Durch intelligenten Einsatz erneuerbarer Energiequellen lassen sich hohe Energieeinsparpotenziale erschließen und gleichzeitig Ressourcen und Umwelt schonen. Die Messe Light & Building 2006 in Frankfurt fördert die Nutzung erneuerbarer Energietechniken.
Das bunte Leben auf der Messe in Frankfurt 2005
Die Sonne lässt sich vielfach nutzen: Sie liefert angenehmes, motivierendes Arbeitslicht und sie produziert sogar Strom. Das Zusammenspiel von Architektur und Technik sorgt dabei für eine Optimierung. Beispielweise spart eine Solararchitektur mit Tageslichtlenkung und einer Fassade aus Solarzellen nicht nur Betriebskosten, sondern sie bietet auch ästhetischen Genuss. Das Arbeitsklima und das Image werden gefördert.
Hersteller und Verbände aus allen Bereichen der Haus- und Gebäudeautomation, Elektrotechnik und Licht zeigen dafür auf der bevorstehenden Light &Building (Internationale Fachmesse für Architektur und Technik vom 23. bis 27. April 2005 in Frankfurt am Main) ihre neuen Techniken und Lösungen. Für Architekten und Planer, Handwerker, Investoren und Nutzer bietet die Messe eine einmalige Gelegenheit, um sich umfassend über die aktuellen Möglichkeiten und Trends zu informieren.
Die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden unterstreicht die Bedeutung einer ganzheitlichen Planung. Für ein angenehmes Wohn- und Arbeitsklima bietet sich dabei heutzutage eine Vielzahl energiesparender Lösungen. Eine wichtige Rolle nimmt die Tageslichtnutzung ein. Sie erfordert eine abgestimmte Gesamtlösung aus Architektur, Kunst- und Sonnenlicht, Fassade und Fenster sowie Sonnenschutz- und Steuerungstechnik. Ein hoher Tageslichtanteil steigert das Wohlbefinden und spart Strom.
Einen wahren Boom erfährt die Solarbranche derzeit besonders im Bereich der Photovoltaik: In 2004 hat der Markt für Solarstromanlagen hierzulande einen Sprung um 140 Prozent auf 360 Megawatt (MW) neu installierte Leistung gemacht und Deutschland damit das Attribut "Solarstrom-Weltmeister" verschafft. Nur etwa 10 Prozent davon sind nach Angaben des Bundesverbandes Solarenergie (Bsi) in Freiflächenanlagen realisiert worden, die überwiegende Zahl kam in und an Gebäuden zum Einsatz. Beliebt ist der Einsatz auf Dächern, wie beim Flughafen München. Doch die Photovoltaikmodule lassen sich auch gestalterisch in die Gebäudehülle, sprich das Dach oder die Fassade integrieren.
Photovoltaik ist für alle Besitzer von Immobilien und Liegenschaften mit unverschatteten Dach- oder Fassadeflächen ein interessantes Thema. Ist das Dach gerade renovierungsbedürftig, drängt sich eine Photovoltaikanlage geradezu auf. Können doch so zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, wie das Beispiel Feneberg Lebensmittel in Kempten (Allgäu) zeigt. Dort wurde das sanierungsbedürftige Flachdach der Lagerhalle mit einer neuen wasserdichten Energiedach-Konstruktion mit integrierten Photovoltaikmodulen eingedeckt.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz gibt Investitionssicherheit. Die Lebensdauer moderner Solarmodule liegt bereits bei über 20, oftmals sogar bei über 30 Jahren. Nicht zu unterschätzen ist der zusätzliche Imagegewinn. "Durch die Anwendung von Photovoltaik in der Gebäudehülle demonstriert der Gebäudeeigner Innovation, Umweltbewusstsein, Favorisierung nachhaltiger Konzepte sowie zukunftsorientierte Modernität", urteilt die Landesinitiative Zukunftsenergien NRW. Photovoltaik habe sich auch zu einer "echten Alternative" zu herkömmlichen Fassadenverkleidungen entwickelt. Von dem imageträchtigen Einsatz zeugt bereits eine Vielzahl von Projekten. So finden sich Solarfassaden z.B. bei der Großsporthalle TüArena in Tübingen oder beim Modehaus Zara in Köln oder bei der Warmbandspaltanlage von ThyssenKrupp Stahl in Duisburg-Beeckerwerth. Neben architektonischen Akzenten und der Stromerzeugung können Photovoltaikmodule auch gebäudetechnische Funktionen übernehmen, wie Sonnen- und Sichtschutz oder Wetter- und Schallschutz.
Angesichts der Fülle an Lösungsmöglichkeiten ist die bevorstehende Light+Building für alle am Bau beteiligten eine wichtige Informationsquelle. Als inhaltliche und fachliche Ergänzung zur Messe hat sich der Building Performance Congress (24. bis 27 April 2006) etabliert. Er bietet vertiefende Informationen über aktuelle Tendenzen in Wissenschaft und Praxis.