Das Jahrestreffen der Schornsteinfeger brachte Klarheit in die Diskussion um die Zukunft des Schornsteinfegerhandwerks.
Bundesinnungsmeister Hans-Günther Beyerstedt
Der Schornsteinfeger als wichtiger Berater beim Thema
Mündung von einer nicht gewarteten Dunstabzugshaube
Deutliche Worte von Hans-Günther Beyerstedt, dem zuständigen Bundesinnungsmeister, sehen den flächendeckenden Service durch die Schornsteinfeger in Deutschland gesichert, weitere Länder in Europa werden das System adaptieren.
Die vorgetragene Bilanz des Jahres 2005 sehen Service und Kundennähe ganz klar im Fokus der Schornsteinfeger. 8000 Betriebe mit ca. 25000 Beschäftigten und 40 Mio. Kundenkontakten erwirtschaften einen nicht unbeträchtlichen Umsatz von über einer Millarde Euro. Sicherheit, Umwelt und Energie sind die Kernthemen, mit denen sich die „schwarzen“ Experten beschäftigen. Während in Europa mehrere tausend CO-Vergiftungsfälle bekannt wurden, geht die Quote in Deutschland gegen Null.
Aber nicht nur in der Erhaltung der Sicherheit der Feuerstätten liegt laut Beyerstedt der tiefe Sinn der Schornsteinfeger. Immer häufiger werden die Beratungsleistungen von den Bauherren genutzt. Die Innungen bieten Beratungstage an, die Schornsteinfeger informieren vor Ort zum Beispiel über den richtigen Umgang mit Holzheizungen und Holzlagerung. Gerade die aktuell beliebten Holzheizungen stehen beim Thema „Feinstaub“ in der besonderen Kritik. Nicht richtig aufgestellte Baumarktöfen heizen hier im Sinne des Wortes die Diskussion um Grenzwerte und sachgerechte Überprüfungen an.
Nicht nur Selbstbauer machen manches falsch, im Jahr 2005 waren fast 200.000 neu erstellte Anlagen nicht mangelfrei. Zusammen mit den bestehenden oder geänderten Anlagen bedurften 1,5 Mio. Anlagen der Nachbesserung. Damit wurde ein beträchtlicher Arbeitsmarkteffekt ausgelöst, so Bundesinnungsmeister Beyerstedt nicht ohne Stolz. Würden nicht nur die Wärmeerzeuger, sondern die gesamte Heizungsanlage auf Fehler überprüft, könnten beträchtliche Energieeinspareffekte erzielt werden. Denn inzwischen ist ein großer Anteil der Schornsteinfeger zum Energieberater aus- und weitergebildet worden. Hier deutet sich ein möglicher Weg an, die Energieeffizienz bestehender Anlagen in der Zukunft zu verbessern.
Die Schornsteinfeger sehen sich weniger als Kontrolleure sondern mehr als Berater des sparwilligen Hausbesitzers. Dennoch bleiben bei 40 Mio. Kundenkontakten pro Jahr Unstimmigkeiten nicht aus, doch steht stets die Innung als Ansprechpartner bereit, um Streitigkeiten aufzulösen. Und die Innungen selbst forcieren die Beratungstätigkeit – üblicherweise stehen sie zweimal wöchentlich den Bauherren mit Rat zur Seite.
Für die Umsetzung der europäischen Energieeffizienzvorgaben sehen sich die Schornsteinfeger gut gerüstet. Die Anzahl der zum Energieberater ausgebildeten Feger ist beachtlich, die stetige Weiterbildung ist Programm. Die Sicherheit flächendeckender Prüfungssysteme ist scheinbar alternativlos und läßt die Monopoldiskussion langsam verflachen.