Wohlig warm im Winter, angenehm kühl im Sommer: Passivhäuser haben viel Komfort zu bieten und benötigen rund 80 Prozent weniger Heizenergie als konventionelle Neubauten. Der große Zuspruch zu dieser Bauweise zeigte sich jüngst bei der Internationalen Passivhaustagung mit begleitender Ausstellung.
Das Funktionsprinzip des Passivhauses. Quelle: Vortrag Dr. Feist/ Passivhausinstitut
Passivhaus in Hannover im Stadtteil Linden.
Auch wenn seit dem Jahr 2000 der Markt im Bereich Passivhäuser schon ordentlich angekurbelt wurde, gibt es noch reichlich Vorurteile gegenüber dieser zukunftsweisenden Bauweise. Aber laut Manfred Görg, Leiter der Geschäftsstelle des enercity-Fonds proKlima – Mitveranstalter der Passivhaustagung, handelt es sich dabei um einen ganz normalen Prozess: „Innovationen brauchen Zeit bis sie sich durchsetzen.“ Doch die Entwicklung und der Zuspruch zeigen, dass immer mehr Bauherren die immensen Vorteile dieser Bauweise erkennen.
"Mehr als 600 Teilnehmer an der Tagung und rund 7.000 Besucher bei der Passivhaus-Ausstellung sind eine tolle Bilanz", sagt Manfred Görg, Leiter der Geschäftsstelle des enercity-Fonds proKlima. "Die große Resonanz zeigt, dass Passivhäuser längst kein Randthema mehr sind", ergänzt Görg. Angesichts der tendenziell steigenden Energiepreise überlegen sich immer mehr Verbraucher, wie sie sich unabhängiger von Öl oder Gas machen können: Viele der Ausstellungsbesucher hatten sich bereits im Vorfeld mit energieeffizientem Bauen und Modernisieren beschäftigt und sind an einer konkreten Umsetzung interessiert.
Die Passivhaus-Ausstellung fand am 19. und 20. Mai 2006 im Rahmen der 10. Internationalen Passivhaustagung erstmals in Hannover statt. Rund 90 Aussteller zeigten im Hannover Congress Centrum unter anderem hocheffiziente Wärmedämmungen, Komfortlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Solaranlagen und innovative Heiztechnologien. Neben proKlima zählen die Klimaschutzagentur Region Hannover und das Passivhaus Institut aus Darmstadt zu den Veranstaltern.
"Wir erwarten, dass die erfolgreiche Veranstaltung gerade in der Region Hannover einen zusätzlichen Schub zum Bau von Passivhäusern auslösen wird", so Görg. Und die Aussichten hierfür stehen gut: Laut Görg ist geplant, in der Region mehr als 400 Wohngebäude im Passivhausstandard zu bauen. Aber auch bei Geschäftsgebäuden, Schulen und Kindertagesstätten ist ein verstärktes Interesse der Investoren erkennbar. "Wir begleiten derzeit die Planungen für rund 60.000 Quadratmeter Nutzfläche. Dazu gehören sowohl Neubauten als auch Bestandsmodernisierungen", berichtet der proKlima-Chef.