38 m in der Länge, 26 m in der Breite und 16 m Höhe in der Spitze. Das sind die imposanten Maße der Halle des Kletterzentrum (Neoliet) Bochum.
Kletterhalle Bochum
Kletterhalle Bochum
Das Kletterzentrum befindet sich in einer Halle der ehemaligen Zeche "Constantin der Große". Im Jahre 1910 erbaut, diente sie ursprünglich als Maschinenhalle sowie zur Bewetterung der Schächte. Nachdem 1967 die Zeche geschlossen wurde, nutzte die Ruhrkohle AG sie in den darauffolgenden Jahren unter anderem als Behindertenwerkstatt und Tennishalle. In diesem geschichtsträchtigen Gebäude entstand mit einer Kletterfläche von 1.950 m² die größte Kletterhalle des Ruhrgebiets und einer der größten bundesweit. Hier können groß und klein, jung oder alt im Rahmen von Schulveranstaltungen, Kindergeburtstagen, Gruppenveranstaltungen, Firmenevents oder auch selbstständig, mit oder ohne Betreuung kletternd Grenzen erfahren und erleben.
Vom Betreiber wurde im Raum des Ruhrgebietes eine hohe Halle gesucht, um ein Kletterzentrum einzurichten. Die nicht mehr genutzte Halle entsprach aufgrund der räumlichen Abmessungen genau dem Anforderungsprofil, das für eine Kletterhalle erforderlich ist:
| Grundfläche | | 1200m² |
| Kletterfläche: | | 1950m² |
| Boulderfläche: | | 150 m² |
| Anzahl der Seilumlenkungen: | | 75 |
| Anzahl der Routen: | | ca. 250 |
| Maximale Routenlänge: | | 22 m |
| Hallenhöhe: | | 16 m |
Da die Halle bei ihrer früheren Nutzung nur unzureichend beheizt wurde, musste ein völlig neues Konzept zur Beheizung erarbeiten werden. Es stellte sich im Vorfeld der Sanierungsarbeiten die Frage welches Heizsystem zum Einsatz kommen sollte.
Die Firma GoGaS hat gemeinsam mit dem Betreiber die Anforderungen verglichen und Möglichkeiten der verschiedenen Heizungssysteme einander gegenübergestellt.
Aufgrund der Hallenhöhe, des baulichen Gesamtzustandes der Gebäudeaußenhülle (schlechte Isolierung der Außenwände, Dach und Fenster) und des besonderen Anforderungsprofils der Nutzung kam nur eine Strahlungsheizung in Frage.
Bei der Strahlungsheizung wird die erzeugte Wärme vor allem in den Hallenbereichen wirksam, in denen sich Menschen aufhalten, die ein bestimmtes Temperaturniveau benötigen. Durch die Erwärmung des Fußbodens entsteht keine Fußkälte, was insbesondere für die Kletterer von Vorteil ist. In der Halle wird ein thermisches Klima erzeugt, in dem keine großen Temperaturunterschiede empfunden werden. Eine gleichmäßige Einstrahlung sowohl der Kletterwände als auch der Aufenthaltsbereiche wird somit gewährleistet.
Ungünstige Wärmepolster unter der Hallendecke sowie Zugerscheinungen durch Luftbewegung werden vermieden - damit sind zur Ausübung der Sportart in der Halle alle Vorraussetzungen erfüllt.
Der Einsatz des dezentralen Heizsystems zeichnet sich durch geringe Investitions- und Betriebskosten aus. Die flexible Anpassung an bauliche Gegebenheiten und eine einfache Montage in bestehenden Hallen favorisieren das System für diesen Einsatzfall.
Die regelungstechnische Trennung der unterschiedlichen Anforderungen für den Kletter- und Gastronomiebereich wurde durch den Einsatz einer INFRATRONIC COMFORT der Firma GoGaS mit zwei Regelkreisen realisiert. Innerhalb des Großraumes können Zonen mit individuell unterschiedlich empfundenen Raumtemperaturen geschaffen werden. Dies setzt voraus, dass die Regelvorgänge auf das Zusammenwirken von Luft- und Strahlungstemperatur abgestimmt sind. Mit einem kombinierten Strahlungs- und Temperaturfühler, der die Strahlungsintensität wie auch die Lufttemperatur erfasst, steuert die mikroprozessorgesteuerten Regelung, die von den Menschen empfundene Temperatur. Der Betreiber kann durch einzelne Regelung der Geräte je nach Bedarf auf die jeweilige Situation in der Halle einwirken und erreicht somit einen effektiven Einsatz des Heizungssystems. Das hat außerdem den Vorteil, dass unmittelbar auf veränderte betriebliche Anforderungen reagiert werden kann.
Bei der Wahl des Anbieters entschied man sich für die Dortmunder GoGaS Goch GmbH & Co. KG. Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrungen und Erfolge auf dem Gebiet der Sportstättenbeheizung, z. B. Stadiontribünen, Turnhallen und auch Kletterhallen.
Für die Beheizung der Kletterhalle wurden insgesamt 7 Gasinfrarot-Hellstrahler mit einer Gesamtleistung von 192 kW installiert. Die Geräte wurden in 8 m Höhe mit einer Schrägaufhängung an der Wand montiert. Die Position der Strahler richtete sich in erster Linie nach Kletter- und Aufenthaltsflächen.
Die Funktionsweise des Gas-Infrarot-Strahlers hat sich seit Jahrzehnten bewährt. Die Strahler arbeiten mit einem atmosphärischen Brenner - dieser erzeugt im Strahler ein Gas-Luft-Gemisch, das elektronisch gezündet wird. Es verbrennt an der Oberfläche einer feinporigen Keramikplatte, die mit einer Vielzahl von Bohrungen versehen ist und erhitzt sie auf ca. 900 °C – somit entsteht eine Wärmestrahlung. Ein Strahlungsgitter über der Keramik führt zu einer weiteren Erhöhung des Strahlungswirkungsgrades. Durch den umschließenden Reflektor wird die erzeugte Wärmestrahlung in die gewünschten Bereiche emittiert. Aufgrund der niedrigen Flammentemperaturen an der Keramikplatte sind die NOx-Schadstoffemissionen minimal (<10ppm luftfrei trocken). Damit können die Geräte ohne Kaminanlage betrieben werden. Die Verbrennungsrückstände werden indirekt über eine mechanische Raumentlüftung mittels 2 Ventilatoren im Dach entsorgt.
Für den Fall, dass Änderungen bei der Hallennutzung bzw. Umgestaltung der Bereiche eintreten, lassen sich durch die variable Anordnung die Heizungsgeräte problemlos nachrüsten.
Abschließend kann festgestellt werden, dass mit dem Einsatz dieses Heizsystems optimal auf die Bedürfnisse des Betreibers eingegangen werden konnte. Durch genaue Planungen im Vorfeld des Projektes wurde die bestmögliche Lösung für die schwierigen Verhältnisse der Zechenhalle gefunden, ohne die betriebliche Nutzung zu stören, bei höchstmöglichen Komfort und Wirkungsgrad.