es, die Technologie „Made in Germany“ weltweit zu exportieren, so Thorsten Vespermann, Pressesprecher von CONERGY.
Allerdings bestand Konsens darüber, dass die Produktion eines solchen Hightech-Produkts in Deutschland bleiben solle und werde. Alle Anzeichen sprächen dafür, dass allenfalls Teile der Produktion ausgelagert würden, der Löwenanteil jedoch an den deutschen Standorten bleiben und damit Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze in Deutschland sichern würde.
Eine erfolgreiche Premiere im Rahmen des 2. BFBG feierte die begleitende Ausstellung „PV-EXPO®“. Die rund 20 Aussteller waren hochzufrieden mit dem Fachpublikum und lobten die guten Kontaktmöglichkeiten.
Aber nicht nur Aussteller, Referenten und Teilnehmer waren mit dem Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden, auch die Veranstalter selbst ziehen ein positives Resumée:„Wir sind stolz darauf, mit dem Bundeskongress eine Veranstaltung mit deutschlandweiter Bedeutung geschaffen zu haben“, so Johann-Georg Röhm, Geschäftsführer der erneuerbare energien Kommunikations- und Informationsservice GmbH (eeKIS). „Dies werden wir 2006 weiter ausbauen.“
Der 3. Bundeskongress für Photovoltaik-Betreibergesellschaften findet 08. April 2006 statt.
Detaillierte Infos und Bilder zum Kongress:
www.bundeskongress-pv.de