Die wachsende Bedeutung von Energie aus Pflanzen und anderen organischen Materialien hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, hervorgehoben. „Der Bauernverband sieht in der Bioenergie eine wichtige volkswirtschaftliche Perspektive“, sagte Sonnleitner vor Journalisten.
Unabdingbare Grundlage dafür sei das Erneuerbare-Energien-Gesetz, hatte der Bauernpräsident am Montag in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ betont. Auf dem Bauerntag fügte er hinzu: „Bezüglich der nachwachsenden Rohstoffe haben wir mit der rot-grünen Bundesregierung hervorragend zusammengearbeitet.“ Auch eine schwarz-gelbe Bundesregierung sei aufgefordert, die Bedeutung der Bioenergie zu erkennen und das Erneuerbare-Energien-Gesetz fortzusetzen, heißt es im Interview.
Die Bioenergie ist in den vergangenen Jahren ein wichtiges wirtschaftliches Standbein für die Landwirte in Deutschland geworden: Auf zwei Millionen Hektar der insgesamt elf Millionen Hektar deutscher Ackerfläche bauen sie inzwischen Energiepflanzen wie zum Beispiel Raps an. Die Bioenergie-Branche erzielte daraus im Jahr 2004 nach Angaben des Bundesverbandes Bioenergie in Bonn einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 2,85 Milliarden Euro. Den größten Anteil am Umsatz 2004 hat die Produktion von Biodiesel (800 Millionen Euro), gefolgt von der Stromherstellung aus Biomasse (600 Millionen Euro) und der Produktion fester Brennmaterialen wie zum Beispiel Holzpellets (300 Millionen Euro). Etwa 50.000 Menschen sind in der Branche Verbandsangaben zufolge bundesweit beschäftigt. In den kommenden 25 Jahren wird ein Zuwachs auf 200.000 Beschäftigte erwartet.
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