Vor dem Hintergrund der Energieeinsparverordnung sind immer dichtere Gebäudehüllen gefordert, um mit möglichst geringem Energieaufwand eine Wohnung beheizen zu können. Gleichzeitig ist es aber dem Bewohner kaum zuzumuten, sich über längere Zeit in einem ungelüfteten Raum aufzuhalten.
Funktionsweise einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung mit Kreuzstrom-Wärmetauscher
Kreuzstrom-Wärmetauscher
Energieersparnis also contra Wohlbefinden? Laut Fachverband Energiemarketing und -Anwendung (HEA) e.V. beim VDEW ist das Gegenteil der Fall: Durch Wohnungslüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung lassen sich beide Ansprüche aufs Beste verbinden.
Zum einen sparen sie Energie, und zwar in einer Größenordnung, die 2 bis 3 Litern Heizöl pro Quadratmetern Wohnfläche entspricht. Der Aufwand für die Ventilation lässt sich dabei mit 3 bis 5 kWh pro Quadratmeter beziffern.
Damit ergibt sich – heute marktübliche Energiepreise vorausgesetzt – ein Sparpotenzial bei den Heizkosten in einem Standard-Einfamilienhaus in der Größenordnung von 100 bis 150 Euro. Noch deutlich höhere Einsparungen können durch integrale Wohnungslüftungs-Systeme erzielt werden, die neben dem reinen Wärmeaustauscher zwischen Zu- und Abluft auch eine Wärmepumpe zur zusätzlichen Gewinnung von Wärmeenergie aus der Umwelt nutzen.
Neben dem reinen Einspareffekt fallen die positiven Auswirkungen auf die Qualität der Raumluft bei effizienten Wohnungslüftungssystemen mindestens ebenso in die Waagschale. Die in der Außenluft immer vorhandenen Allergene und Staub, jahreszeitlich wechselnde Pollen werden nahezu komplett ausgefiltert.
Für eine Lüftungsanlage sprechen also vor allem das ständige Vorhandensein frischer Raumluft, aus der Schadstoffe ausgefiltert sind und die von Staub gereinigt wird. Die Bausubstanz schädigende Feuchtigkeit wird ebenso abgeführt, so dass die Bildung von Schimmelpilz nahezu ausgeschlossen ist. Da dies alles bei geschlossenen Fenstern geschehen kann, wird Lärmbelästigung vermieden. Für den Verbraucher und Anwender ebenso entscheidend sind neben den Einsparmöglichkeiten im laufenden Betrieb auch die finanziellen Entlastungen durch Fördermittel.
„Die Geräteindustrie begrüßt die Förderpolitik der neuen Bundesregierung, die vor allem durch Investitionszuschüsse Marktanreize im Modernisierungsmarkt schaffen will“, so Dr. Jan Witt vom Fachverband Energiemarketing und -Anwendung (HEA) e.V. beim VDEW. Effizienztechnologien im Gebäudebereich seien seitens der Hersteller und der Energiewirtschaft eindeutig als Wachstumsmotor identifiziert.
Dr. Witt weiter: „Wichtig ist allerdings auch, die Höhe der Förderung degressiv zu gestalten und anzupassen. Denn nach Erreichen ausreichend hoher Stückzahlen und entsprechender Akzeptanz am Markt werden unmittelbar auch spürbare Skalierungseffekte bei den Kosten einsetzen, so dass Fördergelder vom Staat dann nicht mehr notwendig sind.“
Schema einer Wohnungslüftung Durch die Luftdichtheit der Gebäudehülle reicht die einfache Fensterlüftung häufig nicht mehr aus. Abhilfe schafft hier eine mechanisch kontrollierte Lüftung. Wird sie mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet, so lassen sich die Lüftungswärmeverluste je nach eingesetztem System um 60 bis 90 Prozent reduzieren. Der Heizenergiebedarf wird stark reduziert. Lange Fensteröffnungszeiten und die damit häufig verbundene Lärmbelästigung bleiben aus. Natürlich können an schönen Tagen dennoch die Fenster geöffnet werden.
In den Lüftungsgeräten werden Wärmeaustauscher eingesetzt, die eine Vermischung von Zu- und Abluft ausschließen. Filter halten Luftschadstoffe, Pollen und Mikroorganismen fern, was insbesondere für Allergiker eine Wohltat ist. Mit zentralen Geräten, die zusätzlich eine Wärmepumpe enthalten, die die Abluft weiter abkühlt und die Frischluft bis auf die gewünschte Raumlufttemperatur erwärmt, kann bei guter Dämmung sogar auf eine Heizungsanlage ganz verzichtet werden.