Der Hamburger Umweltsenator Dr. Michael Freytag hat noch im April Hamburgs erste Biogasanlage, die zugleich eine der modernsten und größten Biogasanlagen Norddeutschlands ist, in Betrieb genommen.
Die Biogasanlage lässt sich auch über eine Webcam beobachten
Die Zwei-Megawatt-Anlage in unmittelbarer Nähe der AOL Arena erzeugt pro Stunde rund 330 Kubikmeter Biogas, das im angeschlossenen Blockheizkraftwerk (BHKW) in elektrischen Strom und Wärme umgewandelt wird.
Die von Biomasse klimaneutral erzeugte Energie reicht aus, um den Energiebedarf von 2.500 Haushalten zu decken. Die von der Biogasanlage erzeugte Fernwärme versorgt auch das Hamburger WM-Stadion mit Wärme – von der Rasenheizung bis zum Duschwasser der WM-Stars. Im Rahmen des Umweltprogramms Green Goal™ wurde die Biowerk Hamburg GmbH heute von der Fifa ausgezeichnet. Gegründet wurde die Biowerk Hamburg GmbH & Co. KG von einem öffentlichen und zwei privaten Partnern, der Stadtreinigung Hamburg Beteiligungsgesellschaft, der BioCycling GmbH – einem Tochterunternehmen der Karl Meyer Unternehmensgruppe – und der ETH Umwelttechnik Hamburg GmbH.
Hamburgs Umweltsenator Dr. Michael Freytag hatte am 24. April um 10:30 Uhr den Startknopf betätigt. Damit ging die erste Biogasanlage Hamburgs an das Netz. „Hamburg ist Vorreiter für modernste Umwelttechnik und die Firma Biowerk dabei Vorzeigepartner. Über die Fifa erhalten wir dafür internationale Anerkennung“, so Umweltsenator Freytag in seiner Ansprache bei der Inbetriebnahme.
Betreiberin der neuen Biogasanlage ist die BioWerk Hamburg GmbH & Co. KG, gegründet als eine öffentlich-private Partnerschaft, an der die Stadtreinigung Hamburg Beteiligungsgesellschaft (47,5 %), die BioCycling GmbH, Hamburg (47,5 %) und die ETH Umwelttechnik Hamburg (5 %) beteiligt sind. In der neuen Anlage werden organische Abfälle unter Zugabe von Wasser bis 38 Grad Celsius zu Biogas mit einem Methangehalt von 65 % vergoren. Anschließend entstehen aus dem Gas im angeschlossenen Blockheizkraftwerk Strom und Fernwärme.
Besonders fortschrittlich ist die Vorbehandlungsstufe der Anlage. Mit ihr können selbst verpackte Abfälle, beispielsweise Lebensmittel in Dosen mit abgelaufenem Verfallsdatum, aufbereitet werden. "So kann die neue Anlage auch Abfälle nutzen, die größtenteils in anderen Biogasanlagen nicht verarbeitet werden können", beschreibt Biowerk-Geschäftsführer Jörn Franck die Vorteile, "und der Restabfall der Biogasanlage wird in der MVA Stellinger Moor sofort thermisch verwertet." Speiseabfälle als "Futter" für die neue Biogasanlage gibt es genug. "Ab dem 1. November 2006 greift das EU-weite Verfütterungsverbot für Speiseabfälle", sagte Franck, "eine neue Quelle, die etwa die Hälfe der jährlich 20.000 Tonnen Bioabfälle ausmachen wird, die in der Anlage zu Strom und Wärme verarbeitet werden."
Klimaschutz mit Green Goal™
Die FIFA WM 2006™ soll weltweit die erste klimaneutrale Großveranstaltung im Sport werden. In Zusammenarbeit mit der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) und dem Öko-Institut entwickelte das OK FIFA WM 2006 das Konzept "Green Goal", das quantifizierbare Minderungsziele beinhaltet. Zu den anspruchvollsten Zielen in diesem Gesamtkonzept gehört die Minimierung der Auswirkungen der WM auf das globale Klima – Stichwort "Klimaneutrale FIFA WM 2006". Alle durch die FIFA WM 2006 zusätzlich entstehenden Treibhausgasemissionen sollen durch Klimaschutzinvestitionen an anderer Stelle kompensiert werden. Gleiches gab es noch bei keiner internationalen Sportgroßveranstaltung.