Armstrong World Industries (Lancaster, USA) verkauft seine komplette Dämmstoffsparte zu einem Verkaufspreis von 290 Mio. US-Dollar an die niederländische Investmentfirma Gilde Investment Management N.V..
Alle notwendigen, mit dem Verkauf verbundenen Transaktionen sollen bis Ende Mai abgeschlossen sein. Die Markenrechte (Armaflex, Tubolit) werden auf die neue Firma übertragen, die bis zum endgültigen Geschäftsabschluss weiterhin als Armstrong Insulation Products firmieren wird. Danach wird die Eigenständigkeit des Unternehmens auch in einem neuen Firmennamen zum Ausdruck kommen.
In den vergangenen Monaten hatte es zahllose Gerüchte über die Zukunft der Dämmstoffsparte des Armstrong-Konzerns gegeben. In der Tat bemühte sich das Management der Armstrong Insulation Products (AIP) seit längerer Zeit um eine größere Unabhängigkeit. AIP war zwar seit langem die erfolgreichste Sparte (gemessen am Umsatz-/Ertrags-Verhältnis), gehörte aber nicht zum Kerngeschäft der Armstrong World Industries, die ihre geschäftlichen Aktivitäten zunehmend auf die Bereiche Fußbodenbeläge und Deckensysteme konzentriert. Auch der Kauf der Deutsche Linoleum-Werke AG (DLW) im vorletzten Jahr demonstrierte diese Konzernstrategie. Vor diesem Hintergrund strebte Armstrong Insulation Products zu Beginn des letzten Jahres ein Joint Venture mit NMC/Nomaco (Belgien, USA) und Thermaflex (Niederlande) an, das jedoch letztlich an den zähen Verhandlungen mit dem Bundeskartellamt und den sich in der Zwischenzeit abzeichnenden neuen Geschäftsmöglichkeiten scheiterte. Das Management der Armstrong Dämmstoffsparte präsentierte seine Wachstumspläne daraufhin einer Reihe von Investoren. Die Gespräche konzentrierten sich schließlich auf die Gilde Investment Management N.V.. Ende April konnten die Verkaufsverhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden.
Nach übereinstimmender Meinung sowohl der Armstrong-Konzernleitung als auch des weltweiten Managements der Armstrong Insulation Products kommt der Verkauf sowohl dem Konzern als auch der ehemaligen Dämmstoffsparte zugute. Mit dem Ausscheiden aus dem US-Konzern und der Aufnahme eines Investors verfügt das Unternehmen jetzt über die nötigen Ressourcen für die Realisierung seiner ehrgeizigen Wachstumspläne. Neben organischem Wachstum sind Akquisitionen und Allianzen geplant, durch die nicht nur die führende Stellung im Markt für technische Isolierungen ausgebaut werden soll. Eine Ausdehnung auf weitere Segmente des weltweiten Dämmstoffmarktes sowie die Erschließung anderer Anwendungsbereiche für technische Schäume wird von der Geschäftsleitung als erweitere Option für Wachstum gesehen.
„Wir verfügen jetzt über beste Vorraussetzungen für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung unseres Geschäftes und sind davon überzeugt, mit dem Verkauf nicht nur im Interesse unserer Mitarbeiter, Kunden und sonstigen Geschäftspartner gehandelt zu haben, sondern sind nun auch in der Lage, massiv an der Weiterentwicklung der Marke Armaflex arbeiten zu können", kommentiert Ulrich Weimer, Präsident von Armstrong Insulation Products den Geschäftsabschluss.
Das Management der Armstrong Insulation Products wird auch weiterhin die Geschäfte der neuen, unabhängigen Firma führen. Für die weltweit nahezu 1.500 Mitarbeiter in 12 Produktionsstätten in Nordamerika, China, Australien und Europa hat der Verkauf keine unmittelbaren Konsequenzen.
Armstrong Insulation Products ist der weltweit führende Hersteller flexibler technischer Isolierungen, die vorwiegend unter dem Markennamen Armaflex vertrieben werden. AIP fertigt außerdem thermoplastische Rohrisolierungen unter dem Markennamen Tubolit, sowie Ummantelungssysteme für Isolierungen aus Metall und PVC. In der Schweiz produziert das Unternehmen in Pfaffnau, mit über 50 Mitarbeitern, die Rohrisolierungen Tubolit für die Schweiz und den gesamteuropäischen Markt.