So ähnlich klangen die Forderungen der Kunststoff-Rohstoffhersteller in der letzten Woche bei den Verarbeitern.
So hat z.B. der nach eigenen Angaben größte Hersteller von Polypropylen und anderen Polyolefinen, wie z.B. Polyethylen (HD-PE) für die Rohr- und Tankherstellung, eine Preiserhöhung von fast 20 % pro Tonne angekündigt und auch durchgesetzt.
Wie uns bedeutende Verarbeiter bestätigen, greift diese Erhöhung
SOFORT, ohne Übergangszeit und trifft auf relativ kleine Vormaterialläger. Im September waren Verknappungen sowohl in der Herstellung als auch im Transport die Regel.
Begründet werden die Verteuerungen durch die enormen Anstiege der Ethylenpreise für das IV. Quartal und die darüber hinaus stark schwankenden, aber im Trend steigenden, halbmonatlichen Notierungen von Naphta, dem Vorprodukt für Ethylen.
„Bei allem Verständnis für die Sorgen unserer Rohstofflieferanten hätten wir uns doch etwas mehr Sensibilität für unseren SHK-Markt gewünscht. Für unsere Produktion bedeutet diese Erhöhung eine Kostensteigerung von ca. 8 % auf unsere durchschnittlichen Verkaufspreise. Eine Weitergabe dieser Kosten an unsere Kunden ist unausweichlich“, so ein bedeutender Verarbeiter im heutigen Redaktionsgespräch.
Andere Verarbeiter sprechen von Kostensteigerungen zwischen 6 und 12 %, auch Styrole u.a. Vorprodukte sind betroffen. Die Kostensteigerungen durch Maut, Diesel u.a. Energien noch nicht gerechnet.
Die Kunststoffbranche rechnet, wie auch die Energie-Branche, mit einem lang anhaltenden Trend dieser hohen Preise und sieht für 2006 kein Nachgeben der Notierung.
Auf die nächste Preisrunde zum 01. Januar 2006 darf man gespannt sein.
Die Redaktion schließt kurzfristige Preiserhöhungen oder Teuerungszuschläge der Industrie im SHK-Markt nicht aus – also Vorsicht bei langfristigen Ausschreibungen.
Die jetzige Situation, die auch einem Anstieg aus laufenden Verträgen rechtfertigt, nennt man in der Rohstoffindustrie „Force Majeur“, also höhere Gewalt.
Erste Informationen aus dem Handel über drastische Preiserhöhungen liegen bereits vor.