Keine Frage, zunehmend rückt die Holzpellets-Heiztechnik aus der Marktnische heraus. Auf der IFH/Intherm 2006 in Nürnberg erwartet die Besucher eine interessante Produktvielfalt.
Großes Interesse an der Holzpellets-Heiztechnik schon auf der letzten ifh
Sie haben einen Durchmesser von vier bis zehn Millimetern, eine Länge von ein bis etwa drei Zentimetern und besitzen einen Heizwert von umgerechnet 0,5 Litern Heizöl pro kg. Die Rede ist von Holzpellets, dem aus trockenem natur belassenem Restholz ohne Zugabe chemischer oder synthetischer Bindemittel hergestellten Brennstoff, der sich auch hierzulande zunehmend etabliert.
Fakt ist: Immer mehr Heizungsbau-Fachhandwerker haben ihre Kundenberatungs-Checklisten überarbeitet: Unter dem Punkt „Brennstoff“ standen bisher Gas oder Öl zur Auswahl. Inzwischen lautet die Frage an den Kunden: Gas, Öl oder Pellets? Denn zunehmend setzen sich die Holzpellets-Heizkessel im Markt durch. Allein im Zeitraum 2000 bis 2004 ist die Zahl der jährlich installierten Holzpelletsanlagen von 2.400 auf 7.000 Kessel gestiegen, wie aus einem Branchenreport hervorgeht. Für dieses Jahr erwarten die Hersteller ein Absatzwachstum von 15 Prozent. Die Anzahl der hierzulande installierten Pelletskessel würde dann auf insgesamt 34.000 ansteigen.
Das solide Wachstum kommt nicht von ungefähr. Holzpellets-Heizungen bieten dem Kunden durchweg interessante Vorteile: Durch die vollautomatische Brennstoffzufuhr sowie komfortable Bedienung haben Pelletsheizungen längst das Niveau von Gas- und Ölheizungen erreicht. Neben dem Unmut über die anhaltend steigende Preisentwicklung für Öl – in der Folge auch für Gas – ist eine verstärkte Sensibilisierung der Endverbraucher zu beobachten. Bauherren und Hausbesitzer beginnen zu überlegen, womit man außer mit Öl oder Gas sonst noch sicher, sauber, preiswert und möglichst umweltschonend heizen kann.
Die Versorgung mit Holzpellets ist mittlerweile flächendeckend gewährleistet. Der Verbraucher profitiert beim Einsatz dieses Brennstoffes außerdem davon, dass er nur 7 Prozent Mehrwertsteuer entrichten muss und die Pellets von der Ökosteuer befreit sind. Nicht zuletzt lässt sich die Pelletstechnik hervorragend mit der Solarthermie kombinieren. Gute Gründe also für den Einsatz der energiereichen Holzwürmer.
Positive Perspektiven
Bei der Suche nach dem passenden Heizsystem steht die Pelletsheizung nicht mehr nur als Alternative neben Gas- und Ölgeräten, sondern reiht sich allmählich als drittes Element moderner und umweltschonender Heiztechnik in den Markt der Heizgeräte ein. Unter den Ausstellern auf der IFH/Intherm 2006 vom 5. – 8. April finden sich viele Unternehmen, die sich auf die Holzpellets-Heiztechnik konzentrieren, auch die etablierten und bekannten Marken. Zahlreiche Hersteller sehen die Entwicklung durchweg positiv und rechnen zum Teil mit deutlich steigender Nachfrage: Beispiel Buderus Deutschland: „Wir sehen eine positive Entwicklung im Bereich der Holzpellets-Heiztechnik. Es zeigt sich deutlich, dass Pellets-Kessel eine interessante zukunftsweisende Technologie sind“, erklärte das Unternehmen erst im Frühjahr dieses Jahres.
Die Firma Hoval Hagenberger AG rüstet sich indes für den Bedarf im Bereich größerer Bauobjekte: „Wir sehen die Trendentwicklung bei der Holzpellets-Heiztechnik auch im Leistungsbereich über 50 kW weiter wachsen“, erklärte Hagen Jakubek, Prokurist der deutschen Hoval-Niederlassung, in einer renommierten Fachzeitschrift. Der Hersteller plant, ab 2006 Pelletskessel mit einer Leistung von bis zu 150 kW auf den Markt zu bringen. Die Geräte sollen vorwiegend dort zum Einsatz kommen, wo alte Ölkesselanlagen durch Pelletsheizungen ersetzt werden sollen.
Auch das Unternehmen Windhager erwartet gute Absatzchancen für die nächsten Jahre, nicht zuletzt aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen durch Energiepreise. Dazu Ludwig Friedl, Geschäftsführer der Windhager GmbH Deutschland: „Wir werden weiterhin Marktnischen besetzen, die sich mit dem Trend zu kleineren Nennleistungen sowie der Verbrennung von Biomasse ergeben“.
Finanzieller Zuschuss durch den Staat
Über das Marktanreizprogramm zur Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien bezuschusst das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Pelletsheizung. Gefördert werden auch die zunehmend beliebten Pellets-Primäröfen, die den Aufstellraum mit beheizen, aber als Kessel arbeiten und so den größten Teil der erzeugten Wärme dem Heizsystem zuführen. Um die Voraussetzung für die Förderfähigkeit zu erfüllen, müssen die Anlagen mit einer Leistungs- und Feuerungsregelung sowie einer automatischen Zündung ausgestattet sein.
Einen umfassenden Überblick über den zukunftsträchtigen Pelletsmarkt und über die aktuellen Förderkonditionen von Bund und Ländern bietet die Fachmesse IFH/Intherm vom 5. bis 8. April 2006 in Nürnberg. Dort präsentieren die Geräte- und Systemhersteller ihre aktuellen, überarbeiteten oder neuen Pellets-Heizsysteme – eine wertvolle Informationsquelle für Fachbesucher aus dem gesamten Bundesgebiet.
Besucherhinweise für die ifh-Nürnberg: Die Messe findet vom 5. bis 8. April 2006 im Messezentrum Nürnberg statt.Die Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Freitag von 9.00 – 18.00 Uhr und Samstag von 9.00 – 16.00 Uhr.